Kaufberatung zum Fahrrad-Navi Test bzw. Vergleich 2019

  • Outdoor-Sportler haben längst die Wanderrouten und Radwege dieser Welt für sich entdeckt. Moderne Freizeit-Athleten greifen mittlerweile auch öfter technische Hilfsmittel wie Fahrrad-Navis zurück.
  • Diese Geräte erlauben die Orientierung mithilfe des GPS-Systems. Fahrradfahrer haben so die Möglichkeit, sich auf die Schönheit der Strecke zu konzentrieren, anstatt ständig nach dem richtigen Weg Ausschau zu halten.
  • Die Geräte bieten zudem verschiedene Optionen für Fahrradfahrer, z.B. Routenplanung, POIs (points of interest – interessante Orte) und weitere hilfreiche Funktionen.

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Der Outdoor-Sport gewinnt immer mehr an Popularität. Zunehmend verbringen Menschen ihre Zeit gern im Freien, wo der Wind die Nase umweht, der Duft der Blumen und Gräser einem das Gefühl gibt, eins mit der Natur zu sein. Jedoch ist für viele Freunde der Outdoor-Aktivität ein einfaches Drauflosfahren nicht das Ideal einer gelungenen Mountainbike-Tour.

Mit Hilfe der technischen Möglichkeiten planen viele Biker Routen, die sie dann abfahren können. So lässt sich z.B. die Strecke und das Höhenprofil vor der Fahrt überprüfen, damit es nicht zu unerwünschten Überraschungen kommen kann und die Tour mittendrin wegen Erschöpfung abgebrochen werden muss. Zudem kann man so auf die Erfahrung von anderen Biking-Freunden zurückgreifen, die ihre schönsten Touren mit der Community teilen. In unserem Fahrrad-Navi Vergleich erfahren Sie, was es mit den Geräten auf sich hat und worauf Sie auf der Suche nach dem besten Fahrrad-Navi achten müssen.

1. Was ist ein Fahrrad-Navi?

Weitere satellitengestützte Navigationssysteme

Neben dem amerikanischen GPS-System sind mehrere Systeme mit ähnlicher Funktionsweise im Aufbau. Das europäische System wird Galileo genannt, ein russisches heißt GLONASS, für den asiatischen Raum gibt es das chinesische Beidou, während in Indien ein regionales System aufgebaut wird.

Ein Fahrrad-Navi ist von der grundsätzlichen Funktionalität zunächst nicht von Navigationsgeräten für andere Verwendungszusammenhänge abzugrenzen. Auch ein Fahrrad-Navi verwendet die Geodaten der GPS-Satelliten, um seinen Standort zu ermitteln.

Die Navigation per GPS ist eine Berechnung des Standorts des Empfängergeräts aus den Positionen von mindestens vier Satelliten des GPS-Systems. Dazu muss das GPS-Gerät eine Funkverbindung zu den Satelliten herstellen. Diese senden permanent ihre Position sowie eine Uhrzeit des Signals. Das Empfangsgerät, egal ob es ein Smartphone, ein Auto-Navi oder eben ein Bike-Navi ist, nutzt diese Daten, um die eigene Position zu errechnen. Dazu wird das angenommene Vektorsystem mithilfe des Referenzsystems WGS1984 in geografische Koordinaten umgerechnet. Diese Koordinaten können dann mithilfe der entsprechenden Daten auf einer Karte dargestellt werden.

Durch eine regelmäßige Aktualisierung der Satellitensignale wird es auch möglich, die Positionsänderung des Empfängers zu bestimmen. Ursprünglich war das GPS-System für militärische Zwecke vorgesehen, kann jedoch seit dem Jahr 2000 auch von zivilen Nutzern verwendet werden. In diesem Jahr wurde eine künstliche Ungenauigkeit, die bis dahin bestand, um potenzielle militärische Gegner von der Nutzung auszuschließen, abgeschaltet. Dadurch war für alle Nutzer eine Genauigkeit von 10 Metern möglich.

Mit der Möglichkeit zur Positionsbestimmung weltweit wurde das Navi zu einem beliebten Begleiter für viele Zusammenhänge. Während Autofahrer das System nutzen, um ihre Ortsunkenntnis auszugleichen, können Sicherheitsfirmen ihre Banktransporte überwachen, Tierliebhaber die Wege ihrer Katze verfolgen, Pokémon-Fans eine Augmented Reality genießen, nutzen Fahrradfahrer die Möglichkeit der Positionsbestimmung eben zur Routenplanung.

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Ein Fahrrad-Navi ist meist kleiner und leichter als die GPS-Geräte für ein Auto.

