Kaufberatung zum Schnittschutzstiefel Test bzw. Vergleich 2019

  • Schnittschutzstiefel gehören zur Berufskleidung von Forstwirten und anderen Waldarbeitern. Sie schützen ihren Träger vor Verletzungen – insbesondere bei Arbeiten mit der Kettensäge.
  • Als Arbeitsschuhe müssen Schnittschutzstiefel gewisse Anforderungen erfüllen, die in der europäischen Norm DIN EN ISO 17249:2014-5 aufgeführt sind. Laut Norm muss es z. B. einen durchgehenden Schutzbereich geben, der den Blatt-, Laschen- und Zehenbereich abdeckt.
  • Achten Sie beim Kauf Ihrer Forst- bzw. Schnittschutzschuhe darauf, dass diese mit bestimmten Gütesiegeln ausgezeichnet sind. Sie sollten das Piktogramm “Schutz gegen tragbare Kettensägen” tragen. Ein Qualitätsmerkmal ist es auch, wenn die Schnittschutzstiefel vom KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik) geprüft wurden.

Schnittschutzstiefel Test

Man muss eine Kettensäge eigentlich nur ansehen und weiß: Mit der Bedienung dieses Geräts sind einige Gefahren verbunden. Allein im Jahr 2014 wurden der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau 5.700 Arbeitsunfälle bei Arbeiten im Wald und bei der Brennholzgewinnung gemeldet. Davon endeten 31 tödlich. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich bei der Arbeit im Forst so gut schützen wie es nur geht.

Schnittschutzschuhe bzw. Arbeitsstiefel sind fester Bestandteil der Persönlichen Schutzausrüstung für Forstwirte (“PSA-Forst”). Auch, wenn Sie in Ihrer Freizeit im Garten arbeiten und mit einer Motorsäge in Kontakt kommen, sollten Sie über den Kauf der passenden Sicherheitsschuhe nachdenken. In der Kaufberatung zu unserem Schnittschutzstiefel-Vergleich 2019 erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten. Außerdem geben wir Ihnen einen Überblick über Schutzklassen, Prüfsiegel und Co.

1. Wer trägt Schnittschutzstiefel?

Meindl Forstschuhe
Für einfaches bis mittleres Gelände: Schnittschutzstiefel von Meindl.

Schnittschutzstiefel sind fester Bestandteil der Sicherheitsausrüstung von Forstwirten und anderen Waldarbeitern. Sie müssen immer dann getragen werden, wenn die Kettensäge zum Einsatz kommt, also vor allem beim Fällen, Entasten und Pflegen des Forstbestands. Dass spezielle Sicherheitsschuhe zum Einsatz kommen, verwundert nicht: Wer mit Motorsägen und ähnlichem Werkzeug arbeitet, ist einem enorm hohen Verletzungsrisiko ausgeliefert. Die Sägekette schneidet mühelos durch harte, dicke Baumstämme – man stelle sich also vor, was passieren könnte, wenn sie auf Gliedmaßen trifft!

Auch Privatpersonen sind mitunter dazu verpflichtet, eine entsprechende Sicherheitsausrüstung zu tragen – nämlich dann, wenn Brennholz für den Eigenbedarf gewonnen werden soll. Sogenannte “Selbstwerber” müssen neben der passenden Schutzausrüstung auch einen Befähigungsnachweis zum Führen einer Motorkettensäge vorweisen können. Diesen sogenannten Motorsägenschein erhalten Sie nach erfolgreichem Abschluss eines Lehrgangs, wobei die Lehrinhalte deutschlandweit nicht einheitlich festgelegt sind.

Wenn Sie in Ihrer Freizeit im Garten mit der Säge hantieren, sind Sie zwar nicht dazu verpflichtet, eine entsprechende Ausrüstung zu tragen – wir legen Ihnen die Investition aber nahe. Im Ernstfall verhindern Sie so schwerwiegende Unfälle.

