Basteln mit Holz

Bilderrahmen-Bauanleitung: Bilderrahmen basteln

Bilderrahmen aus naturholz Bilderrahmen gibt es in großer Vielzahl, verschiedenen Formen und aus unterschiedlichen Materialien. Gerade das Internet bietet hier eine große Auswahl, wie Happyfoto.at eindrucksvoll beweist.

Wer allerdings mehr Wert auf außergewöhnliche Formate und Formen jenseits der Standardmaße im Handel legt, der sollte seinen Bilderrahmen selber bauen.

Bei uns gibt es kostenlose Links zu Anleitungen für individuelle Bilderrahmen. Egal ob Holz, Pappe, Salzteig oder Gips, hier gibt es für jeden Geschmack die passende Bauanleitung für einen Bilderrahmen.

Wer mag, kann natürlich auch unserer eigenen Bauanleitung folgen und einen Bilderrahmen aus einer Einwegpalette bauen. Diese strahlt mit einem geringen Arbeitsaufwand einen ganz besonderen Charme aus und kann individuell gestaltet werden.

Benötigte Arbeitsmaterialien und Werkzeuge

Arbeitsmaterial

  • eine Einwegpalette oder ähnliches
  • ein rahmenloser Bilderrahmen (Cliprahmen)
  • vier Holzschrauben
  • Holzleim
  • Holzöl

Werkzeuge

Die genannten Werkzeuge dienen nur als Richtlinie und viele Arbeiten lassen sich ebenso mit anderen Hilfsmitteln ausführen. Wem weder eine Tischkreissäge, noch eine Kapp- und Gehrungssäge zur Verfügung steht, der kann sich auch mit einer Stichsäge behelfen. In diesem Fall muss bei Gehrungsschnitten  besonders sorgfältig gearbeitet werden.

Schritt 1 – Benötigtes Holz gibt es mit Einwegpaletten geschenkt

Einwegpaletten beziehen ihren Namen aus ein Weg, was für eine einmalige Verwendung steht. Nach dem Gebrauch werden solche Paletten zumeist entsorgt, verbrannt oder landen im Müll. Es spricht jedoch nichts gegen eine weitere Verwendung.

Einwegpalette für einen Bilderrahmen
Einwegpaletten sind kostenlos und bieten gutes Holz

Einwegpaletten finden hauptsächlich beim Versand größerer Artikel ihren Einsatz und sind dadurch häufig im Einzelhandel erhältlich.

Eine Nachfrage beim nächsten Einkaufsbummel kann hier schon zum Erfolg führen. Notfalls können Einwegpaletten aber auch im Netz gebraucht oder in speziellen Shops käuflich erworben werden.

Durch eine geringe Bearbeitung zeichnet sich Palettenholz von Einwegpaletten in einer sehr natürlichen Optik aus, die gut zur gemütlichen und rustikalen Einrichtung passt, sich aber ebenso weiter bearbeiten und gestalten lässt. So entstehen Schränke, Regale, Tische oder Bilderrahmen aus Echtholz.

Unsere Bauanleitung eines Bilderrahmens lässt sich in jeder gewünschten Größe und Optik anpassen, was wir am Ende in einigen Beispielen zeigen werden.

Im ersten Schritt muss die vorhandene Palette zerlegt werden. Ist sie recht neu und sind die Nägel nicht angerostet, lassen sich die Bretter mit etwas Glück und einem Schraubendreher oder Nageleisen auseinander hebeln.

Ist die Palette groß genug und kann auf Holz verzichtet werden, ist das Trennen mit einer Säge der einfachste Weg, der jedoch auch den größten und nicht mehr nutzbaren Abfall hinterlässt.

Die Nägel lassen sich mitunter schwer entfernen.
Die Nägel lassen sich mitunter schwer entfernen.
Im Notfall können die Bretter ausgesägt werden.
Im Notfall können die Bretter ausgesägt werden.

Schritt 2 – Bestimmen der Maße und Zuschnitt des Rahmens

Ein passendes Glas zu schneiden oder schneiden zu lassen, bedarf etwas Übung und einer vorhandenen Glasplatte. Durchaus günstiger und vor allem einfacher, ist die Verwendung eines rahmenlosen Bilderrahmens (Bilderhalter oder Cliprahmen).

Cliprahmen bieten eine gute Basis für eigene Bilderrahmen
Cliprahmen bieten eine gute Basis

Diese gibt es einzeln und sogar im Großpack sehr günstig zu kaufen. Für kleines Geld liefern sie die benötigte Glasplatte und selbst die Aufhänger lassen sich für den selbst gebauten Bilderrahmen aus Holz nutzen.

Zur Bestimmung der Größe des Zuschnitts und der späteren Ausfräsung, werden vier der vorhandenen Bretter als Rechteck ausgelegt und der Wunschgröße des Bilderrahmens angepasst. Vom Rand des Brettes wird anschließend der Abstand bis zum Glas gemessen, verdoppelt und jeweils zur Breite und Höhe des Bilderrahmens addiert.

In unserem Beispiel beträgt der Abstand je 5 cm. Mit einem Standardmaß eines A4-Bilderrahmens von etwa 21 cm x 29 cm ergibt sich somit ein späteres Rahmenmaß von 31 x 39 cm. Es werden daher zwei Bretter mit einer Länge von 31 cm und zwei Bretter von 39 cm benötigt.

Die Bretter lassen sich auf der Tischkreissäge, einer Kapp- und Gehrungssäge oder auch mit der Stichsäge zusägen. Die exakte Länge ist an diesem Punkt noch nebensächlich. Sinnvoll ist es jedoch die Bretter paarweise zu schneiden, um später einen rechtwinkligen Bilderrahmen zu erhalten.

Cliprahmen auf dem Holz ausrichten
Cliprahmen auf dem Holz ausrichten
Bestimmen der benötigten Größe
Bestimmen der benötigten Größe

Schritt 3 – Ausarbeitung der Einlage mittels Oberfräse oder Tischkreissäge

Damit die Glasscheibe oder der gesamte Cliprahmen gut im Holzrahmen liegt, muss dieser auf das entsprechende Maß ausgearbeitet werden.

Die Größe der Ausarbeitung wurde bereits am Anfang bestimmt, zur Kontrolle empfiehlt es sich jedoch, die Zuschnitte erneut auszulegen und den Abstand des Cliprahmens zum Rand zu prüfen. Der Ausschnitt darf hierbei gerne einige Millimeter größer als der Cliprahmen ausfallen.

Der Ausschnitt kann auf zwei verschiedenen Wegen, mittels Oberfräse (Frästisch) oder Tischkreissäge erfolgen. Wir möchten beide Varianten kurz vorstellen.

Ausschnitt mit der Oberfräse herstellen

Fräsen mit der Oberfräse
Fräsen mit der Oberfräse

Sinnvoll ist eine Bearbeitung auf einem Frästisch, da hier sehr sicher und genau gearbeitet werden kann. Die Tiefe der Ausfräsung wird durch die Stärke des Cliprahmens bestimmt und beträgt etwa 7 bis 8 mm.

Die Breite wird durch das verwende Holz und dem gewünschten Überstand festgelegt. Etwas komplizierter aber auch möglich ist der Einsatz einer Oberfräse. Hierzu wird der Parallelanschlag eingerichtet und der Absatz Schicht für Schicht abgetragen.

Problematisch erweist sich hier allerdings das Einspannen der Bretter mittels Schraubzwinge, sodass immer nur bis zur Hälfte gearbeitet werden kann und nachfolgend umgespannt werden muss.

Negativ kann sich bei dieser Variante eine unterschiedliche Brettstärke auswirken. Da die Frästiefe von der Rückseite bestimmt wird, kann es passieren, dass die Bretter auf der Vorderseite eine unterschiedliche Höhe aufweisen. Zwar kann die unterschiedliche Höhe durch exaktes Ausmessen und ein unterschiedliche Arbeitstiefe ausgeglichen werden, das setzt jedoch eine sehr exakte Arbeitsweise und regelmäßiges Messen voraus.

Aussägen mit der Tischkreissäge

Absatz mit der Tischkreissäge sägen
Ein perfektes Ergebnis mit der Tischkreissäge

Einfacher jedoch nicht ganz ungefährlich ist die Ausarbeitung mittels Tischkreissäge. Hierfür muss der Sägeblattschutz entfernt werden, sodass besondere Sorgfalt bei der Arbeit nötig ist.

Richten Sie hierzu den Parallelanschlag und die benötigte Schnitttiefe ein. Der erste Schnitt sollte mit der flachen Auflage des Brettes und einer Schnitttiefe von 7 bis 8 mm erfolgen. Gerne kann hier auch etwas tiefer gearbeitet werden, was die Einrichtung des zweiten Schnittes erleichtert und später nicht sichtbar ist.

Der zweite Schnitt erfolgt hochkant und kann ebenfalls einen Millimeter tiefer als nötig ausfallen.

Vorteilhaft bei dieser Variante, ist die Anlage der Bretter mit der Vorderseite am Parallelanschlag. Hierdurch spielen unterschiedliche Brettstärken eine untergeordnete Rolle und der sichtbare Bereich ist später exakt gearbeitet. Absätze durch verschiedene Materialstärken verschieben sich auf die Rückseite und sind somit nicht sichtbar.

Schritt 4 – exakte Gehrungsschnitte mit der Kapp- und Gehrungssäge

Um Lücken beim späteren Verbinden der einzelnen Bretter auszuschließen, ist es wichtig, dass die Gehrungsschnitte absolut exakt ausgeführt werden. Grundvoraussetzung ist eine gut eingerichtete Säge.

Überprüfung des Winkelschnittes
Überprüfung des Winkelschnittes

Selbst eine neu gekaufte Kapp- und Gehrungssäge ist nur selten exakt eingestellt und der benötigte Winkel von 45° kann deutlich abweichen. Führen Sie hierzu vorher einen kleinen Test durch.

  • Stellen Sie die Säge mittels Rastfunktion auf 45 ° ein.
  • Sägen Sie eine gerade Holzleiste, indem Sie diese exakt an der Anlage der Säge anlegen.
  • Verdrehen Sie eines der zugesägten Holzstücke vertikal und legen Sie beide Stücke mit der Schnittkante aneinander.
  • Jetzt sollte sich ein rechter Winkel ergeben, der mit einem einfachen Winkel kontrolliert werden kann.
  • Justieren Sie bei Bedarf den Anschlag der Säge nach, die Winkelverstellung sollte dabei unverändert bleiben.

Mit einer korrekten Winkeleinstellung können nun die Bretter auf Gehrung zugeschnitten werden. Sinnvoll ist es auch hier, diese übereinander zu legen und paarweise zuzusägen. Damit erhalten Sie eine einheitliche Länge und der Bilderrahmen lässt sich ohne weitere Hilfswinkel rechtwinklig zusammenbauen.

Nach einer letzten Prüfung der Maße mittels Zusammenlegen, können die Teile im nächsten Schritt verbunden werden.

Paarweise sägen
Paarweises Sägen garantiert ein gleichmäßiges Ergebnis
Stimmen die Winkel, lassen sie sich gut zusammenlegen
Stimmen die Winkel, lassen sie sich gut zusammenlegen

Schritt 5 – Fügen der Rahmenteile mit Leim und Pocket Holes

Das Fügen der Rahmenteile kann auf unterschiedlichen Wegen und den eigenen Vorlieben erfolgen. Bewährt hat sich hierbei eine Kombination aus einer Leim- und Schraubverbindung. Der Leim garantiert eine sichere Verbindung und die Schraubverbindung vereinfacht das Verpressen der geleimten Flächen.

Bohren mit dem Wolfcraft Undercover Jig
Bohren mit dem Wolfcraft Undercover Jig

Die Verschraubung erfolgt optimal mit dem Pocket-Hole-System, welches ein einfaches und verdecktes Fügen gestattet. Die Bohrung wird im rechten Winkel zur Schnittkante im kurzen oder im langen Brett gesetzt.

Wichtig ist, dass insgesamt nur vier Seiten gebohrt werden dürfen (siehe Bild). Ist der Rahmen breit genug, können pro Schnittfläche natürlich auch zwei Bohrungen eingebracht werden.

Zur Kontrolle und Wahl der richtigen Schraubenlänge wird eine Schraube in das Bohrloch gesteckt und das Brett flach auf die Werkbank gelegt. Berührt die Schraubenspitze die Werkbank nicht, tritt sie auch beim Verschrauben später nicht aus dem Holz.

Nach und nach können nun jeweils zwei Schnittkanten mit Leim bestrichen und verschraubt werden. Eine glatte Unterlage garantiert hierbei eine ebene Oberfläche.

Austretender Leim muss sofort entfernt werden und auch die Unterlage sollte mittels Papier vor Verunreinigung geschützt werden.

Bei einer zügigen Arbeitsweise (kein Expressleim) lassen sich alle vier Teile zusammensetzen und nachträglich ausrichten, sowie zusätzlich verspannen. Ein Rahmenspanner erleichtert den Vorgang natürlich erheblich. Dabei sollten jedoch alle Teile sicher auf der Arbeitsfläche aufliegen, um ein Kippeln und Anheben einzelner Seiten zu vermeiden.

Austretenden Leim abwischen
Austretenden Leim abwischen
Möglichst plan auflegen und spannen.
Möglichst plan auflegen und spannen.

Schritt 6 – Oberflächengestaltung nach eigenen Vorstellungen

Die abschließende Oberflächengestaltung kann nach eigenen Vorstellungen erfolgen und dem Stil der Wohnungseinrichtung angepasst werden. Wir möchten hier einige Varianten vorstellen:

Flämmen von Holz auf einem feuerfesten Untergrund
Flämmen von Holz auf einem feuerfesten Untergrund
  • Unbearbeitet für den Puristen. Wer Ziegelwände mag oder seine Wohnung gerne mit natürlichen und unbearbeiteten Materialien einrichtet, der kann seinen selbst gebauten Bilderrahmen ebenfalls unbehandelt lassen und einfach über ein bereits an der Wand befestigtes Bild hängen. In dieser Variante kann die Herstellung recht grob ausfallen und auch sichtbare Schnittkanten oder nicht korrekte Gehrungsschnitte werten den Gesamteindruck nicht ab.
  • Wird der moderne und klassische Stil bevorzugt, lässt sich das Holz der Einwegpalette weiter bearbeiten und schleifen. Ein intensiver Anschliff beseitigt die raue Oberfläche und lässt das Holz in einer hellen Optik erstrahlen. Hierfür sollte jedoch bereits vorher darauf geachtet werden, dass die Palette nicht zu lange Wettereinflüssen und vor allem Nässe ausgesetzt war. Auf dem Beispielbild 2 ist links unten bereits eine leichte blaue Verfärbung durch Bläuepilze zu sehen. Diese greifen das Holz zwar nicht an, sehen aber unschön aus.
  • Rustikal und urig wird der selbst gebaute Bilderrahmen durch das sogenannte Flämmen. Hierbei wird die Oberfläche möglichst gleichmäßig mit einem Brenner, einer Lötlampe oder einem Heißluftfön kurz erhitzt. Die Holzmaserung verfärbt sich dunkel und tritt deutlicher hervor. Je nach Geschmack, kann die gesamte Optik dem eigenen Wunsch angepasst werden. Werden bei den ersten Versuchen einzelne Stellen zu dunkel, lassen sie sich durch Schleifen wieder aufhellen.
  • Gemütlich und warm strahlt dunkles Holz mit einer kräftigen Maserung. Dieser Eindruck lässt sich durch das Ölen der Oberfläche erreichen. Hierzu wird das Öl im ersten Arbeitsgang satt aufgetragen und nach etwa 10 Minuten überschüssiges Öl wieder entfernt. Eine Wiederholung des Vorgangs nach 24 Stunden erreicht eine gleichmäßige Sättigung und damit Schutz der Holzoberfläche, die auch problemlos nass abgewischt werden kann.
unbehandelte Oberfläche
unbehandelte Oberfläche
Bilderrahmen geschliffen
Bilderrahmen geschliffen
Geflämmtes Holz
Geflämmtes Holz
Geflämmt und geölt
Geflämmt und geölt

Ist die optische Gestaltung abgeschlossen, lässt sich der Rahmen direkt über ein bereits an der Wand befestigtes Bild hängen. Es ist aber ebenso möglich, den Cliprahmen im selbst gebauten Bilderrahmen mit der Heißklebepistole zu fixieren und als eigenständigen Bilderrahmen zu nutzen.

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