Boden & Fliesen

Fliesen schneiden: 6 Tipps für die perfekte Schnittkante

  • Die Anschaffung von einem Fliesenschneider lohnt sich besonders für größere, mehrtägige Projekte. Ansonsten können Sie einen Fliesenschneider auch in einigen Baumärkten mieten.
  • Ein Winkelschleifer bzw. die Flex eignet sich besonders für härtere Fliesen, an denen ein manueller Fliesenschneider scheitert. Hierbei entsteht allerdings jede Menge Staub.
  • Die Stichsäge ist zum Schneiden von Fliesen jedoch nicht zu empfehlen. Die Schnittkante würde nicht nur unsauber aussehen, das Material könnte sogar Ihrer Stichsäge schaden.

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Wenn es um das Fliesenlegen geht, haben wir hier schon eine detaillierte Anleitung gegeben. Im Rahmen der Planung – unbedingt aber vor dem Kauf des Materials – sollte geklärt sein, wie Sie die Fliesen schneiden.

Während das Schneiden von normalen Keramikfliesen noch vergleichsweise einfach ist, sind großformatige Feinsteinzeugfliesen, Holzimitat- oder Natursteinfliesen sowie Glasmosaikfliesen nicht ganz so einfach zu bearbeiten.

Mit der richtigen Fliesenauswahl, dem passenden Werkzeug und großer Sorgfalt bei der Verarbeitung, ist das jedoch für jeden ambitionierten Heimwerker durchaus machbar.

Ein gewisser Perfektionismus wird in diesem Fall viele Jahre lang mit einem schönen und funktionalen Badezimmer belohnt. Auf Heimwerker.de zeigen wir, wie Ihnen das gelingt.

1. Brauchen ich einen Fliesenschneider?

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Ein manueller Fliesenschneider ist nicht zwingend für alle Fliesenarten geeignet.

Was liegt näher, als zum Fliesen schneiden einen Fliesenschneider zu benutzen? Die Anschaffung eines Fliesenschneiders ist jedoch nicht unbedingt günstig oder zwingend notwendig. Auch können manche der manuellen Fliesenschneider auch nur weichere Fliesen zuverlässig schneiden.

Ein sorgsamer Vergleich lohnt sich auf jeden Fall. Prüfen Sie Ihre Anforderungen und treffen Sie dann eine Entscheidung für ein angemessenes Werkzeug.

Achten Sie also beispielsweise darauf, wofür das jeweilige Gerät geeignet ist, welche Formate sich damit schneiden lassen, ob schneiden und brechen in einem Arbeitsgang möglich sind usw. So stellen Sie sicher, dass das Gerät die Fliesen wirklich sauber schneiden kann.

Bei einem größeren Projekt, wie etwa bei sämtlichen Fliesenlegearbeiten als Eigenleistung bei einem Neubau oder ähnliches, lohnt sich eventuell die Anschaffung eines großformatigen, elektrisch betriebenen und wassergekühlten Fliesenschneiders. Eine große Menge harter Fliesen zu schneiden ohne Fliesenschneider mit Wasserkühlung nicht effektiv.

Bei kleineren Projekten und/oder weicherem Material sind nachfolgend beschriebene Werkzeuge eventuell ausreichend.

Tipp: Einige Baumärkte bieten außerdem den Verleih von größeren Geräten wie Fliesenschneidern an, teilweise sogar nur für einige Stunden. Doch auch hier lohnt es sich Preise zu vergleichen.

2. Fliesen schneiden mit Flex bzw. Winkelschleifer?

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Für kleinere Arbeiten können Sie Fliesen auch von Hand mit einem Winkelschleifer schneiden.

Mit einer Diamanttrennscheibe ausgerüstet lassen sich viele Fliesenarten durchaus mit einem Winkelschleifer schneiden. Etwa alle Wandfliesen und viele nicht allzu harte und spröde Bodenfliesen. Dazu gehören Steingut- und Steinzeugfliesen sowie Zementfliesen.

Wenn Sie Fliesen aus Feinsteinzeug schneiden kommt es sehr auf den individuellen Härtegrad, die Größe und Dicke des Materials an. In vielen Fällen ist zum Schneiden von Feinsteinzeugfliesen ein Nassschneider (elektrisch betriebener Fliesenschneider mit Wasserkühlung) vorzuziehen.

Auch Porzellanfliesen können mit einem sauberen einfachen Schnitt mit einem Winkelschneider angeschnitten und anschließend gebrochen werden. Da Porzellan aber sehr hart ist, muss in dem Fall die Qualität der Diamanttrennscheibe sehr gut sein.