2. Wie funktionieren Schnittschutzstiefel überhaupt?

Schnittschutzstiefel Husqvarna
Mit Stahlkappen ausgestattet: Schnittschutzstiefel von Husqvarna.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Schnittschutz: Man spricht von blockierendem und verzögerndem Schnittschutz. Während der blockierende Schnittschutz vor allem in Hosen zum Einsatz kommt, funktionieren Sicherheitsschuhe in der Regel nach dem verzögernden Prinzip.

  • Blockierender Schnittschutz: Dieser besteht aus mehreren Lagen verwebter, reißfester Polymerfäden. Sobald die Säge mit der Hose in Berührung kommt und auf die Schnittschutzeinlage trifft, wickeln sich die Fäden um den Antrieb der Kettensäge, bis dieser blockiert ist und die Kette zum Stillstand kommt.
  • Verzögernder Schnittschutz: Hier ist das Ziel, die Kette der Säge abzubremsen, bis sie zum Stillstand kommt. Die Energie, die benötigt wird, um die Einlage (z.B. die Zehenschutzkappe aus Stahl) zu zerschneiden, wird der Bewegungsenergie der Kette entnommen.

3. Kaufkriterien für Schnittschutzstiefel: Darauf müssen Sie achten!

3.1. Schutzklasse und Gütesiegel

Berufsschuhe
Arbeitsschuhe S3: Für eine Kettengeschwindigkeit von bis zu 28 m/s.

Schnittschutzschuhe müssen gewisse Anforderungen erfüllen, die in der Norm DIN EN ISO 17249:2014-5 aufgeführt sind. Die Norm legt unter anderem fest, wie der Schuh geformt und konstruiert sein muss und definiert verschiedene Schutzniveaus in Abhängigkeit von der Kettengeschwindigkeit Ihrer Säge.

Laut Norm muss es einen durchgehenden Schutzbereich geben, der den Blatt-, Laschen- und Zehenbereich abdeckt – in diesem Bereich schützt der Sicherheitsschuh gegen Kettensägenschnitte. Wie hoch dieser Schutzbereich sein muss, ist abhängig von der jeweiligen Schuhgröße.

Folgende Werte gelten jedoch immer: Der Schutzbereich muss von der senkrechten Mittellinie des Schuhs mindestens 70 mm nach links und 70 mm nach rechts reichen. Je nach Schutzniveau darf sich zwischen Schutzbereich und Ablasskante eine 10 mm große Lücke befinden.

Mindestschutz Arbeitsstiefel

Neben Stahl lässt die Norm auch andere Zehenkappenmaterialien zu – diese müssen dann allerdings zwingend ausführlichen Kettensägenschnittprüfungen im Zehenbereich unterzogen werden.

Eines der wichtigsten technischen Kriterien für die Auswahl der besten Schnittschutzstiefel ist die Kettengeschwindigkeit. Die Norm legt drei Schutzniveaus bzw. Schnittschutzklassen basierend auf der Kettengeschwindigkeit fest:

Schutzniveau Kettengeschwindigkeit
1 20 m/s
2 24 m/s
3 28 m/s
Sicherheitsschuhe Damen
Schnittschutzstiefel sind in Klassen unterteilt: das Piktorgramm “Schutz gegen tragbare Kettensägen”.

Die Forststiefel müssen entsprechend ihres Schutzniveaus gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung muss deutlich und dauerhaft an der Außenseite des Schuhs angebracht sein.

Das Label zeigt das Piktogramm “Schutz gegen tragbare Kettensägen” – darunter muss das Schutzniveau vermerkt sein. Dort steht also entweder “Schutzklasse 1”, “Schutzklasse 2” oder “Schutzklasse 3”.

Ein zusätzliches Gütesiegel, auf das Sie achten können, wenn Sie Schnittschutzstiefel kaufen, ist das Prüfsiegel des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF). Sobald Ihre Schuhe das KWF-Label tragen, können Sie davon ausgehen, dass sie einem längeren Praxistest durch professionelle Waldarbeiter unterzogen wurden. Ausführliche Testberichte zu den vom KWF anerkannten Sicherheitsschuhen finden Sie übrigens unter folgendem Link. Die Übersicht der anerkannten Sicherheitsgummistiefel können Sie hier einsehen.

