Kaufberatung zum Nivelliergeräte Test bzw. Vergleich 2021

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Nivelliergerät sorgt für Präzision – und zwar im Gegensatz zu einer Wasserwaage auch über weitere Distanzen hinweg.
  • Beim Vergleich der Kaufkriterien sind die Werte des Fernglases und des Kompensators entscheidend für die Distanz und die Messgenauigkeit.
  • Bei den gängigsten Nivelliergeräte-Typen handelt es sich um optische Modelle, die die Werte in Grad oder Gon angeben und nach IP 54 oder IP 56 klassifiziert sind.

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In Deutschland legen immer mehr Menschen selbst Hand an, greifen zum Werkzeug und betätigen sich als Heimwerker. Bei Bauprojekten kommt es dann sehr darauf an, dass alles gerade ist. Um Höhenunterschiede präzise zu messen, gibt es Nivelliergeräte mit Laser. Ein optisches Nivelliergerät misst nicht nur den Höhenunterschied, sondern auch Distanzen. Das Nivelliergerät kommt bei vielen verschiedenen Arbeiten zum Einsatz. Sie können mit einem Nivelliergerät Fliesen verlegen oder führen exakte Pflasterarbeiten mit dem Nivelliergerät aus. Nivelliergeräte sind auf Baustellen und bei der Landvermessung unbedingt notwendig.

Doch worauf kommt es an, wenn Sie ein Nivelliergerät kaufen möchten? Laut diversen Nivelliergeräte-Tests im Internet liefern die Hersteller zuverlässige Informationen zu Größe, Gewicht, Design und Farbe der Geräte. Auch Hinweise, ob weiteres Zubehör mit dabei ist und ob dieses – im besten Fall – in einem Koffer ordentlich verstaut werden kann, liefern die Hersteller zu ihren Marken. Darüber hinaus konnte die Redaktion von Heimwerker.de diverse Kaufkriterien recherchieren, die das Fernglas und den Kompensator betreffen.

In der folgenden Kaufberatung 2021 erklären wir Ihnen unter anderem, dass ein Blendendurchmesser über 40 mm, ein Zoom über 30, eine Mindestmessstrecke von 0,3 m und eine Nivelliergenauigkeit zwischen 1,6 mm auf 0,03 km die besten Nivelliergeräte auszeichnet. Bezüglich des Kompensators gilt: Der Arbeitsbereich sollte bei 15 liegen, die Genauigkeit bei etwa 0,5 Sekunden.

Hinweis der Heimwerker.de-Redaktion: Alte Nivelliergeräte haben keinen Laser. Der Aufbau der Nivelliergeräte ist den modernen dennoch sehr ähnlich. Sie stehen auf einem höhenverstellbaren Dreifuß und haben ein drehbar gelagertes Fernrohr mit Fadenkreuz zum genauen Ausrichten.

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Die Nivellierlatte ist ein Standard-Zubehör bei einem Nivelliergeraete-Set.

1. Wie wird die Funktion eines Nivelliergeräts in Tests im Internet beschrieben?

Ein Nivelliergerät-Set besteht aus einer Messlatte, einem Stativ und dem Nivelliergerät. Das bewegliche Zielfernrohr am Nivelliergerät mit Rotationslaser lässt sich um 360 Grad drehen. Es ist auf einem Nivelliergerät mit Stativ installiert und exakt waagerecht ausgerichtet. Diese Bauart ist wichtig für die korrekte Funktion eines Nivelliergeräts.

Bei einem Nivelliergerät mit Rotationslaser rotiert ein Laserpunkt in hoher Geschwindigkeit, sodass eine Scheibe im Raum sichtbar wird. Die Sichtbarkeit lässt sich verbessern, indem Sie die Rotationsgeschwindigkeit ein wenig reduzieren oder einen kleineren Kreisdurchmesser wählen.

Zum Nivellieren ist noch eine Nivellierlatte notwendig. Diese Latten sind mehrere Meter lang und mit einer Zentimetereinteilung versehen wie bei einem Zollstock. Zum Nivellieren richten Sie die Nivellierlatte genau senkrecht auf dem zu vermessenden Punkt auf. Dann schauen Sie durch das justierte Fernrohr. Im Fadenkreuz des Fernrohrs wird ein Wert angezeigt, der den Abstand zwischen der Latte und dem angepeilten Punkt angibt.