Damit der Schnitt auch gerade wird, sollten Sie die gewünschte Schnittkante immer im Vorfeld auf die Fliese aufzeichnen. Zusätzlich können Sie die Fliese befestigen oder einklemmen, damit sie nicht verrutscht.

Hinweis: Egal bei welchem Material, die Schnittkante gelingt nicht immer überzeugend. Das lässt sich durch Schleifen mit einem entsprechend harten Schleifmittel oder einem Schleifstein oft gut nachbessern.

Besitzen Sie bereits einen Winkelschleifer, könnte die folgende Auflistung für Sie interessant sein. Hier haben wir von Heimwerker.de die Vor- und Nachteile des Fliesenschneidens mit dem Winkelschleifer aufgelistet:

  • für härtere Fliesen besser geeignet als Fliesenschneider
  • besonders für kleinere Ausschnitte zu empfehlen
  • wenn bereits vorhanden günstige Alternative
  • Schnittkante muss oft nachgebessert werden
  • viel Staub beim Schneiden
  • Diamanttrennscheibe muss zusätzlich erworben werden

3. Fliesen schneiden mit einem Multitool

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Runde Ausschnitte gelingen am besten mit einer Bohrkrone.

Für ein Multitool gilt fast das gleiche wie für den Winkelschneider nur, dass dieses deutlich schwächer motorisierte Gerät noch schneller an seine Grenzen gerät und beispielsweise für Feinsteinzeug nicht infrage kommt. Bei manchen Fliesen kann ein oszillierendes Multitool jedoch von Vorteil sein, weil es schonender, vibrationsärmer als ein Winkelschleifer arbeitet.

Mit einem Multitool können Sie auch kleinere Ausschnitte inmitten einer Platte leichter herstellen, als beispielsweise mit einem größeren Winkelschleifer. Auf jeden Fall brauchen Sie entsprechende Diamantaufsätze.

Allerdings sind für derartige Aufgaben häufig Diamantbohrkronen einfacher und besser zu handhaben. Das gilt besonders, wenn Sie beim Fliesen schneiden Rundungen mehr oder weniger zwingend brauchen (z. B.: für Rohre, Armaturen oder Steckdosen.)

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4. Fliesen schneiden mit einer Stichsäge? Besser mit einem Glasschneider!

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Ein Glasschneider ist eine Notlösung für dünne und weiche Fliesen.

Es gibt zwar auch für Stichsägen Sägeblätter mit Diamantausrüstung, dennoch ist eine Stichsäge nicht geeignet für diesem Zweck. Es wäre eine unschöne, unsaubere Sägekante zu erwarten, außerdem könnten Sie zusätzlich die Stichsäge beschädigen.

Weichere Keramikfliesen, die bestenfalls für einen solchen Versuch in Betracht kämen, lassen sich viel leichter mit einem normalen Handfliesenschneider, Mosaikzange oder Ölglasschneider anritzen und über eine grade Kante brechen.

Beim Brechen von anderen Ausschnitten ist ein sogenannter Papageienschnabel oder eine Fliesenbrechzange nützlich.

5. Große Fliesen richtig schneiden

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Bei besonders großen Fliesen lohnt sich eventuell Hilfe vom Fachpersonal.

Da die Formate aktuell immer größer werden, können Sie diese mit einem durchschnittlichen Fliesenschneider nicht mehr schneiden.

In dem Fall sind Sie auf ein besonders großes Leihgerät angewiesen oder Sie wagen es mit dem Winkelschleifer.

Da eine höhere Bruchgefahr beim Umgang mit einer großformatigen Fliese besteht, lohnt es sich eventuell, die Fliesen schneiden zu lassen, wenn Ihr Baumarkt oder Fliesenlieferant das im Angebot hat. Erkundigen Sie sich im Vorfeld danach.

Mehrere Quadratmeter Bruch reißen im schlimmsten Fall ein unerwartetes Loch in Ihr Budget.

6. Fliesen auf Gehrung schneiden

Besonders edel wirken Kanten mit feinen Fugen für die Fliesen die auf Gehrung geschnitten beziehungsweise geschliffen werden. Da der Gehrungsschnitt eher etwas für die Ausrüstung eines Profis ist, ist für den privaten Bereich das Schleifen deutlich eher zu empfehlen.

Tipp: Für weniger ambitionierte Heimwerker gibt es für die Kanten spezielle Kunststoffschienen, die eine saubere Kante beim Fliesen ermöglichen und Ihnen dabei helfen, Fliesen ohne Ausfransen zu schneiden.