Bauen & Renovieren

Garage renovieren und sanieren

Garagensanierung – Garage renovieren, erneuern und modernisieren

garagensanierungDes Deutschen "liebstes Kind" ist und bleibt das Auto. Verständlich, dass er dieses sicher und gut untergebracht wissen möchte. Auf Platz eins steht dafür die Garage. Doch wie jedes Haus, altert auch die Garage und die fehlende Heizung macht sie besonders empfindlich gegen Nässe und Feuchtigkeit. Dringt Regenwasser durch das Dach oder durch eine nicht mehr intakte Fassade in die Wände ein, kann der Putz bei Frost abplatzen und das Mauerwerk weiter schädigen.

Eine Garagensanierung steht an.

Wird eine grundlegende Renovierung der Garage begonnen, sollte ebenso über eine Modernisierung nachgedacht werden. Mit der Entfernung vom alten Putz, der Dachsanierung oder der neuen Garagenbodenbeschichtung, bietet es sich an, neue Leitungen für einen Garagentorantrieb zu verlegen oder gleich das gesamte Garagentor zu ersetzen. Schmutz und Dreck fallen hierbei so oder so an und Installationsarbeiten fallen kaum noch ins Gewicht.

Garagensanierung oder eine neue Betonfertiggarage?

Ein genereller Preisvergleich zwischen der Renovierung einer bestehenden Altgarage und den Bau einer neuen Betonfertiggarage ist grundlegend leider nicht möglich. Hier spielen viele Faktoren, wie der Zustand der bestehenden Garage, den nötigen Sanierungsarbeiten oder den Ausstattungswünsche eine große Rolle.

Mit einer Betonfertiggarage besteht natürlich der Vorteil, dass alle Bauelemente neu sind und die Garage schnell errichtet werden kann. Es sollte jedoch bedacht werden, dass hierfür eine Baugenehmigung erforderlich sein kann, die eine umfassende Planung und nicht unerhebliche Kosten nach sich zieht. Je nach Bundesland können die Vorschriften stark variieren. Informieren Sie sich vorher bei der zuständigen Behörde, um alle Kosten in die Planung einbeziehen zu können. Die Renovierung einer bereits bestehenden Garage erfordert hierbei einen deutlich geringeren Aufwand, kann aber auch die Kosten eines Neubaus übersteigen.

Holen Sie Sich bei der Planung auf jeden Fall Unterstützung von einem Experten, wie Zapf - Die Garage, der Fertiggaragen ebenso anbietet, wie die Sanierung Ihrer Altgarage. Hier können Aufwand und Kosten beider Möglichkeiten direkt gegenübergestellt werden. Es ist wichtig, nicht nur den finanziellen Aspekt zu beachten.

Die Garagenrenovierung umfasst mehrere Punkte

Steht die Sanierung der Garage an, muss in erster Linie abgewogen werden, welche Schritte nötig sind und welche oberste Priorität haben. Ein neues Sektionaltor mit Fernbedienung oder Bewegungsmelder macht wenig Sinn, wenn Wasser durch das Dach rinnt und einen Kurzschluss in der Elektronik verursacht. Der wichtigste Punkt ist daher eine absolut dichte Gebäudehülle. Egal, ob Regenwasser durch das Dach oder die Wände eindringt, es verursacht immer Folgeschäden und enorme Kosten.

Bestandsaufnahme: Was muss saniert und renoviert werden?
Bestandsaufnahme: Was muss saniert und renoviert werden?

Die wichtigsten Punkte nach Priorität:

  1. Dachsanierung: Ist das Dach noch dicht? Bedarf es einer Reparatur oder sind Wartungsarbeiten nötig?
  2. Fassadensanierung: Dringt durch eine defekte Fassade und abgeplatzten Putz Wasser in das Mauerwerk ein?
  3. Garagenbodensanierung: Ist der Garagenboden stabil oder rissig? Bietet er auch bei nassen Reifen genügend Grip?
  4. Garagentor: Bietet das Garagentor ausreichenden Schutz vor einen Einbruch. Besteht Bedarf an einem Garagentorantrieb? Müssen hierfür elektrische Anlagen nachgerüstet oder erneuert werden?