Tipp: Die Kettengeschwindigkeit muss vom Hersteller der Kettensäge angegeben werden. Erkundigen Sie sich also vorab, damit Sie wissen, welches Schutzniveau Ihre Forstschuhe aufweisen sollten.

3.2. Das Obermaterial

Die richtige Pflege zählt

Wie gut die Schuhe schützen und wie lange sie haltbar sind, hängt in großem Maße davon ab, wie gut Sie sie pflegen. Da auch das Obermaterial – egal ob Leder oder Gummi – Teil des verzögernden Schnittschutzes ist, bietet nur ein intakter Schuh volle Sicherheit. Profis tauschen Ihre Schuhe ca. einmal pro Jahr, Privat- oder Gelegenheitsanwender alle drei bis fünf Jahre.

Für welches Obermaterial Sie sich entscheiden sollten, hängt auch davon ab, in welchem Bereich Ihre Schnittschutzschuhe zum Einsatz kommen. Prinzipiell unterscheidet man zwischen zwei Typen: Leder- und Gummistiefel.

Die meisten Modelle sind zwar bis zu einem gewissen Grad wasserdicht, Schnittschutzstiefel aus Leder sollten aber nicht dauerhaft in besonders matschigem oder sumpfigem Gelände genutzt werden.

Für den Einsatz an nassen Tagen empfehlen wir Ihnen deshalb, zu Schnittschutz-Gummistiefeln zu greifen. Diese sind auch für den Einsatz in schwerem Schnee geeignet.

In einfachem, vornehmlich trockenem Gelände stellen Schnürstiefel aus Leder oft die bessere Wahl dar. Viele Personen, die berufsbedingt Schnittschutzschuhe tragen, bevorzugen Modelle aus Leder, da diese tendenziell einen besseren Halt bieten und bequemer sind.

3.3. Die Beschaffenheit der Sohle

Sicherheitsschuhe S1
Für regnerische Tage: Schnittschutzstiefel von STIHL.

Sie sorgt dafür, dass Sie sicher stehen und gehen: die Sohle. Die meisten Forst-Sicherheitsschuhe verfügen über eine leichte, aber dennoch sehr stabile Sohle, die Rutschsicherheit garantieren soll.

Einige Modelle (z. B. Schnittschutzstiefel von HAIX) weisen ein “Krallenelement” im Steg auf, das verhindern soll, dass der Träger seitlich abgleitet, wenn er auf Äste und Zweige tritt.

Am wichtigsten ist aber, dass die Gummisohle robust ist und gute Abroll- und Dämpfeigenschaften an den Tag legt. Sie sollte durchtrittsicher sein und verhindern, dass der Träger sich einen Nagel o. Ä. ins Fußbett eintritt. Optimal ist es, wenn sie zusätzlich gegen Hitze, Öl und Benzin beständig ist und ein hohes Maß an Atmungsaktivität aufweisen kann.

4. Prüfen Sie Ihre Schuhe regelmäßig!

Schnittschutzstiefel Oregon
Überprüfen Sie Ihr Schuhwerk regelmäßig: Schnittschutzschuhe von Pfanner.

Ein Restrisiko bleibt immer. Deswegen sollten Sie Ihre Arbeitsschuhe regelmäßig kontrollieren. Anzeichen für verminderten Schutz sind:

  • Risse im Obermaterial
  • starker Abrieb des Obermaterials (sofortiger Austausch, wenn die Zehenkappe bereits zum Vorschein kommt)
  • gerissene Nähte und andere Beschädigungen
  • Risse in der Sohle (länger als 1 cm, tiefer als 3 cm)
  • Sohle löst sich sichtbar vom Schuhoberteil ab
  • Profilhöhe ist im Biegebereich kleiner als 1,5 mm
  • ausgeprägte Verformungen der ursprünglichen Einlegesohle

Achtung: Auch der Verschlussmechanismus der Schnittschutzstiefel muss selbstverständlich intakt sein. Fester Sitz und guter Halt sind Grundvoraussetzungen für sicheres Stehen und Gehen.

