Kaufberatung zum Holzspalter Test bzw. Vergleich 2019

  • Ein Holzspalter erleichtert die Arbeit, wenn Sie Ihr Brennholz nicht per Axt oder Säge selbst zerteilen wollen oder können.
  • Durch den hydraulischen Antrieb können stehende und liegende Holzspalter mehrere Tonnen Druck erzeugen, um das Holz zu teilen. Stehende Modelle sind deutlich kräftiger, aber auch teurer.
  • Mit einem Spaltkeil lassen sich in einem Arbeitsschritt zwei Stücke, mit einem Spaltkreuz gar vier Holzscheite erzeugen. Zeit- und Kraftersparnis sind Argumente für Holzspalter.

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Natürlich ist es bequem, wenn Sie Ihr Heim mit Heizöl oder Gas wärmen können und die Lieferung der Brennstoffe bequem nach Hause transportiert zu bekommen. Wenn Sie aber einen Kamin auf traditionelle Art und Weise mit Holz befeuern wollen, ist meistens etwas mehr Handarbeit angesagt. Und viele greifen auch gerne zur Axt oder zum Beil, um größere Holzstücke in handliche Scheite zu schlagen.

Wer das aus Gründen des Komforts oder der Gesundheit nicht tun kann oder will, hat die Möglichkeit, auf einen Holzspalter zurückzugreifen. In unserem Holzspalter Test 2019 stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Kategorien und wichtige Kriterien vor, die Sie bei Ihrer Wahl nach Ihrem persönlichen Holzspalter-Testsieger beachten sollten. Wenn Sie sich lieber manuell als Holzhacken wagen wollen, können Sie einen Blick auf unsere Vergleich für Spaltäxte und Spalthämmer werfen.

1. Was ist ein Holzspalter?

Feuer für Jahrtausende

Um Feuer am Leben zu erhalten, ist Holz schon seit 400.000 Jahren ein bewährtes Mittel. Tatsächlich ist es sogar der älteste Brennstoff, der von Menschen zu diesem Zweck genutzt wird. Im Vergleich zu Öl oder Kohle ist sein Heizwert zwar geringer, dafür ist es einfacher zu ernten und preiswerter als die anderen Rohstoffe, die erst aufwendig gefördert werden müssen.

Einen Holzspalter kaufen vorrangig Menschen, die Brennholz herstellen wollen. Dazu wird ein meist rundes Baumstück in die Halterung eingespannt und dann mittels metallenem Spaltkeil oder Spaltkreuz in kleinere Stücke geteilt. Das Ganze funktioniert über einen hydraulischen Antrieb, der über einen Elektromotor versorgt wird. Bei Modellen, die als Konstruktion an einen Traktor angebracht werden, fungiert der Trecker als treibende Kraft für den Holzspalter. Es gibt auch Typen von Holzspaltern, die ohne Motorik auskommen, sondern über eine Gewindestange bedient werden. Das bedeutet auch eine deutlich verringerte Erzeugung von Kraft und Druck. Das ist somit auch der Grund, warum wir nur hydraulische Arten in unserem Holzspalter-Vergleich besprechen.

Standardmäßig wird ein Baumstück in vier Teile gespaltet, weil die Scheite so handlicher sind und sich die Brenndauer des Kamins flexibler bestimmen lässt. Mit einem Spaltkeil sind also zwei Durchgänge notwendig, um die vier Teile zu erhalten. Wenn Sie auch hier noch Zeit sparen wollen, ist ein Holzspalter günstig, der statt eines Spaltkeils ein Spaltkreuz hat. Mit den vier Schneidflächen lässt sich ein Holzstück in einem Arbeitsschritt vierteln. Oftmals sind diese als Zubehörteil im Handel erhältlich.

Bevor wir Ihnen in unserem Holzspalter-Test die unterschiedlichen Typen und Kaufkriterien vorstellen, listen wir Ihnen in unserer Vor- und Nachteile-Box noch die gängigsten Argumente für und gegen Holzspalter auf.

  • zeit- und kraftschonend
  • je nach Leistungsfähigkeit für verschiedene Holzarten geeignet
  • sicherer als Axt und Säge
  • stehende Spalter deutlich teurer als liegende Modelle
  • weitere Kosten durch Strom

2. Stehend oder liegend – Diese Holzspalter-Typen gibt es

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Ein stehender Holzspalter ist leistungsfähiger als ein liegender, aber auch teurer.

Neben den bereits angesprochenen nicht-hydraulischen Vertretern der Brennholzspalter, die wir in unserer Kaufberatung nicht näher behandeln, lassen sich die Geräte mit Elektromotor vornehmlich in zwei Gattungen einteilen.

2.1. Stehender Holzspalter

Diese Variante hört auch auf die Namen Senkrechtspalter und Horizontalspalter. Sie zeichnet aus, dass solche Modelle einen sehr hohen Druck auf das zu teilende Holzstück ausüben können und das auch bei Stücken, die über einen Meter lang sind. Dazu wird ein Spaltkeil verwendet, der von oben nach unten durch das Holz getrieben wird, welches auf einem Kurzholztisch platziert wird.

Praktische Ausstattungsteile sind seitliche Haltearme, die die Holzhälften vor dem Fall auf den Boden abhalten. Gerade bei schwereren Stücken verringert das die Verletzungsgefahr für Sie und Ihre Füße. Der Kaufpreis ist hier aber auch deutlich höher als bei liegenden Exemplaren, weil Sie über eine wesentlich größere Leistungsfähigkeit verfügen.

Ist ein Holzspalter stehend, ist es zudem wichtig, dass Sie auf eine sichere Position auf ebenem Untergrund achten, denn die sehr schweren Geräte können im ungünstigsten Falle umkippen.

2.2. Liegender Holzspalter

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Ein liegender Holzspalter nimmt das Holz waagerecht auf.

Eher als Einsteigermodell zu betrachten ist die Variante, die auch als Horizontalspalter oder Waagerechtspalter bezeichnet wird. Im Gegensatz zum stehenden Holzspalter fallen sowohl der Kaufpreis als auch das Eigengewicht geringer aus. Das dürfte für Sie insbesondere dann attraktiv sein, wenn Sie für sich nur kleinere Mengen an Feuerholz produzieren wollen.

Ein Störfaktor kann darin liegen, dass die Maximallänge der spaltbaren Holzstücke auf ca. 52 cm beschränkt ist. Das bedeutet, dass Sie Stücke vom Baumstamm, die diese Länge überschreiten, vorher etwa mit einer Kettensäge auf die passende Größe bringen müssen, um sie in so einem Gerät einspannen zu können.

In puncto Kraftentfaltung ist ein Holzspalter liegend zudem nicht so leistungsfähig wie sein stehendes Pendant. Der Spaltdruck der Druckplatte, die das Holz gegen eine Spaltklinge bewegt, liegt bei den meisten Modellen zwischen vier bis sieben Tonnen, während besonders kraftvolle Stand-Holzspalter in Regionen von 12 Tonnen und mehr vorstoßen können.

Kein Leichtsinn: Nur, weil Sie nicht mit Axt und Kettensäge hantieren, um das Holz in handliche Portionen zu zerkleinern, sollten Sie nicht leichtsinnig mit Ihrer eigenen Sicherheit umgehen. Ein Holzspalter kann umkippen oder Holzteile können unkontrolliert zu Boden fallen. Um hier robuster aufgestellt zu sein, empfehlen sich Sicherheitsschuhe. Je nachdem, wie trocken das Holz ist und welche Konsistenz es aufweist, können beim Spalten auch Splitter durch die Luft fliegen und Sie treffen. Eine Schutzbrille sollte das Mindeste zum Gesichtsschutz sein.

3. Kaufkriterien für Holzspalter: Darauf müssen Sie achten

Welcher für Sie der beste Holzspalter ist, kann auch von den Kriterien abhängen, die wir nachfolgend in unserer übersichtlichen Tabelle näher erläutern.

Kaufkriterien Beschreibung
Spaltdruck
  • maßgeblich bei der Frage, welche Holzarten das Gerät spalten kann
  • je nach Baum unterschiedliche Härtegrade, die unterschiedlich starken Spaltdruck erfordern.
  • Fichte, Kiefer oder Tanne  gelten als weiche Hölzer; Birke, Buche oder Eiche teils sehr hart
  • Kaufwahl hängt vom Holz ab, dass Sie spalten wollen
  • Gerät mit Spaltdruck von vier Tonnen kommt mit weichen Varianten gut zurecht,
  • für härtere Sorten sind sieben Tonnen bessere Wahl
  • stehenden Holzspalter sollten Sie mit jeder Baumsorte zurechtkommen können
Spaltgutlänge
  • liegende Exemplare meist nur für eine Maximallänge von 52 cm ausgelegt, für größere Stücke nicht genug Leistungsvermögen
  • stehende Varianten schaffen leicht Holzstücke über 1m
  • für Horizontalspalter müssen Stücke gekürzt worden, bedeutet mehr Aufwand und Zeit
Spaltgut-
durchmesser
  • Durchmesser des Holzstücks ist weitere Variable, die sich je nach Modell unterscheiden kann
  • zahlreiche Modelle mit 25 cm als maximalen Durchmesser
  • Problem kann umgehen werden, indem Sie Stück in der Mitte durchschneiden, so verliert Stück aber auch runde Form

Laute Angelegenheit: Ein Holzspalter ist beim Verrichten seiner Arbeit nicht gerade ein Leisetreter. Eine Lautstärke von 90 Dezibel (entspricht vom Lärmpegel her einer viel befahrenen Autobahn) und mehr wird beim Spalten des Holzes schnell erreicht, wobei der Lärm hier nicht vom Holz, sondern vom Motor ausgeht. Es ist daher anzuraten, dass Sie beim Bedienen des Holzspalters Ohrschützer tragen.

4. Beliebte Hersteller

Wie in allen Produktsparten buhlen mehrere Hersteller und Marken um die Gunst der Käuferschaft. Das ist in der Industrie für Holzverarbeitungszubehör nicht anders. Wir stellen Ihnen die etablierten Hersteller vor:

  • Scheppach
  • Güde
  • Atika
  • Forest Master
  • Fiskars
  • Lazer
  • Lumag
  • Rotenbach

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Holzspalter

5.1. Was sagt die Stiftung Warentest zum Holzspalter?

In ihrer Ausgabe 12/2011 hat die Stiftung Warentest zehn Holzspalter getestet. Neben drei stehenden waren sieben liegende Modelle dabei. Sonderlich gut kamen die getesteten Waagerechtspalter bei den Experten aber nicht weg, lediglich einmal wurde das Urteil „gut“ vergeben. Zwei wurden sogar als „mangelhaft“ abgestraft, weil sie ein riskant platziertes Stromkabel verbaut hatten, auf das die Holzhälften fallen und es beschädigen können.

Ein anderer Spalter war kurioserweise nicht mit einem Spritzwasserschutz für den Stecker ausgestattet, was für Stromschläge bei Wasserkontakt sorgen kann. Die teureren und leistungsfähigeren Senkrechtspalter wurden allesamt mit „gut“ bewertet, Handhabung und Sicherheit stellten die Prüfer zufrieden.

5.2. Wie kann ich besonders hartes Holz spalten?

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Achten Sie beim Holzspalter auf einen sicheren Stand.

Einerseits ist es natürlich wichtig, dass Ihr Holzspalter in der Lage ist, genügend Spaltdruck und Leistung zu generieren, um sich durch Holzarten mit hohem Härtegrad zu bohren. Um darüber hinaus aber auch durch so genanntes Problemholz zu gelangen, kann es helfen, den Spaltkeil oder das Spaltkreuz mit Fett einzureiben, um die Gleitfähigkeit zu verbessern.

5.3. Wie pflege ich einen Holzspalter?

Um eine gleichbleibende Funktionalität zu gewährleisten und die Langlebigkeit Ihres Holzspalters zu unterstützen, sollten Sie sicherstellen, dass der Zylinder geschmiert und sauber ist. Gleitbalken und Spaltsäule sollten gefettet und Schrauben in regelmäßigen Abständen auf ihre Festigkeit geprüft werden. Ein vollständiger Ölwechsel wird meistens alle 50 Betriebsstunden erforderlich.

5.4. Wie sicher sind Holzspalter?

Wenn Sie auf einen ebenen Untergrund achten, ist schon mal eine wichtige Grundvoraussetzung für unfallfreies Holzspalten erfüllt. Ein moderner Holzspalter kann von einer Person alleine bedient werden, Helfer sollten also einen großzügigen Sicherheitsabstand von ca. fünf Metern einhalten, um nicht von umherrollenden Holzspalten getroffen zu werden.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass Sie kein abgelagertes Holz in den Spalter laden, da dieses so trocken ist, dass es explosionsartig aufplatzen kann und der Splitterflug für unkontrollierbare Geschosse sorgen kann. Geräte der Marke Eigenbau sind oft deutlich unsicherer, da sie nicht professionell getestet wurden.


Riccardo Düring

Riccardo Düring

Ausbildung im Metallbereich, ambitionierter Heimwerker mit einem Hang zu technisch verspielten Projekten. Blogger und Produkttester aus Leidenschaft.