Das Nivelliergerät funktioniert im Grunde wie eine Wasserwaage. Dort, wo die Wasserwaage an ihre Grenzen stößt, weil die zu messenden Punkte zu weit auseinanderliegen, ist das Nivelliergerat richtig. Ein Nivelliergerät zu bedienen, ist gar nicht so schwer. Am besten lesen Sie dabei zunächst die Beschreibung des Nivelliergeräts.

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Wenn das Nivelliergerät richtig aufgebaut wurde, kann eine präzise Messung erfolgen.

Und so funktioniert der Aufbau eines Nivelliergeräts in der Praxis:

  1. Beim Aufstellen des Nivelliergeräts beginnen Sie mit dem Stativ. Mithilfe der Libelle, die im Gerät eingebaut ist, und den verstellbaren Standfüßen richten Sie das Nivelliergerät exakt gerade aus.
  2. Dann stellen Sie die Nivellierlatte im gewünschten Abstand senkrecht auf und visieren sie durch das Zielfernrohr an.
  3. Zum Justieren des Nivelliergeräts fokussieren Sie nun das Lattenbild und stellen es mit dem Fokussierknopf scharf. Wenn Lattenteilung und Fadenkreuz sich nicht mehr gegeneinander verschieben, auch wenn Sie aus verschiedenen Blickwinkeln draufschauen, ist die Justierung abgeschlossen.
  4. Danach können Sie mit der Messung beginnen.

Wenn sich das Gerät nicht mehr richtig justieren lässt, sollten Sie Ihr Nivelliergerät prüfen lassen.

2. Für welche Anwendungen eignen sich Nivelliergeräte?

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Im Bauwesen ist ein Nivelliergerät nicht wegzudenken.

Heimwerker haben eher selten optische Nivelliergeräte mit Laser (Rotationslaser oder Linienlaser). Sie sind verhältnismäßig teuer. Im gewerblichen Bereich kommen Nivelliergeräte zur Anwendung, die im Außenbereich Verwendung finden.

  • Nivelliergeräte im Bauwesen: Sie kommen in vielen Bereichen am Bau zum Einsatz: zum Verlegen der Leitungen für die Gebäudetechnik und für die sanitären Anlagen, beim Fundamentbau oder beim Fliesenlegen.
  • Nivelliergeräte im Vermessungswesen: Landvermesser nutzen Nivellierer oder Profi-Nivelliergeräte zur Höhenmessung und zum präzisen Kartieren. Im Outdoorbereich müssen die Geräte auf große Distanzen von mehr als 50 m und unter sehr unterschiedlichen Lichtverhältnissen funktionieren.

3. Welche Arten von Nivelliergeräten gibt es?

In diversen Nivelliergeräte-Tests im Internet wird meist in drei Modellvarianten für Handwerker unterschieden: in manuelle Nivelliergeräte, Nivelliergeräte mit Selbstnivellierung und Nivelliergeräte mit Lotfunktion. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Eigenschaften der Geräte:

Nivelliergerät-Typ Eigenschaften
Manuelles Nivelliergerät

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  • Basisvariante
  • Ausrichtung erfolgt manuell mit einer Wasserwaage
  • sehr präzise Arbeiten schwer möglich
  • kaum Zeitersparnis
Nivelliergerät mit Selbstnivellierung

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  • richtet sich selbsttätig aus
  • projiziert eine exakt horizontale und eine exakt vertikale Linie
  • exakter als die Wasserwaage
Nivelliergerät mit Lotfunktion

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  • zusätzlich zur Selbstnivellierung mit Lotfunktion ausgestattet
  • projizieren zum Kreuz jeweils einen Punkt auf den Boden und auf die Decke, hilfreich beim zentralen Anbringen einer Deckenlampe oder für den Einbau von Trockenbauwänden
  • Raum lässt sich besser einteilen
  • Hobby-Handwerker brauchen die Lotfunktion eher selten

4. Was ist beim Kauf eines Nivelliergeräts zu beachten?

Je nach Aufgabenstellung muss ein Nivelliergerät unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Am besten sind Nivelliergeräte-Sets. Darin haben Sie alles, was Sie zum Arbeiten mit Ihrem neuen Nivelliergerät brauchen, in einem Koffer parat. Im Design unterscheiden sich die verschiedenen Geräte nur geringfügig. Die Farbe ist meist mit einem bestimmten Hersteller assoziiert.

