Fenster & Türen

Fensterrahmen als Wanddeko selber bauen

Fenster bietet einen Blick nach draußen und in die Welt. Nicht immer müssen sie dafür echt sein. Gerne werden auch als alte Fensterrahmen als Wanddekoration aufgehangen und mit Bildern oder Accessoires ausgeschmückt.

Wer jedoch keinen passenden Fensterrahmen findet oder eine individuelle Lösung benötigt, kann sich gerne einen Fensterrahmen als Wanddekoration selber machen.

Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie einen solchen Fensterrahmen selbst bauen können und wie er in unterschiedlichen Ausführungen wirken kann. Ob Sie den Fensterrahmen anschließend als Regal für Parfüms an die Wand hängen, er mit weißem Hintergrund auf der Kommode steht oder mit einem tollen Hintergrundbild als Wanddeko dient, bleibt völlig Ihnen überlassen.

Als Hintergrundbild können Sie gerne ein eigenes nutzen oder auch kleine Fotos in den Fensterausschnitten befestigen. Halten Sie Ihre eigene Kreation in einem Bild fest und wir fügen sie gerne in unsere Vorschläge ein.

Materialbedarf und benötigte Werkzeuge

Materialbedarf:

Bezeichnung Stückzahl Maße (Länge)
Fußbrett (23 x 74 mm) 1 400 mm
Seitenleiste (17 x 38 mm) 2 327 mm
Querleiste (17 x 38 mm) 2 366 mm
Stege (17 x 38 mm) 2 293 mm
Rückwand (3 mm) 1 400 x 350 mm
Klebefolie (optional) 400 x 350 mm
Beize, Lasur, Farbe (optional) Rustikal-Effekt-Beize
Holzleim

Ausgangsmaß für unseren selbst gebauten Fensterrahmen war ein vorhandenes Brett aus Leimholz, welches in etwa unseren Wünschen entsprach.

Daher wurde dieses Leimholz-Brett als Bezugspunkt zur Maßabnahme genutzt. Anwendung findet es im Beispiel jedoch nicht, da eine einfache Rückwand dünner und günstiger ist.

Auch wenn wir alle Maße für den Zuschnitt vorgegeben haben, können Sie nach unserer Bauanleitung Ihr eigenes Fenster selber bauen.

Verwenden Sie zur Größenbestimmung eventuell einen Boden (Pressspan) aus einem alten Schubfach oder eine passendes Stück Restmaterial aus dem Baumarkt. Im Arbeitsschritt Maß nehmen und Zuschnittt zeigen wir, wie Sie die Maße für den Zuschnitt bestimmen. Sie sind daher nicht an unsere Vorgaben gebunden.

Benötigte Werkzeuge:

  • Kapp- und Gehrungssäge (alternative Säge möglich)
  • Schleifwerkzeug (Schwingschleifer, Exzenterschleifer, Deltaschleifer.....)
  • Pinsel für Lack, Lasur oder Beize
  • Schraubzwingen

Schritt 1: Maß nehmen und Zuschnitt

Länge Fußbrett bestimmen: Legen Sie das breitere Fußbrett unter Ihre geplante Rückwand, übertragen Sie die Länge und kürzen das Fußbrett auf das angezeichnete oder gemessene Maß. Alternativ: Breite der Rückwand

1. Länge Fußbrett bestimme

Seitenleiste ausmessen: Positionieren Sie nun das Fußbrett auf der Rückwand und messen Sie die verbleibende Rückwand. So ergibt sich die Länge der Seitenleisten. Alternativ: Höhe der Rückwand - Brettstärke des Fußbretts.

2. Seitenleiste ausmessen

Querleiste ausmessen: Legen Sie die Seitenleisten an ihre Position und messen Sie den Zwischenraum für die Querleisten. Alternativ: Breite der Rückwand - 2x Stärke der Seitenleiste

3. Querleiste ausmessen

Stege ausmessen: Um das Maß der Stege zu bestimmen, werden das Fußbrett und die beiden Querleisten übereinander auf die Rückwand gelegt und das restliche Maß bestimmt. Dieses Maß dürch zwei geteilt, ergibt die Länge der Stege. Alternativ: (Rückwandhöhe - Stärke vom Fußbrett - 2x Stärke der Querleisten)/2

4. Stege ausmessen

Schritt 2: Schleifen aller Leisten

Sind alle Leisten und das Fußbrett zugesägt und sieht der Probeaufbau wie gewünscht aus, können die Leisten geschliffen werden.

Leisten beim Schleifen verspannen

Da gekauftes Profilholz selten zu 100 % rechtwinklig ist, empfiehlt es sich, die Leisten untereinander mit Schraubzwingen zu verspannen. So stehen alle exakt hochkant und sollte die schmale Seite des Profils nicht im rechten Winkel stehen, wird sie beim Schleifen automatisch begradigt. Das erleichtert später das Verleimen.

Alle Leisten gleichmäßig schleifen

Schleifen Sie nun beide Seiten möglichst gleichmäßig. Setzen Sie dazu das Schleifgerät mit der gesamten Fläche flach auf und vermeiden Sie es, einzelne Stellen gezielt zu bearbeiten. Je gleichmäßiger Sie die gesamte Fläche abtragen, desto besser liegen die Leisten später auf und stehen gerade.

Schritt 3: Leimflächen markieren

Erfolgt später eine farbliche Gestaltung, muss der Fensterrahmen ohne Rückwand zusammengebaut werden.

Die geschieht nur mit Leim und ohne Schrauben, da diese leicht die Leisten verschieben könnten. Vorm verleimen ist es ratsam die späteren Kontaktflächen zu kennzeichnen, um das Ausrichten zu vereinfachen.

Fensterrahmen exakt ausrichten

Zum Markieren der Kontaktflächen wird der Fensterrahmen aufgebaut und exakt ausgerichtet. Markieren Sie nun leicht mit einem Bleistift, wo Leim benötigt wird. Mit einem Anschlagwinkel können anschließend die Markierungen deutlich als Striche angezeichnet werden.

Benötigte Leimstellen markieren

Tipp: Verwenden Sie zum verleimen Classik-Holzleim und keinen Express-Leim. Classik-Holzleim benötigt zwar länger zum Trocknen, gibt dafür aber die Möglichkeit, die Flächen exakt auszurichten. Aber selbst mit Classik-Leim sollten Sie sich beeilen, da die Klebeflächen schnell anziehen.

Schritt 4: Verleimen der Leisten am Fensterrahmen

Beginnen Sie beim verleimen mit dem innerern Kreuz und dem oberen Steg.

Setzen Sie diesen an die obere Querleiste und anschließend die untere dagegen. Im nächsten Schritt werden die Seitenleisten angesetzt und der untere Steg angeleimt. Als letztes findet das Fußebrett seinen Platz.

Holzleim satt an den markierten Flächen auftragen

Richten Sie alles noch mal exakt aus und verspannen Sie anschließend den Fensterrahmen mit Schraubzwingen.

Nach dem Ausrichten gut spannen und trocknen lassen

Nach dem Trocknen können ungenaue Stöße erneut geschliffen und der Fensterrahmen bereits genutzt werden. Beispielbilder für eine Verwendung ohne weitere Bearbeitung befinden sich am Ende der Seite.

Schritt 5: Verwenden einer Rückwand mit Bild

Wer dem selbst gebauten Fensterrahmen eine echte Optik geben möchte, kann eine Rückwand mit Bild verwenden.

Hierzu eignen sich Fotos, Motivtapete oder gar Computer-Ausdrucke. Wir haben uns hierfür ein Motiv aus dem Internet gesucht und dieses auf Bilder verteilt, um einen A4-Farbdrucker verwenden zu können.

Sprühkleber gleichmäßig auftragen

Das verwendete Bild unterliegt zwar der Lizenz "CC0 Public Domain" und erfordert keine Namensnennung, wir finden es aber fairer, dem Urheber die Ehre zukommen zu lassen, die er sich mit dem tollen Werk verdient hat: Urheber 2221709 auf pixabay.com

Ungenaue Stöße werden abgedeckt

Das Bekleben der Rückwand erfolgt mit Sprühkleber, der gleichmäßig auf die Fläche aufgetragen wird.

Anschließend können die einzelnen Bilder aufgeklebt werden. Gelingt das nicht ganz genau, so ist das nicht weiter schlimm. Kleine Lücken werden später mit den Leisten abgedeckt.

Schritt 6: Eine weiße Rückwand mit Klebefolie gestalten und den Rahmen beizen

Wer einen neutralen Hintergrund wünscht, kann hierfür ebenso die Rückwand gestalten.

Wir haben sie einfach umgedreht und mit Klebefolie für einen weißen Hintergrund gesorgt. So lässt sich die Rückwand bei Bedarf wenden und den eigenen Wünschen anpassen.

Klebefolie gleichmäßig abrollen, aber nicht ziehen.

Der Zuschnitt der Klebefolie kann recht großzügig gestaltet werden, da sich der Überstand leicht mit einem Cuttermesser abschneiden lässt.

Wichtig beim Auflegen der Folie ist jedoch, die Rückwand von jedem noch so kleinen Krümel zu befreien. Dieser würde die Klebefolie sonst nicht glatt aufliegen lassen, was später deutlich zu sehen ist.

Beize lässt das Holz natürlicher aussehen.

Für einen besseren Kontrast wurde der Fensterrahmen anschließend etwas dunkler gebeizt, sodass er natürlicher wirkt. Wer mag, kann den Rahmen auch im typischen Weiß halten und eine hellblaue (himmelblau) Klebefolie nutzen.

Beispiele : Selbst gebauter Fensterrahmen im unterschiedlichen Design

Ohne Rückwand stehend auf einem Schrank
Ohne Rückwand als Regal an der Wand
Gebeizt und mit Bild als Rückwand
Gebeizt und mit weißer Rückwand (Klebefolie)
 

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