Kaufberatung zum Fahrradhelm Test bzw. Vergleich 2019

  • Obwohl in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht herrscht, stellt ein Fahrradhelm eine wichtige und nützliche Schutzmaßnahme dar, die Verletzungen deutlich abschwächen kann.
  • Achten Sie darauf, einen Fahrradhelm zu kaufen, der nach dem In-Mold- oder dem Hardshell-Prinzip gebaut ist. Diese sind deutlich robuster als Softshell-Varianten.
  • Wählen Sie Ihren Fahrradhelm je nach Terrain, in dem Sie mehrheitlich mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, es gibt bauliche Unterschiede, etwa zwischen Mountainbikehelmen und Cityhelmen.

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Wurden Sie als Teenager in der Schule von Klassenkameraden auch belächelt, wenn Sie mit einem Fahrradhelm angeradelt kamen? Waren Sie denen nicht „cool“ und „mutig“ genug, um ohne Kopfschutz auf Ihr Zweirad zu steigen, haben es aber trotzdem getan? Dann sind Sie definitiv auf dem richtigen Weg gewesen. Wenn Sie auch im Erwachsenenalter Ihren Kopf schützen wollen, wenn Sie auf Ihr Citybike, Rennrad oder Mountainbike steigen, dann kann die Kaufberatung in unserem Fahrradhelm Test 2019 von Nutzen sein.

Wir erklären Ihnen, welche Fahrradhelm-Typen es gibt und auf welche Kategorien es ankommt, damit Sie Ihren persönlichen Fahrradhelm Testsieger ausfindig machen können.

1. Wozu ein Fahrradhelm?

Paradox: Weniger Vorsicht wegen Helm?

Eine britische Studie des Forschers Ian Walker aus dem Jahr 2006 förderte etwas Erstaunliches zutage. Demnach würden Autofahrer jene Fahrradfahrer riskanter und mit weniger Abstand überholen, die einen Helm trugen. Das zeigt gleichzeitig aber auch, dass ein Helm auch bei Nicht-Trägern den Eindruck hervorruft, eine gesteigerte Sicherheit zu bieten. Das Forschungsergebnis sollte Sie aber nicht davon abhalten, sich einen Fahrradhelm zu kaufen.

In Deutschland besteht keine gesetzliche Helmpflicht. Damit befindet man sich im Einklang mit den meisten anderen EU-Mitgliedsstaaten. Ein paar wenige Länder haben Altersgrenzen festgelegt, bis zu deren Erreichen alle Bürger verpflichtet sind, einen Helm zu tragen. Nur Spanien und Finnland sind noch rigoroser und arbeiten gänzlich ohne Altersbeschränkungen.

Die Gründe für die fehlende Restriktion seitens des Gesetzgebers in vielen Ländern hat auch Gründe, auf die man im ersten Moment gar nicht kommt, wenn so etwas Wichtiges wie die eigene Gesundheit und Sicherheit doch eigentlich an erster Stelle stehen sollte. So gibt es beispielsweise die Sorge, dass sich eine Vielzahl von Leuten durch die Helmpflicht gegängelt fühlen und so ganz auf das Fahrrad als Verkehrsmittel verzichten könnten. Die Folgen wären nicht nur weniger Sport und damit eine potentiell sinkende Gesundheit (was wiederum auf die Staatskasse drückt), sondern auch eine ansteigende Benutzung von umweltschädlichen Fortbewegungsmitteln wie dem Auto.

Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings, egal, ob es sich um einen Herren-Fahrradhelm, Frauen-Fahrradhelm oder Kinder-Fahrradhelm handelt: die Zielsetzung ist ganz klar der Schutz des Kopfes. Wenn Sie stürzen oder in eine Kollision verwickelt sind, können schnell grobe Verletzungen entstehen, von Platzwunden über Gehirnerschütterungen bis hin zu Schädelbasisbrüchen. Wie die Experten des Instituts Emnid schon anno 2007 analysierten, hätte ein Großteil der 425 Unfälle mit Todesfolge in dem Jahr glimpflicher ausgehen können, hätten die Betroffenen einen Schutzhelm getragen.

Bevor wir in unserem Fahrradhelm Vergleich zu den unterschiedlichen Arten von Fahrradhelmen kommen und Ihnen wissenswerte Kriterien näher bringen, listen wir Ihnen die gängigsten Vor- und Nachteile von Fahrradhelmen auf:

  • erhöhter Schutz vor schweren Kopfverletzungen
  • sichereres Fahrgefühl im hektischen Straßenverkehr
  • oft flexibell einsetzbar (z.B. auch zum Skaten)
  • werden teils als zusätzlicher Ballast empfunden
  • bei mangelnder Belüftung unangenehme Schweißbildung

2. Welche Fahrradhelm-Typen gibt es?

Helm-Art Beschreibung

Allround-Helm

Sind Sie nicht nur gerne auf dem normalen Bike unterwegs, sondern schwingen sich gerne auch mal auf Ihr Skateboard, Rollerblades oder ein BMX-Fahrrad? Dann könnte ein Allround-Fahrradhelm die Lösung für gleich mehrere sportliche Aktivitäten sein und gleichzeitig den Geldbeutel entlasten. Die Rückseite schützt Ihren Hinterkopf bis zum Nacken und die ebene Oberfläche erleichtert das Rutschen über diverse Untergründe. Was von Käufern des Öfteren kritisch angemerkt wird, ist die Belüftung, die teils besser sein könnte, was an den wenigen bis teils gar nicht vorhandenen Löchern liegt.

