Fenster & Türen

Zimmertür einbauen: Anleitung in 6 Schritten

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Eine Innentür und Zimmertür einbauen ist für versierte Heimwerker kein Problem. Die im Baumarkt und im Fachhandel erhältlichen Türsysteme stellen, etwas Fachverstand vorausgesetzt, keine großen Herausforderungen dar.

Wichtig ist aber, dass auf Qualität und Material geachtet wird. Auf Heimwerker.de geben wir zunächst einen Überblick über gängige Typen von Zimmertüren, die Standardmaße von Innentüren sowie eine Anleitung, wie Sie eine Zimmertür montieren können

1. Innentüren und Zargen: Systeme, Unterschiede und Maße

Innentüren und Zargen sind als Systemkomponenten in zahlreichen Qualitäts- und Ausstattungsvarianten erhältlich. Wichtigste Entscheidungskriterien sind die praktischen und funktionellen Anforderungen sowie die gestalterischen Wünsche.

Bei der Auswahl kann der Handwerker so schrittweise von den Basisfunktionen bis zu Design- und Technikvarianten seine individuelle Wunschtür ermitteln.

Türen und die dazugehörigen Komponenten können Sie im Baumarkt, Fachhandel oder auch online kaufen, beachten Sie allerdings, dass Sie online nicht von einer professionellen Kaufberatung, die Ihre individuellen Wünsche mit einbezieht, profitieren können. Online können Sie dagegen oft günstige Schnäppchen ergattern.

Tipp: Wie Fenster oder Haustüren können auch Innentüren nach einem modularen System oder als Zimmertür-Komplettset ausgesucht werden. Angeboten werden in der Regel komplette Programme aus Türblättern plus passenden Zargen – also den „Türrahmen“, die auf das Mauerwerk gesetzt werden.

1.1. Einbaumaße von Zimmertüren und Anschlagsrichtung

Wollen Sie eine Tür einbauen, sind die Maße unglaublich wichtig. In dieser Übersicht sehen Sie die standmäßigen Einbaumaße einer Zimmertür.

Standardmaße im Rohbau: Türblatt-Maße: Standard Wand- und Zargenstärken:
201 x 64 cm 198,50 x 61 cm 10 cm Wand = 11,50 cm Zarge
201 x 77 cm 198,50 x 73,50 cm 12 = 13,50 cm
201 x 89 cm 198,50 x 86 cm 14 = 15,50 cm
201 x 102 cm 198,50 x 98,50 cm 16 = 17,50 cm
20 = 21,5 cm
26,50 = 28 cm
33 = 34,50 cm

2. Zimmertüren: Diese zwei Arten und Einsatzzwecke gibt es

2.1. Wohnraumtüren ohne große Anforderungen

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Zimmertüren zwischen Wohn- und Schlafzimmer besitzen meist keinen Schallschutz.

Eine Wohnraumtür wird zwischen Räumen mit gleichen klimatischen Bedingungen eingesetzt. Die Anforderungen an Lärmschutz sind bei Wohnraumtüren eher gering.

2.2. Abschlusstüren mit Wärme- und Schallschutz

Abschlusstüren müssen Klimazonen trennen – beispielsweise zwischen Flur und Wohnbereich. Die Anforderungen an eine Abschlusstür sind höher, da sie verzugsfrei unterschiedliche Temperaturen oder Luftfeuchtigkeiten aushalten müssen und entsprechend mehr Wärme- und Schallschutz als normale Zimmertüren bieten sollten.

Je nach Einsatzbereich können außerdem erhöhte Einbruchschutzvorrichtungen oder spezielle Feuerschutztüren sinnvoll sein.

2.3. Drehrichtung von Zimmertüren

Für den richtigen Einbau einer Zimmertür sind Kenntnisse über die zukünftige Einbaulage wichtig. Wenn man z.B. nach dem Öffnen einer Tür genau vor die Wand läuft oder die Tür sich aufgrund baulicher Gegebenheiten nicht weit genug öffnen lässt, sollte die Drehrichtung des Türblattes geändert werden.

3. Zimmertür mit Zarge einbauen: Anleitung in 6 Schritten

Zimmertür einbauen: Benötigte Werkzeuge
  • Holzleim
  • PU-Schaum
  • Silikon
  • Auspresspistole
  • Meterstab
  • MWasserwaage
  • Spannwerkzeuge
  • Bohrmaschine

3.1. Türhöhe, Türbreite und Laibung ermitteln

Bevor Sie die Innentür einbauen können, müssen Sie die Türöffnung genau ausmessen. Dazu wird im mittleren Bereich die Türhöhe ermittelt, indem Sie von der Oberkante des Bodens bis zur Unterkante des Türsturzes messen. Die Türbreite messen Sie, indem Sie im unteren, mittleren und oberen Bereich messen. Die Tiefe der Laibung wird auf die gleiche Weise gemessen.

Wird die Tür in einen Rohbau eingesetzt, sollten Sie die fehlenden Boden- und Wandbeläge berücksichtigen un einen Platz von etwa 3mm für Parkett oder Laminat mit einberechnen.

3.2. Öffnungsrichtung der Tür festlegen

Die Öffnungsrichtung der Zimmertür ist außerdem entscheidend. Bei einem Linksanschlag finden Sie die Türangeln links, bei einem Rechtsanschlag entsprechend rechts. Die Richtung geht von dem Raum aus, in den die neue Tür führen soll.

Tipp: Im besten Fall sollte eine Tür zur nächstliegenden Zimmerecke aufgehen.

3.3. Türzargen zusammenbauen

Im nächsten Schritt des Innentür-Einbaus wird die Zarge nach Anleitung des Herstellers zusammengebaut. Am einfachsten geht dies auf einer flachen, mit Schutzfolie ausgelegten Fläche, damit die Zarge nicht beschädigt wird. Je nach Modell werden die einzelnen Elemente der Zarge miteinander verleimt, verschraubt oder geklammert.

3.4. Türzarge in Türlaibung einbauen

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Wollen Sie eine Tür mit Zarge einbauen, sollten Sie besonders sorgfältig arbeiten.

Setzen Sie die Zarge nun in die Laibung und kontrollieren Sie diese auf eventuelle Unebenheiten, die Sie mit Hammer und Meißel abklopfen oder aber mit Mörtel füllen können. Bringen Sie ebenfalls die Türangeln an.

Fixieren Sie die Zarge anschließend mit Montagekeilen und überprüfen Sie das Ergebniss mit einer Wasserwaage. Überprüfen Sie bestenfalls ebenso die Breite zwischen den Zargenseiten an mehreren Stellen. Hier gilt es, besonders sorgfältig zu arbeiten.

Nun werden Türfutterspreizer, auch Türspanner genannt, im unteren, mittleren und oberen Bereich der Zargen ein. Zur Überprüfung können Sie nun das Türblatt einsetzen und schauen, ob sich diese Einwandfrei öffnen und schließen lässt. Danach wird es wieder ausgehangen.

3.5. Türzarge mit PU-Schau füllen

Sitzt die Zarge wie gewünscht, muss nun die Maueröffnung ausgeschäumt werden. Die Keile und Türspanner bleiben dabei stecken.

Der Schaum muss nun vollständig austrocknen, eventuelle Überreste können Sie mit einem Cuttermesser entfernen. Entfernen Sie nun die Keile und füllen Sie die entstandenen Fugen mit Silikon.

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3.6. Zierbekleidung und Türbekleidung montieren

Im letzten Schritt des Innentür-Einbaus wird eventuelle Zierbekleidung der Tür nach Herstelleranleitung zusammengesetzt. Entfernen Sie jetzt die Türspanner und montieren Sie die Zierbekleidung.

Jetzt wird das Türblatt in die Angeln gesetzt und bei Bedarf an Ihnen justiert. Zu guter Letzt werden die Federnplatte, Schloss sowie Griffe nach Herstellerangaben angebracht.

4. FAQ: Heimwerker.de beantwortet häufige Fragen zum Thema „Zimmertür einbauen“

Haben Sie noch Fragen rund um Zimmertüren? Im Folgenden beantworten wir besonders häufig gestellte Fragen.

4.1. Welche Alternative gibt es zur klassischen Zimmertür?

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Eine Schiebetür ist die platzsparende Alternative zur herkömmlichen Zimmertür.

Haben Sie einen kleinen Raum und brauchen eine platzsparende Alternative zur Zimmertür, bieten sich Schiebetüren oder Falttüren an.

Schiebetüren sind bei Wohnungen mit wenig Platz im Türbereich eine gute Wahl: Der platzraubende Schwenkbereich des Türblattes entfällt, die Tür kann immer weit geöffnet werden und die Tür kann nicht zufallen.

Nachteilig an Schiebetüren ist allenfalls der Preis und die etwas aufwändigere Mechanik: So muss die Gleit- oder Rollschiene der Schiebetür gewartet werden. Verglichen mit normalen Türen sind Schiebetüren auch etwas teurer.

Wenn der Platz für eine normale Zimmertür fehlt und kein Schiebetürbeschlag an der Wand angebracht werden kann oder zu kostenintensiv ist, kann man über die Montage einer Falttür nachdenken.

Entsprechende Bausätze sind im Fachhandel zu bekommen und lassen sich, eine korrekte Bemaßung vorausgesetzt, problemlos in vorhandene Türzargen einbauen. Falttüren müssen dabei nicht den Charakter einer Billiglösung haben. Es gibt durchaus auch qualitativ gute Falttüren im Handel.

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4.2. Kann man eine Tür einbauen lassen?

Sind Sie handwerklich etwas ungeschickt oder wollen ein wirklich perfektes Ergebnis, können Sie natürlich Ihre neue Tür einbauen lassen. Für das Zimmertür-Einbauen kommen jedoch Kosten auf Sie zu. Diese können je nach Unternehmen sehr unterschiedlich sein und sind außerdem von einigen Faktoren abhängig.

Das Einbauen einer Zarge wird meist zusätzlich berechnet, ebenso der Materialbedarf an PU-Schaum und Ähnlichem. Sie können etwa mit Kosten von 200 bis 350 Euro rechnen, diese gelten natürlich pro verbaute Tür.

4.3. Kann man Zimmertüren streichen?

Wollen Sie nicht gleich eine neue Tür kaufen, sondern lediglich Ihre Zimmertür restaurieren, ist dies bei normalen Holztüren kein Problem. Im Handel finden Sie ein breites Angebot an Holzlasuren für den Innenbereich. Um Ihre Innentür zu streichen, können Sie sich einfach an diese Anleitung halten.

Bildnachweise: adobe.stock/Ljupco Smokovski, adobe.stock/vectorfusionart, adobe.stock/joserpizarro, adobe.stock/dietwalther (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)