Nach diesen Punkten sollte in erster Linie eine Bestandsaufnahme erfolgen und der erforderliche Zeit- und Kostenaufwand abgeschätzt werden. Ist das hierfür benötigte Budget nicht vorhanden, darf nicht am falschen Ende gespart werden. Ein Garagentorantrieb ist hierbei eher als Luxus zu betrachten und der nachträgliche Einbau kann jederzeit erfolgen. Wird dagegen das undichte Flachdach nicht abgedichtet, entstehen bei einer zu späten Reparatur hohe Folgekosten.

Dachsanierung: Flachdach abdichten

Garagen besitzen fast ausschließlich ein sogenanntes Flachdach mit einer geringen Neigung. Der Vorteil liegt in einer einfachen Bauweise bei geringen Kosten. Je nach Aufbau und den verwendeten Materialien halten Flachdächer 10 Jahre oder auch viel länger. Zur Abdichtung finden Bitumbahnen, EPDM-Dichtungsbahnen, Wellbleche oder Kunststoff-Profilplatten Einsatz.

Dachsanierung durch ein aufgesetztes Pultdach
Dachsanierung durch ein aufgesetztes Pultdach

Der recht flache Neigungswinkel macht das Garagen-Flachdach jedoch schnell anfällig auf Verarbeitungsfehler und kleine Beschädigungen. Mit einem leichten Gefälle läuft Regenwasser nur langsam ab und Wind kann das Wasser sogar entgegengesetzt unter die Dachabdichtung drücken. Daher ist es besonders schwer, Beschädigungen ausfindig zu machen. Diese befindet sich nicht immer dort, wo es im Innenraum der Garage nass ist. Die Hilfe eines Profis ist ratsam.

Die Dachsanierung richtet sich in erster Linie nach der vorhandenen Dachhaut. Besteht die Dacheindeckung aus Profilplatten, können diese bei Beschädigungen einzeln ausgetauscht oder komplett ersetzt werden. Ist eine vorhandene Bitumenbeschichtung beschädigt, muss genau geprüft werden, ob eine weitere Deckschicht ausreichend ist, oder ob die gesamte Eindeckung erneuert werden muss. Die Entscheidung sollte ein Profi treffen. Er hat ein geschultes Auge und kann beurteilen, ob eine weitere Schicht erneut reißen würde oder die untere Schicht sicher abdichtet.

Alternativ lässt sich ein Flachdach mit einem zusätzlichen Dach abdichten. Das neue Pultdach wird mittels einer Unterkonstruktion aus Stahl auf das alte Dach gesetzt und bildet eine wasserdichte Haube. Das hat den Vorteil, dass das alte Dach nicht abgetragen werden muss. Zusätzlich wirkt der Zwischenraum mit seinem Luftpolster wie ein Klimaspeicher. Im Sommer erhitzt die Sonneneinstrahlung nicht mehr direkt dass alte Dach und die Decke der Garage. Die Luftschicht zwischen alter Dacheindeckung und neuem Pultdach wirkt wie eine Dämmung und die erwärmte Luft kann seitlich entweichen. Umgedreht verhindert das Luftpolster im Winter eine zu schnelle Wärmeabgabe über die Dachfläche.

Fassadensanierung: Wände der Garage vor Wassereintritt schützen.

Die Fassadensanierung einer Garage stellt selten eine große Herausforderung dar, ist aber ebenso wichtig, wie das Flachdach abzudichten. Blättert die Farbe ab, kann Regenwasser in die Wand gelangen und die Bausubstanz zersetzen. Im schlimmsten Fall gefrieren im Winter Wasseransammlungen und lassen Putz oder Betonstücke abplatzen.

Fassadensanierung einer Garage
Fassadensanierung einer Garage

Fehlen bereits einzelne Stücke im Putz, Mauerwerk oder der Betonwand einer Betonfertiggarage, so müssen diese Stellen ausgebessert und anschließend die gesamte Wandoberfläche neu versiegelt werden. Handelt es sich lediglich um eine einfach geputzte Wand, können solche Sanierungsarbeiten in Eigenregie ausgeführt werden. Sind jedoch schon deutliche Wasserschäden sichtbar, sollte der Fachmann hinzugezogen werden. Er muss prüfen, inwieweit das Mauerwerk geschädigt ist, ob die Wand von Schimmel befreit werden muss oder eine Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit nötig wird.

