Kaufberatung zum Kinderfahrradhelm Test bzw. Vergleich 2019

  • Ein Kinderfahrradhelm schützt die empfindliche Kopfregion Ihres Kindes und kann bei Unfällen im Straßenverkehr oder gefährlichen Stürzen unter Umständen Leben retten.
  • Greifen Sie unbedingt zu einem Helm, der Ihrem Kind wirklich genau passt. Zusätzlichen Schutz bieten Kinderhelme, die per Inmold-Verfahren hergestellt wurden. Diese Radhelme bestehen nicht aus Einzelteilen, sondern werden in einem Prozess gegossen und wirken so besonders effektiv gegen einen Aufprall.
  • Um Ihrem Kind das Tragen des Radhelms zu erleichtern, sollten Sie auf ein buntes und ansprechendes Design setzen. Es fällt nicht nur auf, sondern kann direkt auf den Geschmack Ihres Kindes zugeschnitten werden. Für zusätzlichen Komfort sorgen Belüftungslöcher im Helm.

Three young girl friends outdoors on bicycles smiling

In den ersten Lebensjahren eines Kindes vergeht kaum ein Monat ohne einen Meilenstein auf dem Lebensweg zum Erwachsenwerden. Zuerst ist es das Erlernen des Sprechens, dann das Gehen und nur wenige Monate später sind die Kleinen schon mobil. Mit Lauflernwagen und Rollern können Kleinkinder die ersten Meter selbstständig auf Rädern zurücklegen. Mit ca. drei Jahren – je nach motorischem und körperlichem Stand der Entwicklung – steigen viele Kinder dann zum ersten Mal auf ein Kinderfahrrad.

Doch mit der neuen Freiheit und dem Rausch der Geschwindigkeit kommen auch neue Gefahren hinzu. Allein im Jahr 2014 wurden in Deutschland 78.296 Fahrradunfälle verzeichnet – davon endeten 396 tödlich (Quelle: Statistisches Bundesamt). Ein Grund dafür: Lediglich 15 Prozent der Radfahrer schützen sich mit einem Fahrradhelm, vermeldet Versicherungsexperte Dr. Alexander Vollert.

Um Ihrem Kind den größtmöglichen Schutz beim Radfahren zu ermöglichen, sollte ein Kinderfahrradhelm unbedingt zur Grundausstattung gehören. Damit Sie für die nächste Radtour gut gerüstet sind, haben wir Ihnen im folgenden Kinderfahrradhelm Vergleich 2019 eine detaillierte Kaufberatung zusammengestellt.

1. Was bringt ein Kinderfahrradhelm?

Setzen Sie auf Sicherheit!

In Deutschland gibt es – ganz im Gegenteil zu anderen europäischen Staaten wie Österreich, Schweden oder Finnland – keine gesetzlich geregelte Helmpflicht für Radfahrer. Dabei ist es egal, ob es sich bei den Radlern um Kinder oder Erwachsene handelt. Auch beim Transport der Kinder in einem Fahrradanhänger ist das Tragen eines Kinderfahrradhelms nicht festgelegt.

Dennoch empfehlen wir Ihnen und Ihrem Kind das Tragen eines sicheren Fahrradhelms, um den bestmöglichen Schutz vor Kopfverletzungen zu gewährleisten.

In erster Linie ist ein Kinderfahrradhelm kein stylischer Kopfschmuck, sondern soll der Sicherheit im Straßenverkehr dienen. Kinder können im Trubel des Verkehrs von anderen Rad- oder Autofahrern schnell übersehen werden, zudem besitzen sie deutlich weniger Kenntnis in puncto Verkehrsregeln als Erwachsene. Daher haben die kleinen Radler auch ein erhöhtes Gefährdungspotential, in einen Unfall zu geraten.

Umso wichtiger ist es daher, dass sie Ihr Kind präventiv gegen mögliche Verletzungen schützen. Auch der beste Fahrradhelm für Ihr Kind kann nur so wirksam sein, wie die Passform und das Material es zulassen. Daher sind nahezu alle Radhelme mit verstellbaren Kinngurten versehen, die für eine optimale Passgenauigkeit sorgen.

Zusätzliche Belüftungslöcher sorgen für einen kühlen Kopf.

Ein vielseitiger Allrounder: Auch wenn ein Kinder-Fahrradhelm in erster Linie zum Radfahren konzipiert ist, eignet er sich aber zusätzlich auch zum Inlineskaten, Eislaufen, Rodeln oder Skateboarden.

Die Vor- und Nachteile eines Kinderfahrradhelms haben wir für Sie zusammenfassend auf den Punkt gebracht:

  • ansprechende und farbenfrohe Designs
  • erhöht die Sichtbarkeit – auch durch zusätzliche Lichtelemente
  • bietet Schutz vor Verletzungen im Kopf- und Nackenbereich
  • stabil und robust
  • Anpassen des Helms kann u.U. schwerfallen
  • vermeintlicher Schutz verleitet zu sorgenfreiem Fahrverhalten

2. Welche Kinderfahrradhelm-Typen gibt es?

kinderfahrradhelm-hartschale
Ein Hartschalenhelm für Kinder bietet viel Sicherheit.

Wenn Sie auf der Suche nach einem günstigen Kinderfahrradhelm Testsieger sind, werden Sie auf zwei verschiedene Typen von Kinderhelmen stoßen: Softshell-Helme und die gängigen Hartschalen-Kinderhelme. Beide Varianten werden von namhaften Marken und Herstellern vertrieben – darunter auch Abus, UVEX, KED, Alpina oder Puky.

Generell bestehen Fahrradhelme aus einem dämpfenden Hartschaumstoff (auch EPS genannt). Dieser Kunststoff kann unter Hitzeeinwirkung in eine Form gegossen werden und fungiert bei den Helmen als Innenschale. Die Außenschale besteht zumeist aus robustem ABS-Kunststoff, der je nach Dicke entweder als:

  • Microshell (geringes Eigengewicht, dennoch robust und leicht zu reinigen)
  • Hardshell (höher im Gewicht, da der Kunststoff dicker ist; sehr robust und leicht zu reinigen)

bezeichnet werden kann.

Zusätzlich gibt es zwei verschiedene Konstruktionsarten, die bei der Herstellung der Helme zum Einsatz kommen:

  1. In-Mold Konstruktion: Bei der In-Mold (gelegentlich auch In-Mould) Konstruktion handelt es sich um ein Verfahren, bei dem der EPS-Teil des Helms direkt in die äußere Schale gespritzt wird. Dadurch sind beide Elemente komplett miteinander verschweißt. Der so entstandene Helm besteht quasi aus einem Guss und ist besonders stoßfest und stabil. Die meisten Modelle im Kinderfahrradhelm Test wurden mit dieser Technologie gefertigt.
  2. Hardshell-Konstruktion: Dieses Verfahren hat zwar den gleichen Namen wie die bereits beschriebene ABS-Außenschale, bezieht sich jedoch auf ein Herstellungsprinzip. Dabei sind Außen- und Innenschale zwei separate Elemente, die lediglich zusammengesteckt werden.

Die hier dominierenden Hartschalen- oder Hardshell-Helme sind nahezu alle per In-Mold Verfahren hergestellt. Bei Softshell-Varianten kann dieses Prinzip nicht angewendet werden. Die beiden unterschiedlichen Typen stellen wir Ihnen im Folgenden etwas genauer vor:

Typ Beschreibung
Hartschalen-Kinderhelm Diese Kinderhelm-Variante ist aufgrund ihrer robusten und soliden Wirkungsweise die häufigste Variante in unserem Kinderfahrradhelm Test. Durch die angewandte In-Mold Technik bieten die Helme viel Sicherheit und federn etwaige Stöße gut ab.

 

Hartschalenhelme sind – verglichen mit einem Softshell-Produkt – schwerer, halten dafür aber mehr aus und sind sehr pflegeleicht. Damit der Helm auch gut sitzt, befindet sich Kinngurte an der Schale.

Softshell-Kinderhelm Softshell-Helme sind die Leichtgewichte unter den Kinderhelmen. Bei dieser Helmkonstruktion kommt lediglich der dämpfende Hartschaumstoff zum Einsatz, es befindet sich keine weitere Kunststoffschicht am Helm.

