Kaufberatung zum Drechselbank Test bzw. Vergleich 2019

  • In Drechselbänke werden Holzstücke eingespannt, die sich darin schnell drehen. Mit einem Drechselmeißel kann man während des Drehens Vertiefungen und Verzierungen einritzen.
  • Drechselbänke heißen auch Drehbänke, Holzdrehbänke oder Tischdrehbänke. Im Gegensatz dazu sind sogenannte “Drehmaschinen” nur für das Bearbeiten von Metall gedacht.
  • Drechselbänke unterscheiden sich in ihrer Größe: Einige sind groß genug für Möbelteile und einige sind so klein, dass sie sich ideal für Modellbau eignen.

drechselbank test

1. Teures Spielzeug oder ein Muss für Heimwerker: die Drechselbank

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Filigrane Formen wie Eierbecher oder Schalen lassen sich mit Drechselbänken aus Holzklötzen schneiden.

In einer Drechselbank lassen sich nicht nur aus Holzstäben schöne geschwungene Tischbeine zaubern, sondern auch kurze Holzgegenstände verzieren. Filigrane Linien schneiden sich leicht in kleine Holzschalen und Vasen.

Breite und Tiefe der Schnitte werden mit Drehbänken so exakt, dass die Ergebnisse mit denen der Profis konkurrieren. Wer also in seiner Werkstatt noch Platz hat und regelmäßig die Verwandtschaft mit selbstgemachten Kunstwerken beglückt, sollte unbedingt ein Modell aus unserem Drechselbank-Vergleich 2019 wählen.

2. Welcher Drechselbank-Typ sind Sie?

Unter den Drechselbänken gibt es keine verschiedenen Arten oder Typen. Allerdings unterscheiden sich die Maschinen in ihrer Größe beziehungsweise in der Größe der Werkstück-Aufnahme. Bevor Sie bei ihrem eignen Drehbank-Test merken, dass die Maschine zu klein für Ihre Zwecke ist, stellen wir Ihnen im Folgenden exemplarische Anwendungsgebiete vor:

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Große Drechselbänke schaffen ganze Tischbeine (Hier im Bild die Record Power 305).

2.1. Der Tischler

Wer Beine für Tische und Stühle in Form bringen möchte, der braucht eine möglichst große Drechselbank. Eine Werkstückaufnahme ab 1.000 Millimeter ist groß genug für Möbelteile. Je größer die Aufnahme, desto professioneller können Sie damit schreinern.

Für ein Tischbein brauchen Sie beispielsweise mindestens 500 bis 700 Millimeter Werkstückaufnahme.

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Die abgebildete Drechselbank DB 450 von Holzstar ist ein Vertreter der mittelgroßen Modelle.

2.2. Der Künstler

Wer sich nicht als Schreiner versuchen will und eher mittelgroße Werkstücke bearbeiten möchte, ist mit einer Werkzeugaufnahme zwischen 300 bis 1.000 Millimeter gut beraten. Holzskulpturen, Vasen oder Holzschalen lassen sich bequem in einer Holzdrehbank ab 300 Millimeter drechseln.

2.2. Der Modellbauer

Wenn keine Obstschalen oder Buchstützen gedrechselt werden sollen, sondern kleine Möbelstücke für Puppenhäuser, dann brauchen Sie eine Mini-Drehbank. Solche Modellbau-Drehbänke sollten eine Werkstückaufnahme unter 300 Millimeter haben.

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Mini-Drehbänke wie die abgebildete Proxxon Mirco DE 250 sind ideal für filigrane Holzarbeiten.

3. Der Weg zur besten Drechselbank

Haben Sie sich für einen Anwendungsbereich entschieden, können Sie darangehen, sich einen Drechselbank-Testsieger oder -Vergleichsieger auszusuchen. Wann Sie ein Gerät mit besonders hoher Drehzahl oder einer Kopiervorrichtung brauchen, verraten wir Ihnen in der folgenden Kaufberatung:

3.1. Drehdurchmesser und Werkstücklänge

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Der Drehdurchmesser gibt die maximale Dicke und die Werkstücklänge die maximale Länge des Werkstückes an (Hier am Beispiel der Holzmann Drechselbank D 460fXL).

Wann Sie welche Werkstücklänge brauchen wurde bereits in Kapitel 2 erklärt. Falls Sie sich unsicher sind: eine Maschine mit ungefähr 300 bis 450 Millimeter ist für einen ersten Drechselbank-Test nicht verkehrt.

Der Drehdurchmesser einer Drehbank verrät Ihnen wie dick maximal das Werkstück sein darf. Wählen Sie einen besonders großen Drehdurchmesser, dann sind Sie später frei in der Wahl Ihrer Werkstücke. Ab 300 Millimeter haben Sie einen großen Durchmesser.

3.2. Drehzahl

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Kleine Motoren sind zwar schwächer, drehen sich aber schneller.

Die Geschwindigkeit, mit der sich das Werkstück in der Drechselbank dreht, bestimmt auch, welche Formen Sie beispielsweise in ein Tischbein schneiden. Wollen Sie ein besonders enges Spiralmuster über das ganze Tischbein ziehen, dann muss die Werkbank sich sehr schnell drehen: z.B. mit 5.000 Umdrehungen pro Minute (U/min).

Sollen die Linien der Spiralen hingegen eher weit auseinanderliegen, dann brauchen Sie eine langsame Geschwindigkeit: z.B. 800 U/min. Um die Schnittmuster komfortabel zu variieren, ist es Hilfreich, wenn Sie besonders viele Stufen zur Regulierung der Drehzahlen haben.

Über die Kraft eines Motors geben Hersteller keine gesicherten Infos heraus, allerdings ist hohe Wattaufnahme ein hilfreiches Indiz für eine leistungsstarke Maschine. Mittelgroße Drechselbänke sollten mindestens 300 Watt aufnehmen.

Klein aber schnell: Der Motor kleiner Drechselbänke dreht sich meist schneller als der von großen, da “Mini-Drehmaschinen” kleinere Radi haben. Diese kleinen Tischdrehmaschinen besitzen zwar weniger Kraft als eine gestandene Tischler-Drehbank, doch brauchen sie diese für kleine Werkstücke auch nicht.

3.3. Umfang und Montage

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Einige Modelle haben kein eigenes Gestell und müssen auf einen Tisch montiert werden.

Viele Drechselbänke kommen ohne Gestell in den Handel und müssen auf einer Werkbank montiert werden. Drechselbänke zum Montieren sind jedoch praktisch, wenn man nicht viel Platz hat und sie nach getaner Arbeit auf dem Schrank verstauen möchte.

Bei den zu montierenden Drechselbänken sollten Sie allerdings auf den Umfang achten, denn eine große Maschine steht auf einem zu kleinen Werktisch nicht sicher. Messen Sie Ihren Werktisch aus, bevor Sie eine Drechselbank kaufen. Weitere Informationen zu Werktischen haben wir für Sie parat:

3.4. Kopiervorrichtung

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Eine Kopiervorrichtung tastet eine Vorlage ab und der Drehmeißel gleitet automatisch vor und zurück.

Die Kür der Drechsler ist es, mehrfach identische Werkstücke herzustellen. Schließlich wollen Sie nicht, dass jedes Bein an einem Stuhl verschieden aussieht.

Traditionelle Profis übertragen Maße per Hand mit einem Messschieber, doch der Laie kann sich die Arbeit erleichtern, indem er eine Drechselbank mit Kopiervorrichtung wählt.

Dabei handelt es sich um eine kleine Halterung, in die das Drehmesser (auch Drehmeißel) eingespannt und vorab auf unterschiedliche Tiefen präzise eingestellt wird. Damit lassen sich nahezu automatisch Formen eines vorhandenen Stuhlbeines auf ein noch unbehandeltes Werkstück übertragen.

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Kopiermaschine: Links oben das noch rohe Werkstück, rechts unten die Vorlage.

Wer häufig alte Möbel restauriert, findet in einer Kopiervorrichtung einen treuen Freund. Die Stiftung Warentest empfiehlt zum Restaurieren alter Möbel außerdem das Buch Reparaturen zu Hause.

3.5. Passende Ersatzteile

Apropos Drehmesser: Für Drechsel-Anfänger mag es zwar praktisch sein, wenn ein Set-Drehmesser dabei liegt, doch sollten Sie eher darauf achten, dass für Ihr Modell passende Wechselfutter im Handel erhältlich sind.

Das Wechselfutter (auch Drechselfutter oder Backenfutter genannt) ist die Halterung, in die das Werkstück eingespannt oder draufgesteckt wird. Diese müssen nicht immer von der gleichen Marke stammen. Drechselbank-Zubehör lohnt sich eher im Nachhinein zu kaufen.

Genügend Futter im Handel: Das Backenfutter ist in der Drechselbank ein Verschleißteil, das über die Qualität Ihrer Drechselarbeit entscheidet, da es das Werkstück festhält. Sitzt das Holz nicht sicher, werden auch die Schnitte nicht sauber.