City-Helm

Bei der Belüftung gänzlich andere Wege geht der City-Fahrradhelm. Viele, längliche Belüftungskanäle sorgen hier dafür, dass Frischluft ans Haupt kommt. Gleichzeitig wird aber die Schutzfunktion dadurch nicht ausgehebelt. Im Straßenverkehr sind Sie mit einem City-Helm auf einem normalen Fahrrad gut ausgestattet und profitieren von einem guten Tragekomfort. Der flexible Kinngurt ermöglicht zudem, dass Sie selbst regulieren können, wie der Fahrradhelm günstig auf Ihrem Kopf aufliegt.

E-Bike-Helm

Ein Fahrradhelm für die Fahrt auf einem E-Bike wird auch „Pedelec-Helm“ genannt und ist so robust gebaut, dass er auch bei höheren Geschwindigkeiten einen sicheren Schutz bietet. Da Sie mit einem E-Bike nicht so viele Anstrengungen investieren müssen, um zügig voran zu kommen, wird die Schweißproduktion tendenziell nicht so stark angeregt. Das erklärt auch, dass die Belüftungsschlitze verringert sind.

MTB-Helm

Hinter der Abkürzung MTB versteckt sich das Mountainbike, mit dem oft spektakuläre Touren durch unwegsames Gelände über Stock und Stein unternommen werden. Wenn Sie da auf die Nase fallen, wird es für Sie mitunter noch viel ungemütlicher und Sie sind einem noch höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt. Deswegen muss ein Mountainbike-Fahrradhelm auch fest sitzen und stabil sein. Außerdem kommen MTB-Helme oft mit einem Visier für die Augenpartie daher, was sich besonders im Gelände mit Matschpfützen und Sträuchern als nützlich erweist.

In die Gesundheit investieren! Sind Sie in die unglückliche Lage gekommen, in einen Unfall verwickelt worden zu sein, in dem Sie Ihr Fahrradhelm vor dem Schlimmsten bewahrt hat, dann raten wir Ihnen, diesen zur Sicherheit gegen einen neuen auszutauschen. Mag er auch oberflächlich nicht den Eindruck machen, als sei er irreparabel beschädigt, kann trotzdem sprichwörtlich der Wurm drin sein. Kleinste Haarrisse im Material, die Sie gar nicht wahrnehmen, können Ihrem Helm aber in der nächsten kritischen Situation die rettende Schutzwirkung rauben, weil er plötzlich in zwei oder mehr Teile bricht. Investitionen in die eigene Sicherheit sollten immer eine hohe Priorität haben.

3. Kaufkriterien für Fahrradhelme: Darauf müssen Sie achten

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Harte Schale, weicher Kern. Die In-Mold-Bauweise ist der Standard. ?

Bei der Wahl des Fahrradhelms gibt es vor allem zwei hervorstechende Merkmale, die Sie im Blick behalten sollten. Einerseits die Konstruktionsweise und andererseits den Tragekomfort. Ein guter Schutzhelm schafft den Spagat, gleichzeitig eine gute Schutzwirkung zu haben und sich bequem auch bei längeren Fahrradfahrten tragen zu lassen.

3.1. Bauweise

Das grundlegende Bauprinzip eines Fahrradhelms ähnelt sich. In einer Kunststoffschale ist eine Füllung aus Hartschaumstoff enthalten, der Stöße dämpft. Erst bei einem Blick ins Innere gibt es teils deutliche Unterschiede zu beobachten:

  • In-Mold
  • Double In-Mold
  • Microshell
  • Hardshell

In-Mold-Modelle erfreuen sich der größten Verbreitung, da sie als sehr sicher gelten. Das liegt daran, dass der innere Schaumstoffkern vollständig mit der äußeren Kunststoffschale verbunden ist und somit die freigesetzte Energie von Erschütterungen gleichmäßig verteilt wird. Je nachdem, welche Dicke die Außenschale aufweist, spricht man auch von den Unterkategorien Microshell und Hardshell. Letztere sind besonders bei höheren Geschwindigkeiten zu empfehlen.

Die Double In-Mold-Konstruktion ähnelt in weiten Teilen der In-Mold-Bauweise, hat also eine feste Verbindung zwischen innerem Schaumstoffkern und äußerer Kunststoffschale, kombiniert dies aber noch mit einer weiteren Außenschale, die sich im unteren Areal des Helms befindet. Sie sorgt für noch mehr Stabilität.

Auf heutige Standards achten: In unserer Aufzählung der gängigen Innenkonstruktionen moderner Fahrradhelme hat die Softshell-Variante bewusst gefehlt. Sie ist nämlich einen eigenen Hinweis wert, da für sie keine Empfehlung ausgesprochen werden kann. Der Grund liegt in dem Stoffbezug, der statt einer harten Außenschale die Oberfläche darstellt. Rutschen Sie damit über einen Untergrund, gleitet der Helm nicht glatt darüber, sondern „stottert“ und verhakt sich. Dieser Makel macht ein Schleudertrauma sehr wahrscheinlich und hat den Softshell-Fahrradhelm zurecht ins Abseits gedrängt. Dies gilt im Übrigen auch für jene Bauweisen, bei denen der Innenkern und die Außenschale nicht fest miteinander verbunden sind.

3.2. Tragekomfort

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Mit einem angebrachten Gurt lässt sich regulieren, wie fest der Fahrradhelm anliegt. ?

Einer der Hauptgründe, warum auch viele Deutsche das Tragen eines Radhelms ablehnen, ist das unangenehme Gefühl beim Tragen. Das ist aber nicht immer dem Fahrradhelm zuzuschreiben, denn viele Modelle lassen sich mit einem leichtgängigen Gurt flexibel anpassen. Wenn er ihnen zu straff aufliegt oder Sie unangenehme Druckpunkte an den Kopfseiten oder auf der Kopfhaut wahrnehmen, ist er ergonomisch möglicherweise einfach nicht das richtige Modell für Ihre Kopfform.

Wenn Sie leicht ins Schwitzen kommen, sollten Sie darauf achten, dass genügend Belüftungsschlitze vorhanden sind, die den Fahrtwind als Kühlung an Ihren Kopf lassen. Besonders praktisch ist es, wenn diese Öffnungen mit Insektengittern versehen sind, die ungebetene, tierische Gäste aus Ihrem Haupthaar fernhalten.

4. Beliebte Hersteller

Bei Fahrradhelmen tummeln sich einige Hersteller und Marken, die meist auch noch weitere Schutzkleidung und Zubehör für Fahrradfreunde anbieten. Dabei gibt es aber weit mehr Hersteller als Sie vielleicht aus dem Fernsehen bei der Tour de France oder dem Giro d’Italia im Gedächtnis haben. Wir listen Ihnen einige Anbieter auf:

  • Alpina
  • Bluegrass
  • Airoh
  • Casco
  • Urge
  • Kask
  • KED
  • Endura
  • Nutcase
  • ABUS
  • Uvex

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Fahrradhelme

5.1. Was spricht gegen einen Fahrradhelm?

Lässt man modische Bedenken, die der ein oder andere hegen könnte, mal außen vor, sprechen für viele Menschen auch andere Gründe gegen die Nutzung eines Radhelms. Bei einem schlecht belüfteten Schutzhelm wird das Trampeln in die Fahrradpedale zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Es wird warm und feucht am Kopf, was häufig als unangenehm empfunden wird.

Manch einer fühlt sich beim Fahren durch die City oder im Gelände auf dem Mountain Bike auch in seinem Bewegungsspielraum eingeschränkt. Das ist aber meist nur eine Sache der Gewöhnung. Selbst ein Fahrradhelm mit Visier ist so entworfen, dass Sie, wenn Sie aufmerksam sind, alles Wichtige im Straßenverkehr um Sie herum wahrnehmen können. Sicherheitstechnisch spricht jedoch rein gar nichts gegen die Nutzung eines Fahrradhelms.

5.2. Was kostet ein guter Fahrradhelm?

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Bei einem Fahrradhelm sollten Sie allzu günstigen Preisen eher skeptisch gegenüberstehen.

Auch ein guter Fahrradhelm ist bereits ab 40 Euro zu erstehen, je nach Bekanntheit des Herstellers und des Designs kann der Preis auch knapp doppelte Ausmaße annehmen. Wenn Sie mehrere Fahrrädertypen besitzen, müssen Sie nicht zwangsläufig je Räderart einen eigenen Helm kaufen. Ein Allroundhelm könnte hier ein guter Kompromiss sein.

5.3. Was ist beim Fahrradhelm-Kauf zu beachten?

Es kommt bei der Wahl Ihres Fahrradhelms insbesondere auch darauf an, welche Art von Drahtesel Sie besitzen. Wie unsere Kaufberatung zeigt, gibt es für das Mountainbike, E-Bike und das normale Citybike unterschiedliche Helmarten.

Wichtig ist letztlich aber vor allem, dass Sie gut geschützt sind. Mindestens eine In Mold-Technologie sollte dem Aufbau des Helms zugrunde liegen und der Helm sollte sich beim Tragen nicht störend anfühlen, weil er Ihnen etwa zu schwer oder zu unergonomisch erscheint.

5.4. Was passiert ohne Fahrradhelm?

In den meisten Fahrrad-Unfällen kann ein Helm Fahrrad-Freunden öfter vor großem Unheil bewahren, als sie selbst glauben. Umfangreiche Untersuchungen mit Crashtest-Dummies haben gezeigt, dass sich die Schwere der Unfallverletzungen in der Kopfregion beträchtlich senken lassen. Das zeigt beispielsweise auch dieses Video: