Kaufberatung zum Fahrraddynamo Test bzw. Vergleich 2019

  • Fahrraddynamos sind Teil der Fahrradlichtanlage. Sie übersetzen mechanische in elektrische Energie, die als Strom in die Vorder- und Rückleuchten am Fahrrad eingespeist und anschließend als Licht sichtbar wird.
  • Grundsätzlich lassen sich verschiedene Dynamo-Arten voneinander unterscheiden: Besonders verbreitet sind vor allem Seitenläuferdynamos, die gegenwärtig langsam von den technische hochwertigen Nabendynamos verdrängt werden.
  • Damit ein Fahrraddynamo im Sinne der Straßenverkehrsordnung (StVO) zugelassen wird, muss er über eine Nennspannung von mindestens sechs Volt und eine Nennleistung von mindestens drei Watt verfügen.

fahrraddynamo-test

Licht in die Dunkelheit bringen und für Sicherheit im Straßenverkehr sorgen – das ist die Aufgabe eines Fahrraddynamos. Im Gegensatz zu klassischem Fahrradzubehör wie Fahrradkorb, Fahrradschloss oder Fahrradspiegel, die optional zur Fahrradausstattung erworben werden können, gehörte der Dynamo aus Sicherheitsgründen lange Zeit zur vorgeschriebenen Pflichtausstattung am Fahrrad.

Doch trotz dieser Vorschrift waren im Jahr 2009, einer Statistik des ADACs zufolge, 39,4 Prozent aller Radler mit unbeleuchteten Fahrrädern unterwegs, was sich, obwohl vergleichbare Zahlen für die letzten Jahre fehlen, vermutlich kaum geändert haben dürfte. Erst seit Juli 2013 wurde die starre Dynamopflicht etwas gelockert: Seither kann als Alternative zum Fahrraddynamo auch auf batteriebetriebene Fahrradlampen oder Fahrradbeleuchtung mit Akku zurückgegriffen werden.

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Je nach Montagemöglichkeit kann der Fahrraddynamo am Hinterrad oder am Vorderrad angebracht werden.

Falls auch Sie darauf bedacht sind, Ihr defektes Fahrrad mit Beleuchtung auszustatten und sich auf die Suche nach Ihrem persönlichen Fahrraddynamo-Testsieger begeben möchten, lohnt sich ein Blick in unseren Fahrraddynamo-Vergleich 2019. Wir bringen Licht ins Dunkel, klären Sie in unserer Kaufberatung über Aufbau und Funktionsweise eines Fahrraddynamos auf, geben Ihnen eine Übersicht zu den unterschiedlichen Arten und sagen Ihnen, worauf Sie beim Kauf des besten Fahrraddynamos besonders achten sollten.

1. Fahrraddynamo – Aufbau und Funktionsweise

Physikalische Kräfte

Die Physik eines Fahrraddynamos ist leicht erklärt: Die durch den Radfahrer aufgebrachte mechanische Energie wird durch das Laufrädchen auf Magnet und Spule übertragen und dort in elektrische Energie (Strom) umgewandelt, die anschließend als Licht wahrnehmbar wird.

Der klassische Seitenläufer-Dynamo ist über ein Laufrad mit einem Permanentmagneten verbunden, der sich innerhalb eines Gehäuses gegenüber einer Spule befindet. Wenn das Rädchen nun durch eine Feder an den Reifen gepresst wird, dreht es sich beim Fahren, was im Inneren des Gehäuses dazu führt, dass der Magnet ebenfalls anfängt, sich zu drehen.

Dies führt zu einer Änderung des von der Spule umschlossenen Magnetfeldes, wodurch, dem Induktionsgesetz folgend, eine Spannung in der Spule induziert wird. Diese Spannung, die bei etwa sechs Volt liegt, reicht gemeinsam mit der erzeugten Leistung von wenigen Watt aus, um über ein Kabel den vorderen Fahrrad-Scheinwerfer und das Fahrrad-Rücklicht zum Leuchten zu bringen.