Entscheidend nach einer erfolgreichen Erneuerung der Garage, ist vor allem der verwendete Anstrich. Hier sollte keinesfalls am falschen Ende gespart werden. Je zuverlässiger der Anstrich vor eindringender Feuchtigkeit schützt, desto besser ist die Haltbarkeit der dahinter liegenden Bauelemente. Die verwendete Farbe sollte daher einerseits wasserabweisend, anderseits jedoch diffusionsoffen sein, damit vorhandene Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen kann. Gut geeignet ist hierfür Silikon-Fassadenfarbe, die auch im gewünschten Farbton angemischt werden kann.

Garagenbodensanierung: Ein fester Boden mit gutem Grip

Auch wenn der Garagenboden die Bausubstanz nicht direkt beeinflusst, so ist er jedoch enorm wichtig. Einerseits bietet eine glatte Bodenfläche eine solide Basis, um eine Garage auch zum Heimwerken einzurichten, anderseits muss ein Garagenboden besondere Eigenschaften erfüllen.

Ein Garagenboden muss frostsicher und rutschfest sein.
Ein Garagenboden muss frostsicher und rutschfest sein.
  • frostsicher
  • benzin- und ölfest
  • wasserfest
  • rutschhemmend
  • abriebfest

Nicht viele Bodenbeschichtungen erfüllen alle diese Eigenschaften. Infrage kommen hauptsächlich Fliesen und Garagenbodenbeschichtungen auf Epoxidharzbasis.

Eine Fußbodenbeschichtung mit Epoxidharz erfordert einiges an Grundwissen und sollte dem Fachmann überlassen werden. Er weiß genau, wie der Untergrund beschaffen sein muss und wie er für die Beschichtung vorbereitet werden muss. Hinzu kommt, dass viele Garagenbodenbeschichtungen aus zwei Komponenten bestehen, gemischt werden müssen und daher nur eine geringe Verarbeitungszeit bieten. Zeit zum Üben oder Probieren besteht eher nicht.

Bei der Verlegung von Fliesen stehen vor allem zwei Dinge im Vordergrund – die richtige Fliesenwahl und eine perfekte Verlegung. Perfekt bedeutet in diesem Fall, dass die Fliesen vollflächig mit dem Boden verklebt werden müssen, um Hohlräume zu vermeiden. Erreicht wird eine solche Verklebung durch das Buttering-Floating-Verfahren, bei dem sowohl auf dem Boden, als auch auf der Fliese der Fliesenkleber mit einer Zahnkelle aufgetragen wird. Hierdurch steht ausreichend Fliesenkleber zur Verfügung, sodass auch kleine Unebenheiten ausgefüllt werden.

Um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten und auch bei nassen Reifen eine gute Bremswirkung zu sichern sind folgende Angaben der Fliesen wichtig:

Abriebsklasse Mit der Abriebsklasse 1 bis 5 wird die mögliche Nutzung und damit der Einsatzbereich definiert. Für Garagenböden sollte nur die höchste Abriebsklasse 5 genutzt werden.
Rutschhemmung Zur Prüfung der Rutschhemmung werden Fliesen leicht geölt und ihre Sicherheit bei geneigter Bodenfläche geprüft. Die Angaben für den gewerblichen Bereich erstrecken sich von R9 bis R13. Je größer der Wert, desto sicherer kann auch auf nassen Fliesen gebremst werden. Eine Rutschhemmung von R10 sollte mindestens gegeben sein.

Garagentor: Welche Bauform? Mit Torantrieb oder ohne?

Auch wenn das Garagentor selten der ausschlaggebende Punkt einer Garagensanierung ist, bleibt es doch ein beliebtes Thema der Garagenbesitzer. Ist das Garagentor doch das Aushängeschild einer guten Garage. Und es hat schon einen Hauch von Luxus, mit dem Auto vorzufahren, während sich das Garagentor automatisch öffnet.

Ob das Garagentor im Zuge der Sanierung erneuert wird, hängt natürlich vom aktuellen Zustand ab. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, die Vor- und Nachteile einer neuen oder anderen Garagenöffnung abzuwägen. Verschiedene Bauformen bieten verschiedene Vor- und Nachteile.

Garagentor- Bauform Vorteile Nachteile
Flügeltüren
  • günstig in der Anschaffung
  • einfache Pflege und Wartung
  • sehr stabile Ausführung möglich
  • sehr große Öffnung möglich
  • beansprucht keinen Platz in der Garage
  • Lichteinlässe möglich
  • leicht abzudichten und zu dämmen
  • benötigt viel Platz vor der Garage
  • nicht für kurze Einfahrten geeignet
  • lässt sich nur schwer mit einem Garagentorantrieb ausstatten
  • reagiert geöffnet empfindlich auf Wind
Rolltor
  • benötigt keinen Platz vor der Garage
  • Fahrzeug kann direkt vor dem Tor abgestellt werden
  • besitzt in vielen Fällen bereits einen elektrischen Antrieb
  • leicht mit einem Torantrieb auszustatten
  • benötigt ausreichend Platz oberhalb der Garagentoröffnung
  • ist bei Stromausfall nur umständlich zu öffnen
  • erhöhter Pflege- und Wartungsaufwand
  • bedingte Wärmedämmung möglich
Sektionaltor
  • benötigt keinen Platz vor der Garage
  • Fahrzeug kann direkt vor dem Tor abgestellt werden
  • leicht mit einem Torantrieb auszustatten
  • Lichteinlässe im Tor möglich
  • benötigt ausreichend Platz oberhalb der Garagentoröffnung und an der Garagendecke
  • erhöhter Pflege- und Wartungsaufwand
  • bedingte Wärmedämmung möglich
  • komplizierter Einbau
Schwingtor
  • benötigt geringen Platz vor der Garage
  • mit einem Torantrieb auszustatten
  • Lichteinlässe im Tor möglich
  • massive Ausführung möglich
  • benötigt ausreichend Platz an der Garagendecke
  • erhöhter Pflege- und Wartungsaufwand
  • Platzbedarf vor der Garage beim Öffnen schwer einzuschätzen
  • Öffnen und Schließen von Kindern nur schwer möglich und mitunter gefährlich
  • komplizierter Einbau
Einbau eines Schwingtores in eine Garage.
Einbau eines Schwingtores in eine Garage.

Welche Bauform bevorzugt wird, muss der Garagenbesitzer für sich entscheiden, da jede Variante unterschiedliche Vorzüge bietet. Dass ein Schwingtor besser als ein Sektionaltor ist oder das Rolltor besser als Flügeltüren, kann nicht ohne weiteres festgelegt werden. Häufig entscheidet der vorhandene Platz über die verwendete Variante.

Soll das neue Garagentor mit einem Garagentorantrieb ausgestattet werden, spielt die Bauform des Tores eine nicht unerhebliche Rolle. Fällt der Strom mal aus, lässt sich nicht jedes Garagentor von außen öffnen. Möchte man dennoch an sein Fahrzeug gelangen, ist mitunter ein zusätzlicher Eingang durch eine Tür nötig. Während sich Flügeltüren immer von außen öffnen lassen, wird es bei einem Sektional- oder Schwingtor schon schwieriger und bei einem Rolltor unmöglich. Lassen Sie sich hierzu sehr genau beraten oder planen Sie vorsorglich eine zusätzliche Tür in der Garage ein.

Garage erneuern – der Vorher-Nachher-Effekt

Eine Garage zu erneuern bedeutet einen enormen Arbeitsaufwand und nicht unerhebliche Kosten. Umfassende Informationen und vor allem eine gute Beratung sind daher wichtig. Wenden Sie sich an einen Experten, der sein Fach versteht und lassen Sie sich vorher einen Plan zu allen nötigen Arbeiten und den Kosten der Garagensanierung aufstellen.

Eine komplett sanierte Garage erstrahlt in neuem Glanz. Im gezeigten Beispiel wurde das Flachdach abgedichtet, ein Dachrand angebracht, die Fassade erneuert und das Schwingtor ausgetauscht.
Eine komplett sanierte Garage erstrahlt in neuem Glanz. Im gezeigten Beispiel wurde das Flachdach abgedichtet, ein Dachrand angebracht, die Fassade erneuert und das Schwingtor ausgetauscht.

Der Aufwand einer Sanierung lohnt fast immer. Eine Garagenerneuerung kann den Originalzustand wieder herstellen und Ihre Garage ist für viele Jahre gegen Umwelteinflüsse geschützt. Ein weitere Beschädigung der Bausubstanz durch Nässe, Wind oder Sonne kann anschließend zu 100 % ausgeschlossen werden und der Vorher-Nachher-Effekt schmeichelt auch dem Auge.

 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,7/5 aus 6 Bewertungen
 
Kommentare
Noch keine Kommentare vorhanden Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Garage renovieren und sanieren.
Neuen Kommentar veröffentlichen