Keller ausbauen: So gelingt die Umwandlung zum Wohnraum
Ein Ratgeber aus der heimwerker.de Redaktion

Keller dienen häufig als Stauraum, doch wenn der Wohnraum im Haus knapp wird, lassen sie sich auch gut umfunktionieren. Ob als Hobbyraum oder Einliegerwohnung: In den sozialen Medien können Sie sich von vielen Vorher-Nachher-Bildern inspirieren lassen und eigene Ideen für den Ausbau und die Neugestaltung Ihres Kellers entwickeln.
Welche Schritte für den Umbau notwendig sind, welche rechtlichen Aspekte es zu beachten gilt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, erklären wir Ihnen im folgenden Ratgeber. Mit einer guten Planung und der passenden Anleitung lässt sich ein Keller sinnvoll zu zusätzlichem Wohnraum ausbauen.
1. Wann lohnt es sich, einen Keller auszubauen?
Der Ausbau eines Kellers ist oftmals eine Option, wenn zusätzlicher Wohnraum notwendig ist, der langfristig genutzt werden soll, und ein Umzug ausgeschlossen ist. Ist der Keller trocken und die Bausubstanz in gutem Zustand, liegen grundsätzlich gute Voraussetzungen für die Erweiterung des Wohnraums vor.
Die ausgebaute Fläche kann dabei vielseitig genutzt werden, z. B. als
- Büro,
- Hobbyraum,
- Schlafzimmer,
- Einliegerwohnung
- oder sogar als Bunker bzw. Schutzraum.
Ein großer Vorteil des Kellerausbaus ist, dass die Baumaßnahme meist kostengünstiger als ein Anbau ist. Zusätzlich geht durch den Ausbau des Kellers keine Fläche Ihres Grundstücks verloren, sondern die bereits bebaute Fläche wird effizienter genutzt. Gleichzeitig steigern Sie durch den Kellerausbau und die damit einhergehende Sanierung in der Regel den Wert der Immobilie.
Tipp: Befindet sich das Haus in Hanglage, kann auf einer Seite des Kellers natürliches Licht in den Keller einfallen. Das macht den Ausbau des Kellers deutlich attraktiver.
2. Muss der Kellerausbau genehmigt werden?
Bevor Sie Ihr Bauvorhaben konkret planen bzw. mit den Bauarbeiten beginnen, kann zunächst eine Genehmigung des örtlichen Bauamts erforderlich sein. Wenn lediglich ein einzelner Hobbyraum oder ein Büro eingerichtet wird, ohne dass an den tragenden Wänden etwas verändert wird, ist oftmals keine Baugenehmigung notwendig. Die Baugenehmigung ist jedoch in der Regel Pflicht, wenn Sie den Keller von einer Nutzfläche zu dauerhaftem Wohnraum umfunktionieren.
Hierbei müssen Sie unter anderem die Geschossflächenzahl (GFZ) berücksichtigen, welche die Bebauungsdichte festlegt. Darüber hinaus gelten weitere rechtliche Anforderungen. Der Keller muss je nach Bundesland mindestens eine Deckenhöhe von 2,30 bis 2,50 Meter aufweisen, um als Wohnraum genutzt werden zu dürfen.
Bei zu niedrigen Kellern kann eine Tieferlegung notwendig sein, um die Vorgaben zu erfüllen. Besonders bei Altbauten muss vorher umfangreich von Experten überprüft werden, ob die Statik des Fundaments für eine Tieferlegung ausreichend ist. Nicht jeder Keller erfüllt die Voraussetzungen, als Wohnraum ausgebaut zu werden.

Auch ein zweiter Fluchtweg ist aus Brandschutzgründen Pflicht, wenn Sie den Keller als Wohnraum nutzen. Häufig wird dieser über eine Außentreppe oder ein ausreichend großes Kellerfenster umgesetzt.
3. Welche Materialien und Werkzeuge benötigt man für den Ausbau eines Kellers?
Kundige Handwerker können selbst Hand anlegen, um zumindest einen Großteil der Arbeiten in Eigenleistung durchzuführen und die eigenen Ideen umzusetzen. Dabei ist hochwertiges Werkzeug essenziell. Gutes Werkzeug in Profi-Qualität bietet z. B. daw21onlineshop.de. Der Online-Shop verfügt über eine Vielzahl an hochwertigen Arbeitsgeräten und Werkstattzubehör, etwa Bohrer, Bohrkronen, Befestigungs- und Schlauchtechnik sowie Schleifmittel und Werkstattzubehör.
Bei minderer Werkzeug-Qualität können die Arbeiten nicht sauber genug ausgeführt werden. Gerade in Kellerräumen, die durch die hohe Feuchtigkeit in den Wänden besondere Anforderungen an Arbeiten stellen, können unsaubere Ausführungen potenziell Schäden und hohe Folgekosten nach sich ziehen.
In der folgenden Tabelle stellen wir Ihnen eine Übersicht an Werkzeug vor, das Sie für die verschiedenen Arbeitsschritte beim Ausbau des Kellers benötigen:
| Arbeitsbereich | Benötigtes Werkzeug |
|---|---|
| Trockenbau |
|
| Boden & Dämmung | |
| Verputzen & Abdichten |
|
| Elektro & Sanitäre Anlagen |
|
| Allgemeine Werkzeuge |
|
Da der Keller ein von Feuchtigkeit umgebener Raum ist, ist eine fachgerechte und gute Dämmung sowohl von innen als auch von außen notwendig. Hierfür sind Kalziumsilikatplatten oder kapillar-aktive Mineralschaumplatten gut geeignet, da sie die Feuchtigkeit regulieren können und dadurch das Risiko für Schimmel reduzieren. Damit kein Wasser in den Wohnraum eindringt, sollte zudem Dichtschlämme aufgetragen und der Keller fachgerecht abgedichtet werden.

In den meisten Fällen kommt auch Bitumen zum Einsatz, um Wände und Böden vor Feuchtigkeit zu schützen.
Darüber hinaus kann Sanierputz dabei helfen, Feuchtigkeit besser abzuleiten und die Trocknung der Wand zu unterstützen. Wichtig ist, dass der Putz keinen Gipsanteil enthält, da dieser Wasser aufnimmt und dadurch schnell aufquillt, was zu teuren Folgeschäden führen kann.
Hinweis: Stellen Sie stets sicher, dass Sie für ausreichend Schutz während des Arbeitens sorgen. Tragen Sie eine Schutzbrille, Handschuhe, einen Gehörschutz und, wenn notwendig, eine Atemschutzmaske, um Gesundheitsrisiken oder Verletzungen zu vermeiden.
4. Elektrotechnik und Sanitär: Welche Schritte sind notwendig?
Nachdem der Keller abgedichtet, trockengelegt und gedämmt wurde, müssen Sie sich auch um das Ausbauen Ihrer Elektro- und Sanitäranlagen kümmern.
4.1. Licht
Da Kellerfenster in der Regel kleiner als Fenster in anderen Stockwerken des Hauses sind, fällt weniger natürliches Licht in den Raum. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Beleuchtungssystem gut durchdacht ist und größere Fenster eingeplant werden, damit der Wohnraum dennoch gemütlich und hell genug ist.
Verfügt der Keller über keinerlei Fenster, ist es sinnvoll, nachträglich Fenster einzubauen. Diese Maßnahme ist mit hohem Aufwand verbunden, kann sich für den Wohlfühlfaktor im ausgebauten Keller jedoch durchaus lohnen. Hierfür muss zunächst ein Lichtschacht angelegt und anschließend die Fenster in das Mauerwerk eingesetzt werden. Bei diesem Schritt ist es lohnenswert, Fachpersonal heranzuziehen, das mit seiner Expertise für sichere und reibungslose Abläufe sorgen kann.
Hinweis: Für zusätzliche Helligkeit sorgen LED-Panels. Hierbei können Sie zwischen tageslichtweißen oder warmweißen Lampen wählen. Tageslichtweiße Lampen simulieren das Tageslicht, was in dunkleren Kellern für Helligkeit sorgt, während warmweißes Licht für Gemütlichkeit und einen höheren Wohlfühlfaktor sorgt.
4.2. Belüftung
Neben dem Einfall von Licht sind Fenster auch notwendig, um Schimmel vorzubeugen. Da Keller dauerhaft von feuchtem Erdreich umgeben sind, sind sie deutlich stärker von Feuchtigkeit und den Folgen bedroht als oberirdische Außenwände. Das richtige Lüften ist daher essenziell, um Schimmel zu vermeiden.
Zusätzlich ist eine Belüftungsanlage eine sinnvolle Investition in feuchten Kellerräumen, da sie für einen effizienten Luftaustausch sorgt. Auch ein Luftentfeuchter hilft dabei, den Feuchtigkeitsanteil in der Luft zu reduzieren.

Im Sommer sollten Sie die Kellerfenster tagsüber geschlossen halten, da die feuchte Luft für eine verstärkte Kondensation an den kalten Kellerwänden sorgt.
4.3. Heizung
Wenn der Keller als Wohnraum genutzt werden soll, muss dieser ausreichend beheizt werden können. In den meisten Fällen reicht es, neue Heizkörper an die vorhandene Heizung anzuschließen, da sie die zusätzliche Leistung in der Regel ohne Weiteres übernehmen kann. Dabei müssen Sie die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) einhalten.
Hinweis: Falls der Keller nicht ausreichend isoliert wird, entsteht potenziell ein höherer Wärmeverlust, der mit höheren Kosten einhergeht. Dies kann trotz moderner Dämmmaßnahmen der Fall sein, da Kellerwände kälter sind als oberirdische Wände.
4.4. Wasser und Abwasser
Prüfen Sie, wie hoch die Kanalisation liegt, an die Ihr Abwassersystem angeschlossen ist. Liegt der Kanalanschluss oberhalb des tiefsten Abflusses im Keller, ist eine Schmutzwasser-Hebeanlage notwendig, um das Abwasser zuverlässig abzupumpen.
Planen Sie eine Einliegerwohnung, sollten darüber hinaus ein eigener Wasserzähler, Stromkreis sowie Sicherungskasten installiert werden.

Eine Einliegerwohnung benötigt ebenfalls ein eigenes Badezimmer.
5. Wie hoch sind die Kosten für den Kellerausbau?
Die Kosten für den Umbau liegen grob bei 1.000 bis 3.000 Euro pro Wohnquadratmeter. Welche Kosten beim Ausbau Ihres Kellers wirklich auf Sie zukommen, hängt stark von der vorhandenen Ausgangslage sowie Ihren individuellen Ideen und Anforderungen ab. Überlegen Sie daher genau, welches Vorher-Nachher-Ergebnis Sie erzielen möchten.
Mit bestimmten Förderungen lassen sich die Kosten erheblich reduzieren. Die KfW-Förderung ermöglicht beispielsweise günstige Kredite sowie Zuschüsse für die Sanierung bestehender Räume oder für die Wohnraumschaffung. Außerdem können bei einer energetischen Sanierung des Kellers steuerliche Vorteile möglich sein, sofern die dafür notwendigen energetischen Voraussetzungen erfüllt werden.
Tipp: Wenn Sie einen Großteil der Sanierungsarbeiten in Eigenleistung übernehmen, fallen die Kosten niedriger aus, als wenn Sie für alle Arbeiten Handwerker beauftragen.
Bildnachweise: Adobe Stock/Anatoli, Adobe Stock/Jason, Adobe Stock/plysuikvv, Adobe Stock/nadisja, Adobe Stock/Anatoli (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)

Als Autorin für Texte rund um das Thema Möbel und Einrichtung ist es meine Leidenschaft, anderen dabei zu helfen, ihre Wohnräume zu gestalten und ein harmonisches Zuhause zu schaffen. Mit meinem umfangreichen Wissen und meiner Kreativität teile ich inspirierende Ideen und wertvolle Tipps. In meinen Artikeln behandele ich verschiedene Aspekte der Einrichtung, angefangen bei der Auswahl der passenden Möbelstücke bis hin zur Raumgestaltung und Dekoration. Ich gebe Empfehlungen für Farbschemata, Materialien und Stile, um sicherzustellen, dass jeder Raum seine eigene Persönlichkeit erhält. Dabei ist es mir wichtig, dass die vorgestellten Lösungen sowohl funktional als auch ästhetisch ansprechend sind. Mit meinen Texten möchte ich Lesern helfen, ihre Wohnräume zu optimieren, ihren individuellen Stil zum Ausdruck zu bringen und ein gemütliches und ansprechendes Zuhause zu schaffen, in dem sie sich rundum wohlfühlen.















Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Keller ausbauen: So gelingt die Umwandlung zum Wohnraum.