Welche Vor- und Nachteile ein Dynamo gegenüber einem batterie- oder akkubetriebenen Scheinwerfer hat, sehen Sie in nachfolgender Übersicht:

  • ohne Akkus und Batterien einsetzbar
  • Energiequelle praktisch unerschöpflich
  • Radfahren ist schwergängiger
  • gegebenfalls Beeinträchtigungen durch Regen

2. Fahrraddynamo-Typen im Überblick

Ein guter Fahrraddynamo-Test sollte über die unterschiedlichen Kategorien, in die sich Dynamos fürs Fahrrad einteilen lassen, informieren. In unserem Fahrraddynamo-Vergleich stellen wir Ihnen die wichtigsten Dynamo-Arten kurz vor:

Dynamo-Typ Besonderheiten und Eigenschaften
Seitenläuferdynamo

 

seitenlaeuferdynamo

  • Seitenläuferdynamos werden an der Vorderradgabel oder am Rahmen befestigt.
  • Durch eine Feder lassen sie sich an den Reifen (bei Felgendynamos an die Felge) pressen.
  • Das Drehen des Rädchens führt im Inneren der Dynamos zur Umwandlung von mechanischer in elektrische Energie.
  • Der Reibungswiderstand ist bei günstigen Modellen mitunter recht hoch.
  • Sie funktionieren bei Regen weniger gut und haben generell einen eher mäßigen Wirkungsgrad.
  • Bis in die 1990er Jahre waren Seitenläuferdynamos Standard vieler Fahrräder.
Nabendynamo

 

nabendynamo

  • Nabendynamos sind eine Mischung aus herkömmlicher Vorderradnabe und Dynamo.
  • Sie funktionieren durch Permanentmagnete, die sich durch den Umlauf des Vorderrades im Nabengehäuse drehen und so zur Energieumwandlung beitragen.
  • Da der gesamte Prozess innerhalb der Nabe stattfindet, sind Nabendynamos weder Regen noch sonstiger Witterung ausgesetzt.
  • Viele Modelle verfügen über einen sehr hohen Wirkungsgrad.
  • Eingeschaltet werden Nabendynamos über einen Schalter am Fahrradlicht.
  • Sie haben die klassischen Seitenläuferdynamos an (hochwertigen) Neufahrrädern weitgehend verdrängt.
Speichendynamo

 

speichendynamo

  • Speichendynamos werden neben der Vorder- oder Hinterradnabe angebracht.
  • Sie verfügen über sogenannten “Mitnehmer” – Teile, die nach dem Herunterklappen von einer Speiche erfasst werden und so den gesamten Dynamo zum Mitdrehen bringen.
  • Die Funktionsweise ist dieselbe wie bei den o. g. Arten: mechanische Energie wird in elektrische Energie umgewandelt.
  • Speichendynamos verfügen über einen sehr geringen Wirkungsgrad und sind somit eher ineffizient.
  • Gegenwärtig sind sie vom Markt weitgehend verschwunden.
Rollendynamo

 

rollendynamo

  • Rollendynamos sind den Seitenläuferdynamos sehr ähnlich, mit der Ausnahme, dass sie auf der Lauffläche des Reifens ansetzen.
  • Installiert werden sie in der Regel hinter dem Tretlager.
  • Auch sie wandeln in ihrem Inneren mechanische in elektrische Energie um.
  • Ebenso wie Seitenläuferdynamos sind sie sehr wetterabhängig und bei Regen weniger effektiv.
  • Ihr Wirkungsgrad ist ebenfalls mit dem von Seitenläuferdynamos vergleichbar.
  • Generell sind Rollen- bzw. Walzendynamos kaum verbreitet.

Viele der oben vorgestellten Dynamo-Arten spielen jedoch auf dem Markt für Fahrradzubehör kaum mehr eine entscheidende Rolle. Im Gespräch mit heimwerker.de klärte uns Experte David Koßmann darüber auf, wie die Situation bei der Herstellung und Verbreitung der unterschiedlichen Fahrraddynamos gegenwärtig aussieht:

“Seitenläuferdynamos sind mittlerweile komplett passé und an Neurädern praktisch nicht mehr vorhanden. Wenn heute von Fahrraddynamos die Rede ist, meint man in der Regel moderne Nabendynamos. Alle weiteren Varianten wie Rollen- oder Speichendynamos waren unzureichende Verlegenheitslösungen, die im Nabendynamo eindeutig ihren Meister gefunden haben.”

David Koßmann, pressedienst-fahrrad GmbH

3. Kaufkriterien für Fahrraddynamos: Darauf müssen Sie achten!

Wie Sie unserem Fahrraddynamo-Vergleich entnehmen konnten, gibt es unterschiedliche Dynamo-Typen, die sowohl bei der Montage als auch in ihrer Effektivität Unterschiede aufweisen. Worauf Sie beim Kauf außerdem achten sollten, erfahren Sie in nachfolgendem Kapitel.

3.1. Welcher Dynamo-Typ kommt infrage?

Ob Sie Ihre Fahrradlampe mit einem Nabendynamo, einem Seitenläuferdynamo oder einem anderem Dynamo-Typ betreiben sollten, ist in erster Linie davon abhängig, wie wichtig Ihnen Effektivität und Kosten sind:

seitenlaeuferdynamo-licht
Bei Regen ist es möglich, das ein Seitenläuferdynamo nicht mehr durchgehend funktioniert.

Seitenläufer- und Rollendynamos haben den Vorteil, dass sie sehr preiswert sind und ein geringes Gewicht aufweisen. Da sie, um die Fahrradleuchten anzutreiben, ein Laufrädchen verwenden, das während der Fahrt auf dem Reifen des Fahrrads mitläuft, bringen Seitenläufer- und Rollendynamos naturgemäß aber auch einige Nachteile mit sich: Zum einen wird durch die Reibung des Laufrades der Tritt schwergängiger, zum anderen kann bei schlechter Verarbeitung ein unregelmäßiges Flackern entstehen. Darüber hinaus besteht bei Regen häufig nicht genügend Haftung am Reifen, was dazu führen kann, dass das Fahrradlicht nur schwach, sondern mitunter auch überhaupt nicht leuchtet.

preiswert, geringes Gewicht
x schwergängiger Tritt, x hohe Geräuschentwicklung, x bei Regen kaum funktionstüchtig

nabendynamo-licht
Ein Nabendynamo ist gegen Regen und Witterungseinflüsse weitgehend geschützt.

Anders verhält es sich, wenn die Fahrradbeleuchtung mit Nabendynamo angetrieben wird. Nabendynamos haben den Vorteil, im Inneren der Vorderradnabe zu sitzen, was sie gegen Witterungseinflüsse schützt und sie zuverlässig, wartungsarm und leise macht. Darüber hinaus ist die mechanische Übersetzung besser, sodass Nabendynamos in aller Regel einen höheren Wirkungsgrad aufweisen. Von Nachteil sind hingegen der meist deutlich höhere Preis sowie das höhere Gewicht. Außerdem ist es für Laien aufgrund der komplizierten Konstruktion kaum möglich, einen in der Nabe sitzenden Fahrraddynamo zu reparieren oder auszutauschen.

wetter- und witterungsbeständig, arbeitet zuverlässig, leise
x höherer Preis, x höheres Gewicht

Tipp: Abraten möchten wir ausdrücklich vom Kauf von Speichendynamos. Die meisten von ihnen verfügen über einen sehr geringen Wirkungsgrad – so auch das Modell, das die Stiftung Warentest im Rahmen ihres Fahrradlicht-Tests von 2006 unter die Lupe genommen hat. Dieses wies nur einen Wirkungsgrad von 24 Prozent auf, womit es in einem guten Fahrraddynamo-Test niemals einen der vorderen Plätze belegen könnte.

3.2. Zulassung durch StVO

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Batteriebetriebene Fahrradlampe.

Bis zum Juli 2013 musste ein Fahrrad mit Dynamo ausgestattet sein. Ausgenommen davon waren bspw. Sporträder, die unter elf Kilogramm wogen und die auch schon damals auf akku- oder batteriebetriebene LED-Fahrradbeleuchtung zurückgreifen durften.