Forst Schnittschutzschuhe

5. Schnittschutz im Wald (und im Garten) – Weitere Bestandteile der Sicherheitsausrüstung

Die Persönliche Schutzausrüstung für Forstwirte (“PSA-Forst”) vermindert das Verletzungsrisiko im Wald, insbesondere im Umgang mit der Kettensäge.

Feste Bestandteile des “Schnittschutz-Sets” sind:

Kategorie Beschreibung
Schutzhelmkombination/ Forstschutzhelm

Arbeitsstiefel

schützt vor:

  • herabfallenden Ästen
  • Holzsplittern und Sägespänen
  • Lärm
  • Steinschlag
Schutz- bzw. Forstjacke

Arbeitsschuhe

sorgt vor allem für:

  • erhöhte Sichtbarkeit (Signalfarbe)
Schnittschutzhandschuhe

Cofra Schnittschutzstiefel

schützt vor:

  • Stich-. Schnitt-, Riss- und Schürfverletzungen
  • Quetschungen
  • Schmutz, Kälte, Nässe
Schnittschutzhose oder Schnittschutz-Beinlinge

Arbeitsstiefel

schützt vor:

  • Schnittverletzungen bei der Arbeit mit der Kettensäge
Schnittschutzschuhe 

Schnittschutzstiefel Haix

schützen vor:

  • Schnittverletzungen bei der Arbeit mit der Kettensäge
  • Stolpern, Ausrutschen, Anstoßen, Einklemmen
  • herabfallenden Gegenständen
  • Schmutz, Nässe

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Schnittschutzschuhe

6.1. Zusammengefasst: Woran erkennt man gute Schnittschutzstiefel?

Im Folgenden haben wir noch einmal zusammengefasst, welche Anforderungen Schnittschutzschuhe erfüllen sollten:

Schnittschutzstiefel Kox

6.2. Gibt es orthopädische Schnittschutzschuhe?

Vereinzelt bieten Hersteller Schnittschutzstiefel an, die je nach individuellen Bedürfnissen mit orthopädischen Einlagen ausgestattet werden können.

Wichtig ist: Es dürfen nur Einlagen verwendet werden, die – zusammen mit dem Schuh – die Baumusterprüfung erfolgreich durchlaufen haben. “Orthopädische Maßschuhe” gibt es bis dato leider nicht.

6.3. Hat die Stiftung Warentest einen Schnittschutzstiefel-Test durchgeführt?

Arbeitsschuhe
Ob Ihre Schnittschutzstiefel günstig oder teuer sind: Wichtig ist vor allem auch, dass sie passen.

Nein, leider hat die Stiftung Warentest noch keinen Schnittschutzstiefel-Test durchgeführt – deswegen können wir Ihnen an dieser Stelle auch keinen Schnittschutzstiefel-Testsieger des Prüfinstituts vorstellen.

In der Ausgabe test 09/2013 können Sie sich aber darüber informieren, welche Kettensägen die Stiftung Warentest als besonders gut erachtet. Mit dabei: zwölf Modelle mit Benzinmotor, Elektromotor und Akkubetrieb.

6.4. Welche Marken und Hersteller sollte man kennen?

Im Bereich der Schnittschutzbekleidung haben sich eine Handvoll von Herstellern einen besonders guten Ruf erarbeitet. HAIX, Meindl, Pfanner und Elten haben sich dabei speziell auf Schutzschuhe oder Schutzkleidung spezialisiert.

Dazu zählen insbesondere:

  • HAIX
  • Kox
  • Husqvarda
  • STIHL
  • Meindl
  • Pfanner
  • Treeme
  • Elten