Preisinformation der Heimwerker.de-Redaktion: Die folgenden Faktoren wirken sich natürlich auf den Preis aus. Ein gutes Nivelliergerät von Bosch mit 20-facher Vergrößerung und einer Abweichung von 3 mm auf 30 m kostet etwa 180 Euro. Damit sind weniger präzise Arbeiten möglich. Das teurere Modell kostet etwa 240 Euro. Es ist jedoch mit einem 32-fachen Zoom ausgestattet und mit 1 mm Abweichung auf 30 m wesentlich präziser.

4.1. Worauf ist bei Zoom und Blendendurchmesser zu achten?

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Der Zoom ist für eine gute Sicht und genaue Messergebnisse verantwortlich. Mit einem großen Blendendurchmesser ist das Bild besonders kontrastreich.

Ein Nivelliergerät mit einer besonders starken Vergrößerung bzw. mit Zoom bietet eine gute Sicht und ermöglicht genaue Messergebnisse.

In fassbaren Werten ausgedrückt bedeutet das: Ein 26- oder 28-facher Zoom zeichnet ein Nivelliergerät im Mittelfeld aus. Einen 32-fachen Zoom haben die besten Nivelliergeräte.

Mit einem großen Blendendurchmesser ist das Bild besonders kontrastreich.

Ab einem Durchmesser von 35 Millimetern ist von einem „großen“ Blendendurchmesser die Rede. Die besten Nivelliergeräte kommen hier auf 40 Millimeter Blendendurchmesser. Auf größere Distanzen macht diese Eigenschaft einen wichtigen Unterschied.

4.2. Wie ist es um die Messgenauigkeit bestellt?

Die Messgenauigkeit der verschiedenen Nivelliergeräte ist auf den Geräten immer angegeben. Die Abweichung ist in Millimeter auf eine bestimmte Distanz bezogen. Besonders gute Werte haben dabei die Nivelliergeräte von Nedo mit 1,5 mm Abweichung auf 1 km oder die Nivelliergeräte von Leica mit einer Abweichung von 1,8 mm auf 1 km.

Info: Grad oder Gon? Auf jedem Nivelliergerät befindet sich eine Skala rund um das Gerät, auf der Sie ablesen können, welcher Winkel zwischen Skala und Fernrohr vorliegt. Diese Skala ist entweder in Grad oder Gon eingeteilt. Grad teilt einen Kreis in 360 Einheiten. Gon teilt einen Kreis in 400 Einheiten. In welcher Einheit Sie lieber arbeiten, ist jedem selbst überlassen. Wenn Sie allerdings mit mehreren Messgeräten arbeiten, sollen alle in der gleichen Einheit sein. Das erspart viel zusätzliche Rechnerei beim Umrechnen von der einen in die andere Einheit.

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Ein Nivelliergerät kommt meist im Freien zum Einsatz. Deswegen ist eine hohe Schutzklasse besonders wichtig.

4.3. Welche Schutzklasse wird für Nivelliergeräte empfohlen?

Die Schutzklasse wird wie bei vielen anderen Geräten unter der Kennung IP angegeben. Die Angabe der Schutzklasse gibt Auskunft darüber, unter welchen Bedingungen Sie das Gerät nutzen können, ohne dass es beschädigt wird. Je höher die IP-Klasse eines Nivelliergerätes ist, umso robuster ist das Nivelliergerät, wenn es außen zum Einsatz kommt.

In diversen Nivelliergeräte-Tests im Internet wird meist in diese beiden Schutzklassen unterschieden:

Schutzklassen-Typ Eigenschaften
IP 54

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  • staubgeschützt
  • Schutz gegen Spritzwasser von allen Seiten
  • vollständig gegen Berührung geschützt
IP 56

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  • staubgeschützt
  • vollständig gegen Berührung geschützt
  • gegen Strahlwasser geschützt

4.4. Welches Zubehör zum Nivelliergerät ist sinnvoll?

Zum Stativ

Falls Sie ein Stativ nachkaufen müssen, achten Sie unbedingt darauf, dass das Gewinde kompatibel ist. Notfalls brauchen Sie noch einen Adapter.