4. Der Drehmeißel

Wichtigstes Zubehör ist der Drehmeißel (oder Drehmesser), mit ihm hebt der Dreher den Holzspan vom Werkstück ab. Da es viele Drehmeißel-Typen gibt, erleichtern wir Ihnen die Suche mit einer kleinen Tabelle:

Drehmeißel-Typ gut für:

breiter Drehmeißel

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  • normale, gerade Vertiefungen
  • breite Vertiefung
  • nach DIN 4976

Stechdrehmeißel

drehmeissel-2-timbertech

  • normale, gerade Vertiefung
  • schmale Vertiefung
  • nach DIN 4981

spitzer Drehmeißel

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  • nadelfeine Vertiefung (z.B. Rillen)
  • großflächiger Abtrag (wenn er von links nach rechts bewegt wird)
  • nach DIN 4975

abgesetzter Seitendrehmeißel

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  • rechte Winkel (90°-Winkel)
  • nach DIN 4980

gebogener Drehmeißel

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  • schräge Winkel (45°-Winkel)
  • nach DIN 4972

abgesetzter Eck-Drehmeißel

drehmeissel-6-timbertech

  • rechte Winkel (90°-Winkel)
  • nadelfeine Vertiefungen (z.B. Rillen)
  • nach DIN 4978

5. Häufige Fragen zum Thema Drechselbank

Kleines Drechselbank-ABC

Auf die Drechselbank-Handauflage legt der Drechsler seine Hand mit dem Drehmesser ab. So kann er sicher das Werkzeug am Holz entlangführen.

Der Reitstock (oder auch Stirnmitnehmer von Herstellern genannt) hält das Werkstück zusammen mit dem Spindelstock fest. Der Reitstock wird im Abstand zum Spindelstock verstellt, um verschiedene Werkstückgrößen zu ermöglichen.

Der Spindelstock wird vom Motor per Keilriemen angetrieben. In den Spindelstock spannt oder steckt man das Werkstück fest, da er das Holz zum Rotieren bringt.

5.1. Was ist eine Drechselbank?

Eine Drechselbank ist ein Elektrowerkzeug, um Holzstücke mit hoher Geschwindigkeit zu drehen, während man mit einem Handwerkzeug (dem Drehmeißel oder Drehmesser) Span abhebt. Dadurch lassen sich gleichmäßige Kanäle rundherum in das Holzstück schneiden oder einfach nur Verzierungen.

Drehbank ist keine Drehmaschine

Verwechseln Sie die Drechselbank, die auch Drehbank genannt wird, nicht mit einer Drehmaschine (Experten sagen zum “Drechseln” auch “Drehen”). Der Begriff “Drechselmaschine” findet im Online-Handel und diversen Drechselbank-Tests zwar ebenfalls Verwendung, ist aber in Fachkreisen nicht etabliert.

Mit Drehmaschinen werden heutzutage Maschinen zum Bearbeiten von Metall bezeichnet. In Industriekreisen sind sie meist computergesteuert und heißen CNC-Drehmaschinen (CNC steht für “Computerized Numerical Control”).

5.2. Welche Drechselbank ist gut?

Eine simpel klingende Frage, die nicht mit einem Satz zu beantworten ist, denn ob eine Drechselbank für Sie geeignet ist, hängt von der Größe der Werkstücke ab. Drehbänke ab 1.000 Millimeter sind für Tischlerarbeiten, 300 bis 1.000 Millimeter für Kunsthandwerk und bis 300 Millimeter für den Modellbau geeignet. Mehr Details lesen Sie in Kapitel 2 unseres Drechselbank-Vergleichs.

5.3. Gibt es eine Drechselbank für Schalen?

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Fast jede Drehbank ist auch für Schalen gut (So wie die abgebildete Record Power).

Im Prinzip können Sie mit jeder Drechselbank Holzschalen herstellen. Es ist nur eine Frage der Größe. Für eine durchschnittliche Obstschale eignen sich Drehbänke, die eine Werkstückaufnahme von 300 bis 1.000 Millimeter und besonders weite Drehdurchmesser haben (z.B. 300 Millimeter).

5.4. Was kostet eine Drechselbank?

Die Preise von Drechselbänken richten sich weniger nach der Größe ihrer Werkstückaufnahme. Die Qualität der Maschinen treibt die Kosten in diesem Werkzeug-Bereich in die Höhe.

Hersteller wie Berlan oder Einhell stellen günstige Drechselbänke im Bereich von 100 bis 200 Euro her. Güde, Proxxon, Scheppach und Record Power setzen auf leistungsfähigere Maschinen und verlangen mitunter 400 bis 600 Euro.

Holzmann hat auch Industrie-Modelle, die mehr als 1.000 Euro kosten. Der Hersteller Vicmarc hat kaum Modelle unter dieser Grenze. Die meisten Bänke-Lieferanten bleiben jedoch unter der 1.000-Euro-Kategorie.

Aber bevor Sie eine Drechselbank selber bauen, lohnt eventuell ein Blick auf die günstigen Modelle: Aufwand und Materialkosten beim Selbstbau stehen nicht im Verhältnis zu den immer noch guten Leistungen einer günstigen Drechselbank.

In einem Drehbank-Test wird der Eigenbau kaum mithalten können. Online finden sich bei den üblichen Online-Shops wie Ebay oder Amazon gelegentlich zwar veraltete aber noch gute Drechselbänke gebraucht. Achten Sie hier unbedingt auf den Zustand des Spindelstocks.