 

Dadurch kann ein verringertes Gewicht erreicht werden, die Sicherheit ist jedoch geringer als bei einem Hartschalen-Kinderhelm. Der Schaumstoff wird partiell an die Außenschale geschweißt – das können Sie durch ein Drücken auf die Helmschale nachprüfen. Erfühlen Sie einen Raum zwischen Schale und Schaumstoff, dann handelt es sich um einen Softshell-Helm.

Kinngurte, die individuell eingestellt werden können, besitzen diese Modelle natürlich ebenfalls.

Ein Fahrradhelm für Kleinkinder bietet sich nicht erst an, wenn Ihr Kind seine ersten eigenen Fahrversuche unternimmt. Einen Kinderfahrradhelm zu kaufen lohnt bereits, wenn Sie Ihr Kind regelmäßig auf einem Kinderfahrradsitz in die Schule oder zum Kindergarten fahren.

3. Kaufkriterien für einen Kinderfahrradhelm: Darauf müssen Sie achten

3.1. Herrscht Durchzug?

Jeder, der bereits einen Fahrrad- oder Schutzhelm bei sommerlichen Temperaturen auf dem Kopf hatte, weiß, wie heiß es bereits nach kurzer Dauer darunter werden kann. Kindern geht es da nicht anders. Damit die kleinen Radler den hilfreichen Kopfschutz beim Sport oder in der Freizeit nicht entnervt abnehmen, befinden sich Belüftungslöcher in der Schale des Helms.

Die Anzahl unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter – acht Stück sollten es jedoch mindestens sein, um ein angenehmes Klima unter Haube zu gewährleisten. Mehr geht aber immer; einige Exemplare in unserem Vergleich haben bis zu 17 Öffnungen.

Netz gespannt: Die einzelnen Löcher zur Belüftung sind bei den meisten Kopfbedeckungen zusätzlich von innen mit einem Fliegennetz ausgekleidet. Das praktische Feature verhindert, dass sich ungebetene Insekten während der Radtour in den Helm verirren.

3.2. Design: Hier muss es nicht dezent zugehen

kinderfahrradhelm rosa
Bunt und auffällig – so soll ein Kinderhelm sein!

Obwohl ein Kinder-Fahrradhelm in erster Linie dem Schutz dient und nicht nur “Deko” sein sollte, muss der Helm auch kindgerecht gestaltet sein. Nur so stellen Sie auch sicher, dass sich Ihr Sprössling das schützende Utensil nicht nach der ersten Kurve vom Kopf zieht und “oben ohne” weiterfährt. Daher empfiehlt es sich, den Helm schon direkt von Beginn an beim Radfahren zu integrieren. Um Junior davon zu überzeugen, dass sich das Tragen eines Helms lohnt, ist es sicherlich hilfreich, wenn auch die Eltern einen tragen. Gehen Sie daher mit gutem Beispiel voran!

Lassen Sie Ihr Kind doch seinen Helm selbstständig aussuchen. Es gibt zahlreiche Farben und Muster sowie Kinderfahrradhelme mit Frozendarstellern oder anderen Disneyfiguren. Rosa oder Blau: beim Kinderhelm kann es nicht bunt genug sein. Das erhöht die Sichtbarkeit und macht andere Verkehrsteilnehmer auf ein Kind aufmerksam. Zusätzliche LEDs und Reflektoren am Helm schmücken nicht nur, sondern sind zudem bei Dunkelheit auch sehr nützlich.

3.3. Welche Größen gibt es?

Hiermit steht und fällt das komplette Vorhaben, einen Kinderhelm fürs Fahrrad anzuschaffen. Der Tragekomfort, den der Helm neben dem Schutz bieten soll, darf nicht unterschätzt werden. Wenn der Helm zu klein oder zu groß ist, rutscht er entweder auf dem Kopf herum oder verursacht unangenehme Druckstellen. Hinzu kommt, dass ein schlecht sitzender Helm die Schutzwirkung reduziert, wenn er bei der leichtesten Bewegung verrutscht.