Ein Nivelliergerät muss nicht nur bestimmte Eigenschaften erfüllen. Erst das richtige Zubehör macht die Geräte komplett. Für guten Halt brauchen Sie ein Nivelliergerät mit stabilem Stativ. Steht das Nivelliergerät nicht sicher, kann das Messfehler zur Folge haben.

Ein weiteres Zubehörteil, das in diversen Nivelliergeräte-Tests im Internet regelmäßig gelobt wird, ist die sogenannte Präzisions-Nivellierlatte. Wenn Sie sich für den Kauf dieses Zubehörs entscheiden, sollten Sie diese Vor- und Nachteile kennen:

    Vorteile
  • mit Millimetereinteilung
  • resistent gegen Längenänderungen durch Temperaturschwankungen
  • reduziertes Risiko von Messungenauigkeiten und Messfehlern
    Nachteile
  • höherer Preis
  • muss immer extra gekauft werden, gehört nicht zum Standard-Zubehör von Nivelliergeräten
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Auch wenn ein Nivelliergerät eigentlich von der Baustelle bekannt ist, kann es dem Heimwerker auch beim Pflastern und Fliesen helfen.

5. Häufige Fragen und Expertenantworten rund um den Nivelliergeräte-Vergleich

5.1. Wie lässt sich überprüfen, ob der Laser noch exakt eingestellt ist?

Durch Vibrationen und Stöße beim Transport oder durch etwas unsanfte Behandlung kann sich der Laser verstellen. Vor der Benutzung sollten Sie deshalb das Nivelliergerät überprüfen und ein paar Testmessungen vornehmen. Nur so ist eine konstant gute Leistung des Lasers gewährleistet.

5.2. Ist es möglich, das Nivelliergerät selbst zu kalibrieren?

Sie können mit einem kleinen Test herausfinden, ob Ihr Nivelliergerät tatsächlich so genau misst, wie der Hersteller es angegeben hat, also ob sich die Messwerte im Toleranzbereich bewegen. Wollen Sie Ihr Nivelliergerät allerdings ganz neu kalibrieren, sollten Sie das Nivelliergerät fachmännisch prüfen lassen.

5.3. Welche Hersteller und Marken bieten gute Nivelliergeräte?

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Mit einem Nivellierungsgeräte-Set von einem namhaften Hersteller können Sie direkt loslegen. Sie brauchen dann kein weitere Zubehör.

Bei optischen Messinstrumenten haben sich einige Hersteller einen Namen gemacht. Dazu gehören Zeiss, Leica, Quante, Nedo, Theis, Lehmann, Nestle und Bosch.

Seitens der Stiftung Warentest gibt es weder einen Tipp noch einen ausgewiesenen Nivelliergeräte-Testsieger. Die Verbraucherschützer haben noch keinen entsprechenden Nivelliergeräte-Test unternommen.

5.4. Was wiegt ein Nivelliergerät?

Nivelliergeräte sind nicht schwer und lassen sich daher leicht mit zur Baustelle nehmen. Die meisten Geräte haben abhängig von der Größe ein Gewicht zwischen 1 und 2,5 kg.

5.5. Was kostet ein Nivelliergerät?

Nivelliergeräte gibt es in ganz verschiedenen Preis- und Qualitätsstufen. Die günstigen Nivelliergeräte fangen bei etwa 100 Euro an. Sie eignen sich für kurze Distanzen. Sie sind ideal für Hobby-Handwerker. Die mittlere Preisklasse liegt bei 100 bis 200 Euro. Nivelliergeräte für Profi-Handwerker haben eine höhere Nivelliergenauigkeit. In der oberen Preisklasse ab 200 bis über 1000 Euro finden Sie Nivelliergeräte für die Landvermessung und Kartierung.

Weder die günstigen Nivelliergeräte und schon gar nicht die Produkte aus den teuren Kategorien finden Sie bei Discountern wie Aldi oder Lidl. Wir empfehlen Ihnen stattdessen, das Nivelliergerät nach einem Blick in den Nivelliergeräte-Vergleich zu kaufen. Eine derart übersichtliche Vergleichsoption finden Sie im stationären Handel nicht.