Damit ein Dynamo für Fahrräder im Sinne der Straßenverkehrsordnung verkehrstauglich ist und zugelassen wird, muss es über eine Nennleistung von drei Watt und eine Nennspannung von sechs Volt verfügen.

Achtung: Wer sich eine akku- oder batteriebetriebene LED-Fahrradlampe zulegen will, muss neben der vorgeschriebenen Leistung auch darauf achten, dass er sich keine blinkenden Lichtanlagen zulegt. Diese sind im Straßenverkehr nämlich nach wie vor verboten. Darüber hinaus muss das LED-Fahrradlicht – bei batterie- und akkubetriebenen ebenso wie bei dynamobetriebenen Lampen – in zehn Meter Entfernung eine Helligkeit von mindestens zehn Lux aufweisen. Um herauszufinden, ob die von Ihnen favorisierte Fahrradlampe auch offiziell zugelassen ist, müssen Sie vor dem Kauf darauf achten, ob sich auf dem Gehäuse eine K-Nummer mit Wellenlinie (Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamtes) befindet.

3.3. Überspannungsschutz

Jeder Dynamo ist Spannungsschwankungen ausgesetzt: Das bedeutet, dass vom Dynamo zeitweilig eine zu hohe Spannung produziert werden kann, auf die das verwendete Fahrradbeleuchtungs-Set mitunter nicht ausgelegt ist. Als mögliche Folge kann während der Fahrt die Lampe plötzlich durchbrennen. Um dies zu vermeiden, lohnt es sich, nach einem Dynamo mit Überspannungsschutz Ausschau zu halten, der die Beleuchtung vor den Auswirkungen zu hoher Spannungen und elektrischer Ladungen schützt.

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4. Fragen und Antworten rund um das Thema Fahrraddynamo

4.1. Was kostet ein Fahrraddynamo?

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Günstiges Fahrradbeleuchtungs-Set mit Lampe, Dynamo und Zubehör.

Wer einen günstigen Fahrraddynamo kaufen möchte, für den kommen eigentlich nur klassische Seitenläuferdynamos infrage. Sie kosten durchschnittlich zwischen 5 und 20 Euro. Einzelne Modelle von bekannten Marken und Herstellern wie bspw. Busch & Müller können aber auch mehr als 30 Euro kosten.

Hochwertige Nabendynamos sind im Vergleich mit Rollen- und Seitenläuferdynamos hingegen noch teurer. Abhängig von Modell, Verarbeitungsqualität und Hersteller können Sie Nabendynamos für Preise zwischen 30 und 80 Euro erwerben.

4.2. Wie kann ich einen Fahrraddynamo anschließen?

Einen Fahrraddynamo zu montieren, ist verhältnismäßig einfach, sofern es sich um einen klassischen Seitenläuferdynamo handelt. Prinzipiell müssen Sie den Dynamo dazu lediglich mit einer Schraube am Fahrrad befestigen und die Kontakte der Lichtanlage an einem bestimmten Punkt des Dynamos einklemmen. Wie genau das funktioniert und wie Sie einen Fahrraddynamo nachrüsten können, wenn Ihr alter kaputt ist, sehen Sie in nachfolgendem Video:

4.3. Welche Leistung hat ein Fahrraddynamo?

Um beim Fahren eine ausreichende Helligkeit zu gewährleisten, muss die Fahrraddynamo-Leistung bei mindestens drei Watt liegen. Darüber hinaus muss ein Fahrraddynamo eine Spannung von mindestens sechs Volt aufweisen.

Wussten Sie schon? Obwohl sich die Strommenge, die ein Dynamo erzeugen kann, nicht erhöhen lässt, kann durch eine in Reihe geschaltete zweite Lichtanlage die Spannung auf 2 x 6 Volt erhöht werden. Sinnvoll ist eine Erhöhung der Spannung des Fahrraddynamos auf 12V für all diejenigen, die häufig nachts schnell unterwegs sind und für ihre Sicherheit entsprechend mehr Licht benötigen.