Nutzen Sie am besten ein einfaches Maßband, um den Kopfumfang für die passende Kinderhelm-Größe zu ermitteln. Ob Sie einen Kinderfahrradhelm für Mädchen oder ein Modell für Jungen suchen – meist geben die Hersteller, z.B. für KED Helme oder UVEX Kinderhelme, Ihre Größen in XS (44-49 cm), S (46-51 cm), S/M (49-53 cm) und M (52-58 cm) an. Im Schnitt decken diese Abmessungen die Helme für Kinder ab einem bis vier Lebensjahren ab.

4. Kinderfahrradhelm richtig anpassen: Darauf sollten Sie achten

kinderfahrradhelm verschluss
Um Sicherheit und Komfort zu gewährleistet, müssen Kinngurt und Riemen richtig eingestellt werden.

Wichtig ist, dass Ihr Kind den Helm vor der ersten Ausfahrt einmal für längere Zeit zur Probe trägt. So wird schnell deutlich, ob die Größe überhaupt stimmt. Zusätzlich sollten die Riemen sowie der Kinngurt passgenau eingestellt werden und nicht drücken. Um dies zu vermeiden, besitzen die meisten Riemen am Kinn einen Einklemmschutz.

Zeigen Sie Ihrem Kind außerdem, wie sich der Verschluss öffnen lässt. Eine einfache und intuitive Bedienung hat hier die Nase vorn. Damit die Riemen des Gurtsystems richtig sitzen, sollten diese eine Art Dreieck um die Ohren herum bilden. So verrutscht der Helm nicht.

Viele Helme bieten übrigens die Möglichkeit, die Weite per Drehrad im Nackenbereich einzustellen – dadurch kann der Kinderfahrradhelm mitwachsen und muss nicht nach jedem Wachstumsschub ausgetauscht werden.

5. FAQ zum Thema Kinderfahrradhelm

5.1. Hat die Stiftung Warentest Kinderfahrradhelme getestet?

Zuletzt hat sich das Prüfinstitut in der Ausgabe 06/2016 mit der Kategorie Kinderfahrradhelm auseinandergesetzt und insgesamt 19 Modelle unter die Lupe genommen. Dabei betrachtete die Stiftung nicht nur Fahrradhelme für Kleinkinder, sondern auch Exemplare für ältere Kinder. Nahezu die Hälfte der Testobjekte konnte überzeugen und bekam die Note Gut.

5.2. Wie pflegt und reinigt man einen Helm für Kinder?

Sofern der Fahrradhelm Ihres Kindes keine spezifischen Reinigungsmethoden erfordert, die ggf. in den Herstellerangaben vermerkt sind, reicht es, wenn Sie ein weiches Tuch und klares Wasser zum Reinigen nutzen.

Scharfe Reiniger oder Scheuermilch könnten eventuelle Applikationen und Motive sowie das Farbschema negativ beeinflussen. Selbst bei größeren Verschmutzungen ist klares Wasser mit einigen Tropfen Spülmittel immer noch die beste Wahl. Lassen Sie den Helm im Anschluss gut trocknen.

5.3. Kann ein Kinderhelm nach einem Fahrradunfall weiterhin genutzt werden?

Nein! Wenn Ihr Kind einen Sturz oder Unfall mit seinem Kinderfahrradhelm hatte, sollten Sie diesen sofort entsorgen. Auch wenn sich äußerlich keinerlei Schäden erkennen lassen, können kleinere Risse beim nächsten Zusammenprall fatale Folgen haben. Gehen Sie besser auf Nummer sicher und investieren Sie nach einem Unfall in einen neuen Kinderfahrradhelm.

5.4. Gibt es einen Kinderfahrradhelm für Babys?

Tendenziell empfiehlt sich die Nutzung eines Kinderfahrradhelms ca. erst ab dem ersten Lebensjahr, damit die Wirbelsäule auch stabil genug ist. Es gibt jedoch auch Modelle, die bereits ab dem 6. Monat genutzt werden können. Jedoch raten wir davon ab, Babys in diesem Alter per Fahrradsitz zu transportieren. Spezielle Kinderfahrradanhänger sind hier die sicherere Alternative. Die Stiftung Warentest bietet hierzu ein informatives Video: