Kaufberatung zum Werkstattwagen Test bzw. Vergleich 2019

  • Werkstattwagen sind rollende Werkzeugschränke mit vielen Fächern und Sortierkästen für Werkzeug aller Art. Sie werden daher auch Werkzeugwagen genannt.
  • Werkzeugwagen bestehen aus Metall und haben auf der Oberseite entweder eine Holzplatte oder eine metallene Ablagefläche.
  • Es gibt Werkstattwagen in Kommodenform mit Schubladen und welche in Trolleyform mit Modulen aus einzelnen Werkzeugkisten.

werkstattwagen test

1. Der Werkzeugwagen: Treuer Helfer in einsamen Montagehallen

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Immer dort, wo man ihn haben will: der Werkstattwagen.

Damit Monteure in den oft weiten Hallen nicht beständig hin und her rennen müssen oder gewaltige Werkzeugkoffer herumschleppen, gibt es Werkzeug in Wagen.

Aber der Werkstattwagen ist auch optimal für private Werkstätten, da er eine riesige Auswahl an Werkzeug aufnimmt und sie schnell wie komfortabel bereithält. Ein Werkzeugwagen, gut gefüllt, entlastet unter anderem auch die Schränke Ihrer Werkbank.

So wird beispielsweise dort Platz für Dübel, Kabel und Schrauben frei. Wer noch eine passende Werkbank oder einen Werkstatttisch sucht, wird in unserem Werkbank-Vergleich fündig:

2. Trolley oder Kommode?

Zwei Typen von Werkzeugwagen lassen sich ausmachen: Klassische Werkstattwagen, die hauptsächlich für den Einsatz innerhalb einer Werkstatt konzipiert sind, und Werkzeugtrolleys, die Handwerker in Außeneinsätzen begleiten. Beide stellen wir Ihnen kurz vor:

Werkzeugwagen-Typ Besonderheiten

klassischer Werkstattwagen

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  • massive Metallkommode
  • besonders robust
  • ausziehbare Schubfächer
  • meist abschließbar
  • vier Rollen
  • auf der Oberseite eine Ablagefläche (häufig mit erhöhten Rändern)

optimal für:

  • Autowerkstätten
  • alle Kategorien von Montagestätten

Werkzeugtrolley

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  • großer Trolley
  • ausfahrbarer Trolley-Griff
  • besonders mobil
  • besteht aus gestapelten Werkzeugkisten
  • häufig aus Kunststoff und Metall

optimal für:

  • Handwerker im Außeneinsatz

3. Kaufberatung für die besten Werkstattwagen

3.1. Typen-Frage

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Ein bestückter Werkstattwagen lässt nur wenige Wünsche offen.

Die grundsätzliche Frage, die Sie sich hier stellen sollten, lautet: mobil oder Werkstatt? Die Trolley-Werkstattwagen sind besonders mobil und lassen sich wie ein großer, rollender Werkzeugkoffer mitnehmen.

Die klassischen Modelle sind eher auf die Werkstatt begrenzt und lassen sich nur schwer über Türschwellen manövrieren.

3.2. Werkzeugwagen bestückt oder leer?

Werkstattwagen gibt es leer oder mit Werkzeug bestückt. Vorteil eines gefüllten Werkstattwagens ist, dass die Auswahl optimal auf die Schubladen eingepasst wurde. Mit einem Schlag haben Sie so eine umfassende Werkstattausstattung. Jedoch ist der Werkzeugwagen mit Werkzeug in der Regel kein günstiges Vergnügen.

Wer bereits viel Werkzeug hat, das er ordentlich sortiert wissen möchte, wird mit einem leeren Wagen glücklicher. Hier müssen unter Umständen Schubladen-Einlagen und -Fächer neu gekauft oder selbst gebaut werden. Pro Schubfach schwanken die Kosten im Bereich zwischen 20 bis 30 Euro.

Vor- und Nachteile eines bestückten Werkzeugwagens gegenüber einem leeren:

  • umfassende Auswahl
  • Teile passen perfekt in Schubladen
  • Garantie umfasst auch Werkzeug
  • teuer
  • kein Platz für zusätzliches Werkzeug

3.3. Material und Gewicht

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Wenn jede Schublade mit mindestens 10 kg belastet ist, kommen schnell mehr als 70 kg zusammen.

Die meisten Werkzeugwagen sind aus Metall, doch einige Modelle haben auch Schubladen oder eine Auflage aus Kunststoff. Das macht sie zwar leichter, aber auch anfälliger für Schäden. Ein leichter Werkzeugwagen ist nur von Vorteil, wenn Sie ihn für Außeneinsätze brauchen; innerhalb der Werkstatt ist das Gewicht irrelevant.

Maximales Tragegewicht

Wie es um die maximale Belastbarkeit des Werkzeugwagens steht, verrät die Angabe des Maximal-Gewichtes. Diese Angabe gibt nicht jeder Hersteller preis. Sofern sie angegeben ist, darf sie 70 kg nicht unterschreiten, schließlich sollen in den rollenden Werkzeugkoffer viele schwere Werkzeuge aus Metall passen.

Kraftprotz: Potenzielle Werkstattwagen-Testsieger müssen mindestens 200 kg stemmen können. Einige Hersteller geben sogar die Tragkraft der einzelnen Schubladen an.

3.4. Schubfächer und Einlagen

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Messen Sie vorher aus, ob genügend Platz für Ihr Werkzeug vorhanden ist.

Soll ein leerer Werkstattwagen mit Ihrem gebrauchten Werkzeug gefüllt werden, überprüfen Sie vorher, wie viel Volumen das Werkzeug einnimmt. Für Ihren eigenen Werkzeugwagen-Test können Sie beispielsweise Pappkartons in Form der Schubladen Ihres zukünftigen Werkstattwagens formen. So sehen Sie schnell, ob der Werkstattwagen Ihrer Wahl auch Ihrem Bedarf gerecht wird.

Empfehlenswert sind Schubladen aus Metall. Einige Ausführungen bestehen zwar aus robustem Kunststoff, Metall wird jedoch länger halten. Profi-Werkzeugwagen sind meist komplett aus Metall. Führt er ein besonders großes Fach, dann ist der Werkstattwagen optimal für Elektrowerkzeuge.

3.5. Abschließbar

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Gerade im Außeneinsatz ist ein abschließbarer Werkzeugtrolley wichtig.

Ein gefüllter Werkstattwagen ist nicht günstig und sein Inhalt ebenso nicht. Wer besonders wertvolles Werkzeug gut gesichert wissen will, der sollte ein abschließbares Modell wählen.

Gerade wenn die großen rollenden “Werkzeugkoffer” mobil sind, ist es wichtig, dass im Außeneinsatz kein Langfinger Ihre beste Bohrmaschine aus dem Werkzeugtrolley entwendet.

3.6. Seitliche Ablage

Neben der Ablage auf der Oberseite des Werkstattwagens bieten einige Modelle auch seitliche Ablagen. In der zusätzlichen Ablage befinden sich Halterungen für Werkzeug. Wer bestimmte Gerätschaften häufiger braucht als andere, wird sie mit dieser seitlichen Halterung sofort griffbereit haben. Außerdem bleibt so die obere Ablage für Schrauben oder lose Bits frei.

bgs-werkstattwagen-aufsatz-2Erweiterung: Wer erst nachträglich feststellt, dass die Fächer seines Werkstattwagens nicht ausreichen, kann aufstocken. Es gibt Werkzeugkisten, die sich als Aufsatz für Werkstattwagen eignen.

4. Fragen rund um den Werkzeug-Rollwagen

4.1. Eignet sich eine rollende Werkbank als Werkstattwagen?

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Werkbänke mit Rollen sind zwar mobil, aber nicht so flexibel einsetzbar wie Werkstattwagen.

Rollende Werkbänke sind nur bedingt als Werkstattwagen praktisch: Werkbänke sind in der Regel sperrig und hauptsächlich dafür konzipiert, einen sicheren Untergrund für Werkarbeiten zu bieten. Meist rollen diese Werkbänke nur langsam und haben keinen Griff zum Ziehen.

Werkstattwagen haben in der Regel einen breiten Griff zum Manövrieren und rollen selbst mit hohem Gewicht noch leichtgängig. Außerdem bieten die fahrbaren Werkzeugwagen rundherum Halterungen für Zangen, Drehmomentschlüssel oder Schraubendreher.

4.2. Welche Werkzeuge sind im Werkstattwagen?

Wer einen Werkstattwagen bestückt kaufen will, der sollte darauf achten, welches Werkzeug in dem kleinen Wagen mitgeliefert wird, denn hierfür gibt es keine Norm.

Einige namhafte Werkzeughersteller bringen ihre eignen Werkstattwagen gefüllt in den Handel. So gibt es beispielsweise Hazet-Werkstattwagen oder Gedore-Werkstattwagen. Diese Wagen sind mit den jeweiligen Marken-Produkten der Hersteller bestückt.

4.3. Gibt es lose Werkzeugeinsätze für Werkstattwagen?

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Einen der ersten Werkzeugwagen brachte der deutsche Werkzeug-Hersteller Hazet im Jahr 1965 auf den Markt. In seinem historischen Produktkatalog wird der “Hazet Assistent” auch als “Werkzeug-, Material- und Montagewagen” bezeichnet.

Das historische Modell sah aktuellen Montagewagen ähnlicher als den uns bekannten Werkstattwagen. Der “Hazet Assistent” sortierte das Werkzeug in kleinen Metallwannen statt in Schubfächern.

Im Online-Handel finden sich lose Werkzeugeinsätze für ungefähr 30 Euro. Die Einlagen bestehen entweder aus Schaumstoff oder hartem Kunststoff.

Bei den Einlagen ist Qualität nicht so wichtig. Sie können hier getrost bei Angeboten in Discountern wie Aldi oder Kaufland zuschlagen. Achten Sie aber auf den Umfang der Einlagen, ob diese auch in die Schubfächer ihres leeren Werkzeugwagens passen.

4.4. Kann man einen Werkstattwagen selber bauen?

Wem die Modelle von Würth, Mannesmann, Meister oder Wisent nicht zusagen, kann auch seinen eigenen Werkstattwagen kreieren. Allerdings stehen Kosten für Einzelteile und Aufwand nicht im Verhältnis zum Endergebnis.

Sie werden mit einem fertigen Werkstattwagen, egal ob leer oder bestückt, günstiger davonkommen und in unserem Werkstattwagen-Vergleich 2019 bestimmt fündig. Zuverlässige Werkstattwagen-Tests finden sich im Internet kaum. Auch “Allround-Tester” wie die Stiftung Warentest haben bisher keinen Werkstattwagen-Test im Sortiment.


Riccardo Düring

Riccardo Düring

Ausbildung im Metallbereich, ambitionierter Heimwerker mit einem Hang zu technisch verspielten Projekten. Blogger und Produkttester aus Leidenschaft.