Das besondere an Navigationsgeräten für Fahrradfahrer ist zunächst das Format. Während die Navigationssysteme für Autofahrer meist ein großes Display (5 Zoll oder mehr) im Breitbild-Format aufweisen, haben die Outdoor-Navis meist kleinere Anzeigen (zwischen 2 und 3,5 Zoll sind üblich), die im Hochformat ausgeführt sind. Dadurch lassen sich kleinere Ausschnitte aus dem aktuellen Kartenmaterial anzeigen, jedoch ist das Format besser geeignet, um an einem Fahrradlenker festgemacht zu werden.

Um auch an einem sonnigen Tag ein hilfreiches Instrument für eine gelungene Fahrradtour zu sein, muss das Display eines Fahrrad-Navis zudem eine hohe Helligkeitsstufe erreichen. Im Gegensatz zu Navigationssystemen im Auto können die Geräte länger der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Damit die Lesbarkeit gewährleistet bleibt, sollte das Display nicht spiegeln und sehr hell sein. Zudem darf die Empfindlichkeit nicht zu niedrig sein, sodass die Bedienung auch möglich ist, ohne die Fahrradhandschuhe abzustreifen.

Auch eine gewisse Witterungsbeständigkeit gehört zu den Eigenschaften von Fahrrad-Navis, da Radsport-Fans nicht ausschließlich bei schönem Wetter unterwegs sind bzw. das Wetter manchmal für Überraschungen sorgt. Wenn ein plötzlicher Regenschauer die Radfahrer überrascht, ist es von Vorteil, wenn das Navi nicht sofort schrottreif ist.

Neben den hardwareseitigen Besonderheiten unterscheiden sich die Geräte zudem im Kartenmaterial von den Navigationsgeräten für Autofahrer. Während die Fahrer von motorisierten, vierrädrigen Blechkästen bevorzugt befestige Wege, also zumeist Straßen benutzen, sind die Nutzer von muskelbetriebenen Zweirädern meist flexibler. Für das Navigationsgerät ergibt sich so jedoch die Schwierigkeit, dass mehr Strecken berechnet werden können. Auch Feldwege, Waldwege und sogar große Auen können von Fahrradfahrern genutzt werden; für viele Standard-Wegführungsprogramme ist das eine zu große Vielfalt. Daher haben die Navigationsprogramme im Fahrrad-Navi Test eine Option, die auch direktere Routen berechnen kann.

Hinweis: Obwohl viele Navigationsprogramme eine Fahrrad-Option besitzen, können sie meist keine Wege über Wiesen oder ähnliches berechnen. Wenn Sie eine solche Tour machen möchten, sollten Sie sie vorher planen und entsprechende Karten auf Ihr Gerät laden.

Um eine bequeme Routenplanung am heimischen PC zu ermöglichen, existieren verschiedene Lösungen für die Schnittstelle zwischen Navigationsgerät und Computer. Die einfachste Möglichkeit ist die Verbindung per USB, jedoch sind auch Bluetooth, SD-Karte und die ANT+-Schnittstelle, welche von Garmin mitentwickelt wurde, in vielen Navis an Bord.

Neben der Möglichkeit der Routenplanung bietet die GPS-Funktion auch das Aufzeichnen einer Strecke. So können Sie im Nachhinein Ihre zurückgelegte Tour noch einmal nachvollziehen und ggf. auch speichern.

Vor- und Nachteile eines Fahrrad-Navis:

  • satellitengestütze Orientierung
  • keine Pausen für die Orientierung mehr notwendig
  • Tracking-Funktion
  • Routenplanung
  • Verzeichnis von interessanten Orten
  • geringe Akkulaufzeit
  • muss am Lenker befestigt werden

2. Kaufberatung – darauf sollten Sie achten

2.1. Äußerlichkeiten

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Die Halterung des Navis am Lenker sollte auch stärkeren Erschütterungen standhalten.

Das beste Fahrrad-Navi sollte sich natürlich Ihren Bedürfnissen anpassen. Um den optimalen Fun aus dem Gerät zu kitzeln, muss nicht nur die Funktionalität gewährleistet sein, sondern auch das Äußere muss Ihnen gefallen. Daher sollten Sie auf folgende Faktoren achten:

  • Design
  • Farbe
  • Displaygröße
  • Displayauflösung
  • Menüführung
  • Halterung

Wenn Sie sich mit dem Design anfreunden können und zudem die Bedienung gut finden, steigert das zunächst Ihre Wertschätzung gegenüber dem Gerät. Zudem werden Sie mit einem gut zu bedienenden Navi mehr Freude haben, wenn Sie unterwegs Feineinstellungen vornehmen möchten.

Die Größe des Displays und dessen Auflösung sind entscheidend für die einfachere Bedienung und Ablesbarkeit, vor allem während der Fahrt.

2.2. Kartenmaterial

Der vermutlich wichtigste Punkt für die Funktionalität eines Fahrrad-Navigationssystems ist das geeignete Kartenmaterial. Dabei ist nicht nur das Material im Auslieferungszustand entscheidend, sondern auch die Möglichkeit, Updates und Zusatzinformationen herunterzuladen. Da man nie weiß, wie das Leben spielt, sollte die Möglichkeit bestehen, auch exotischere Länder nachladen zu können. Die meisten Geräte, welche in Europa verkauft werden, haben auch europäische Karten vorgeladen. Einige Hersteller bieten Updates und Erweiterungen an, jedoch nicht alle. Achten Sie beim Kauf also darauf, dass das Material erweitert werden kann. So stellen Sie die zukünftige Tauglichkeit Ihres Geräts sicher.

Desweiteren ist es wichtig, dass Ihr Fahrrad-Navi Testsieger auch für diesen Zweck geeignet ist. Es sollte demnach eine Option für Fahrradfahrer vorhanden sein, die am besten noch die verschiedenen Typen von Fahrradfahrern berücksichtigt. Einige pflegen Daten des ADFC in ihr Kartenmaterial ein. Andere wiederum ermöglichen die einfache Übertragung von Daten von Community-Seiten.

In der nachfolgenden Tabelle listen wir Ihnen einige bekannte Hersteller auf:

Hersteller Radfahrer-Option Community-Einbindung
Falk
Garmin
Teasi
Blaupunkt

2.3. Zusatzfunktionen

Um das Kartenmaterial im Zusammenhang mit der satellitengestützten Ortungsfunktion zur besten Nutzung zu führen, sollten neben der Routenführung weitere Features an Bord sein.

Mithilfe der POI-Funktion können interessante Orte entlang der Strecke ausgemacht werden. POI steht für Point of Interest und kann mit “Interessanter Ort” übersetzt werden. Der Begriff hat sich weitgehend durchgesetzt, wenn es um Navigationsgeräte geht. Unter POIs können die verschiedensten Orte zusammengefasst werden, z.B. Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Werkstätten, Unterkünfte etc. Wenn Sie also vorhaben, abseits Ihrer geplanten Strecke einige Entdeckungen zu machen, ist die POI-Funktion sehr hilfreich.

Für Entdecker ist ebenfalls die Tracking-Funktion nützlich. Diese kann quasi als umgekehrte Navigation verstanden werden: Statt dass der Nutzer einer vorgegebenen Route folgt, zeichnet das Gerät die gefahrene Route auf. So können Kurzentschlossene und Sportler die Parameter der vergangenen Trips abrufen: Wie viele Höhenmeter habe ich überwunden? Wie lang war die Strecke? Wo bin ich eigentlich langgefahren?

Einige Geräte verfügen neben der Möglichkeit, die Geodaten zu verfolgen, weitere Optionen, die besonders für sportliche Radfahrer interessant sein könnten. So lassen sich manche Geräte mit dem Smartphone oder einem Pulssensor verbinden, der Aufschluss über den Trainingserfolg geben kann.

2.4. Schnittstellen

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Per Bluetooth lassen sich Daten vom Fahrrad-Navi auf Ihren PC oder Ihr Smartphone übertragen.

Um das Navi mit anderen Geräten, wie etwa dem Smartphone zu verbinden, haben die meisten Geräte verschiedene Schnittstellen. Die häufigsten sind:

  • ANT+
  • Bluetooth
  • SD-Karte
  • USB

Während die drei anderen direkt für Dateiübertragung und Kommunikation mit externen Geräten genutzt werden können, nimmt die SD-Karte bei Navigationsgeräten eine Sonderrolle ein.

Sie wird im Normalfall als Quelle für Kartendaten genutzt, kann aber vom Navigationsgerät nicht für andere Aufgaben verwendet werden. Es ist also nicht möglich, z.B. Musikdateien darauf abzulegen (zumal die meisten Navis sowieso keine Musik abspielen können). Stattdessen kann die SD-Speicherkarte am Computer mit Kartenmaterial bestückt werden, das dann vom Navigationssystem verwendet werden kann.

Um Routen anzulegen, verwenden die Navigationssysteme meist den internen Speicher. Dieser kann von anderen Geräten entweder über die kabellosen Technologien ANT+ und/oder Bluetooth oder per USB-Kabelverbindung mit Daten gefüttert werden. So können die vorher erstellen Routen vom Computer aufs Navi oder umgekehrt übertragen werden.

ANT+ ist ein Funkstandard, der von Garmin mitentwickelt wurde und vor allem Daten aus dem Fitnessbereich (Pulsraten etc.) überträgt. ANT+ ist als Schnittstelle in Geräten von über 25 Herstellern angelegt.

2.5. Speicher

Da die SD-Karte für das Kartenmaterial reserviert ist, sollte darauf geachtet werden, dass der interne Speicher des Navigationssystems eine ausreichende Größe hat. Zu beachten ist hierbei, dass nicht der komplette interne Speicher für Sie nutzbar ist, da auf ihm auch die Firmware (sozusagen das Betriebssystem) des Navis abgelegt ist. Wenn Sie viele Routen auf Ihrem Navi ablegen wollen, sollte der interne Speicher 4GB oder größer sein.

2.6. Akkulaufzeit

Ein entscheidender Faktor ist die Stärke des Akkumulators. Das beste Fahrrad-Navi nützt Ihnen nur wenig, wenn der Saft nach vier Stunden wegbleibt und Sie Ihre 100-Kilometer-Alpentour aufgrund dessen nicht wie geplant beenden können. Deshalb gilt, je länger die Akkulaufzeit, umso besser. 10 Stunden sollten es für eine Tagestour mindestens sein. Es existieren auf dem Markt jedoch auch Geräte, die über 20 Stunden Akkulaufzeit aufweisen können.

2.7. Zubehör

Neben der Funktion der Navigation ist auch der Lieferumfang für die Nutzer interessant. Viele Hersteller liefern Ihre Modelle mit einer Halterung für den Fahrradlenker. Diese können als Halterung, die der eines Auto-Navis ähnelt, ausgeführt sein. Jedoch sind auch einfachere Lösungen vorhanden, so werden einige Modelle mit Gummiringen oder Kabelbindern befestigt. Einige Hersteller haben die Halterung nicht im Lieferumfang inbegriffen, in diesen Fällen ist sie separat zu erwerben,

Ein Garmin-Fahrrad-Navi hat neben der üblichen Ausstattung noch ein interessantes, separates Feature im Angebot: Es handelt sich um ein Gerät, das per Radar den Bereich vor und hinter dem Nutzer scannt und vor herannahenden Autos oder LKW warnt. Zugleich ist es als Rücklampe ausgeführt, die bei sich von hinten nähernden Fahrzeugen die Helligkeit erhöht, um eine Kollisionsgefahr zu verringern.

3. Fragen und Antworten rund um das Thema Fahrrad-Navi

3.1.  Welches Fahrrad-Navi-Zubehör ist sinnvoll?

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Das Display des Fahrrad-Navis sollte möglichst hell sein, sodass Sie die Anzeige bei jedem Wetter erkennen können.

Eine Halterung für den Lenker Ihres Drahtesels sollte in jedem Fall zu Ihrer Wahl gehören, schließlich soll das Gerät zu Ihrem Begleiter auf Touren werden. Sicherlich wollen Sie diese nicht einhändig absolvieren, weil Sie das Navi die ganze Zeit in der Hand halten müssen.

Für Viel-, Lang- oder Mehrtourenfahrer kann sich zudem die Investition in einen Ersatzakku lohnen. So sind Sie abgesichert, wenn sich die Tour verzögert (etwa durch einen Wettereinbruch) oder Sie auf einer Mehrtagestour keine Möglichkeit haben, den Akku zwischendurch zu laden.

3.2. Welche Fahrrad-Navi-Apps gibt es?

Für viele Navis gibt es Programme für den PC, mit denen das Erstellen von Routen einfach wird. Die damit erstellten Dateien sind bereits in perfektem Dateiformat für das zugehörige Navi.

Tipp: Bei Communityportalen wie OpenCycleMap bekommen Sie auch Routen von anderen Bikern in allen gängigen Dateiformaten.

Bei einigen Geräten mit Tracking-Funktion existieren zudem Smartphone-Apps, mit denen sich Gesundheitsdaten etc. synchronisieren lassen.

3.3. Wozu rät die Stiftung Warentest?

Der letzte Test der Stiftung im Bereich der zweirädrigen Fortbewegung liegt bereits eine Weile zurück: Im Jahr 2009 wurde das Garmin Fahrrad-Navi Oregon 400t zum Fahrradnavi-Testsieger gekürt. Dieses Modell ist jedoch mittlerweile nicht mehr im Handel erhältlich, da es viele der heute gängigen Funktionen (z.B. Smartphone-Koppelung) nicht unterstützt.

3.4. Eignet sich das Fahrrad-Navi für Geocaching?

Ja, das tut es! Durch seine handliche Ausführung lässt sich ein Fahrrad-Navi auch für die moderne GPS-gestützte Schatzsuche einsetzen.