Kaufberatung zum Elektrische Fußbodenheizung Test bzw. Vergleich 2020

Das Wichtigste in Kürze
  • Sie können eine elektrische Fußbodenheizung als Vollheizung einsetzen oder zusätzlich zu einer weiteren Heizungsanlage. Als bedarfsabhängige Direktheizung kann eine elektrische Fußbodenheizung Energie sparen.
  • Sie können eine elektrische Fußbodenheizung unter Holzboden oder Korkboden verlegen. Auch unter Fliesen, Laminat und Teppich können die Heizmatten verlegt werden.
  • Elektrische Fußbodenheizungen haben eine geringe Aufbauhöhe und eignen sich daher sehr gut zum Nachrüsten. Das Verlegen können Sie mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst erledigen.

Elektrische Fußbodenheizung Test

Fußbodenheizungen sind aus verschiedenen Gründen sehr beliebt. Zum einen ist es sehr angenehm, barfuß durch die Wohnung gehen zu können, ohne kalte Füße zu bekommen oder zu frösteln. Gerade eine elektrische Fußbodenheizung im Badezimmer ist komfortabel.

Die Kombination von elektrischer Fußbodenheizung und Badheizkörper, der Ihre Badetücher wärmt, macht aus einem gewöhnlichen Bad eine Wellness-Oase. Elektrische Fußbodenheizungen mit Trockenbau-System lassen sich recht einfach nachrüsten, etwa bei Altbau-Wohnungen.

Welche Heizleistung sollte eine Fußbodenheizung haben? Was hat es mit Aufbauhöhe und Unterboden-Dämmung auf sich? Wir haben eine Reihe von Tests elektrischer Fußbodenheizungen studiert, um Ihnen auf Heimwerker.de eine fundierte Kaufberatung zu bieten.

Die Elektrischen Fußbodenheizungen im Test ermöglichen es Ihnen, anhand der verschiedenen Kategorien die wirklich beste Elektrische Fußbodenheizung für Ihre Zwecke zu finden.

1. Elektrische Fußbodenheizungen sind ideal zum Nachrüsten

Anders als eine Warmwasser-Fußbodenheizung, die schon beim Bau einer Wohnung oder eines Hauses verlegt wird, da sie im Estrich des Bodens verlegt wird, können Sie eine Elektrische Fußbodenheizung im Vergleich ziemlich unkompliziert nachrüsten.

Dabei sind elektrische Fußbodenheizungen mit Trockenbau-System aufgrund ihrer geringeren Aufbauhöhe weniger raumverändernd als Warmwasser-Fußbodenheizungen, die auf dem Estrich verlegt werden.

Wohlige Wärme auch beim Camping im Winter

Wenn Sie häufiger und auch bei niedrigeren Temperaturen in Ihrem Wohnmobil übernachten, kann eine geschickt platzierte Heizfolie als elektrische Fußbodenheizung fungieren. Diese kann abends schnell für wohlige Wärme sorgen und dann für die Nacht wieder abgeschaltet werden.

Elektrische Heizungen sind Direktheizungen. Sie liefern Wärme, sobald Sie sie einschalten. Dadurch eignen sie sich als Ergänzung zu herkömmlichen Heizungen. Wenn Sie nur punktuell heizen möchten, etwa während einer Dusche oder eines Bades, kann eine elektrische Fußbodenheizung im Badezimmer sogar Energie sparen.

Im Dauerbetrieb hingegen verbrauchen elektrische Heizungen zu viel Energie als dass sie eine sinnvolle Alternative zu anderen Heizsystemen sein könnten. Hier sollten Sie schon aus ökologischen Gründen eine Warmwasserheizung wählen.

Die Vorlauftemperatur einer elektrischen Fußbodenheizung sollte nicht über 55° liegen. Temperaturen, die deutlich darüber liegen, können sich unter Umständen auf verwendete Baustoffe im Boden auswirken. Nicht nur die Vorlauftemperatur der elektrischen Fußbodenheizung muss beachtet werden. Die Oberflächentemperatur des Bodens sollte nicht mehr als 29° in Wohnräumen und 33° in Badezimmern betragen. Mehr als 9° Unterschied zur Raumtemperatur fühlen sich nicht angenehm an.

Die Vor- und Nachteile einer nachträglich installierten elektrischen Fußbodenheizung im Überblick:

  • Direktheizung, die sehr schnell Wärme liefert
  • unkomplizierte Nachrüstung
  • kompatibel mit den meisten Bodenbelägen
  • effiziente Nutzung nur in Kombination mit herkömmlichen Heizsystemen

2. Kaufberatung: Wie Sie eine geeignete Elektro-Fußbodenheizung finden

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Eine elektrische Fußbodenheizung sorgt für warme Böden im Badezimmer, in der Küche oder in anderen Räumen.

Sie möchten eine elektrische Fußbodenheizung kaufen? Bei uns auf Heimwerker.de finden Sie die wichtigsten Kaufkriterien. Im folgenden Kapitel verraten wir Ihnen, worauf Sie beim Kauf Ihrer Fußbodenheizung achten sollten.

2.1. Thermostat-Typ

Thermostate gibt es in einer analogen und einer digitalen Variante mit Display. Besonderen Bedienkomfort bieten aber Thermostate mit Touchscreen. Die digitalen Versionen sind meist mit einem größeren Funktionsumfang ausgestattet.

Hier können Sie Zeitschaltungen für einzelne Wochentage vornehmen. Sie können zum Beispiel dafür sorgen, dass statt des Badheizkörpers die elektrische Fußbodenheizung das Badezimmer erwärmt, ehe Sie morgens unter die Dusche steigen.

2.2. Heizleistung und Eignung für Fußböden

Die maximale Heizleistung der meisten elektrischen Fußbodenheizungen in Tests liegt zwischen 100 und 200 Watt.

Welche Heizleistung eine elektrische Fußbodenheizung bieten sollte, ist maßgeblich vom Bodenbelag abhängig, unter dem sie verlegt wird. Die folgende Tabelle gibt Aufschluss über die Anforderungen der verschiedenen Bodenbeläge.

Boden Empfohlene Heizleistung
Kork, Laminat, Parkett
  • Beläge sind recht hitzeanfällig
  • niedrige Heizleistung ideal
  • maximal 130 Watt/m²
Fliesen, Granit, Marmor
  • nicht wärmeempfindlich
  • oft weniger wärmedurchlässig
  • höhere Heizleistung empfehlenswert
  • mindestens 160 W/m²
Teppich
  • viele Teppiche sind nicht geeignet
  • spezielle Teppichböden für Fußbodenheizungen im Handel erhältlich
  • Hersteller geben maximale Heizleistung für ihre Produkte an

Achten Sie darauf, Bodenbelag, elektrische Fußbodenheizung und Trittschalldämmung optimal zu kombinieren.

2.3. Wasserschutz und Staubschutz

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Sie können eine elektrische Fußbodenheizung als Vollheizung einsetzen oder zusätzlich zu einer weiteren Heizungsanlage.

Die Schutzklasse wird mit einem bestimmten Code angegeben. Dieser hat die Form IPXX. An der Stelle des ersten X steht – sofern ein Schutz vorhanden ist – eine entsprechende Ziffer für den Staubschutz. Ziffer 1 steht hier für einen Schutz gegen feste Körper mit mehr als 50 mm Durchmesser, Ziffer 6 bedeutet, dass das Objekt staubdicht ist. Da ein Staubschutz bei elektrischen Fußbodenheizungen nicht erforderlich ist, steht hier meist ein X.

Die wichtigere Angabe ist die an der Stelle des zweiten X. Diese gibt den Wasserschutz an. Ziffer 1 steht für Schutz gegen Tropfwasser, Ziffer 9 kennzeichnet Produkte, die gegen Hochdruckwasser bzw. Dampfstrahlreinigung geschützt sind. Die meisten elektrischen Fußbodenheizungen haben die Schutzklasse IPX7. Sie sind gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt.

2.4. Aufbauhöhe

Je niedriger die Aufbauhöhe ist, desto weniger wird sich das Raumgefühl verändern. Zudem entstehen keine Stufen, wenn der Bodenbelag nur wenige Millimeter erhöht wird. In der Regel haben elektrische Fußbodenheizungen eine Aufbauhöhe von 3 mm.

2.5. Preis und Herstellergarantie

Der Preis liegt zwischen günstigen 50 Euro pro Quadratmeter und etwa 150 Euro pro Quadratmeter. Teurere Produkte sind in der Regel qualitativ hochwertiger. Zudem sind in teureren Sets mehr Bestandteile enthalten, so dass Sie wenig separat dazu kaufen müssen.

Die Herstellergarantie beträgt bei den einzelnen Modellen zwischen 10 und 20 Jahre. Die Dauer der Garantie ist unabhängig von der Höhe des Preises.

3. Die besten elektrischen Fußbodenheizungen punkten mit Leistung und Ausstattung

Die beste elektrische Fußbodenheizung, die sich in Tests von anderen abheben, sind häufig teurere Modelle. Allerdings haben sie auch einen größeren Lieferumfang und überzeugen zudem mit einer sehr guten Leistung.

4. Elektrische Fußbodenheizungen im Test: Nicht jedes Modell eignet sich für jeden Boden

Achten Sie beim Kauf Ihrer elektrischen Fußbodenheizung darauf, dass Sie für den von Ihnen gewünschten Bodenbelag geeignet ist. Nicht jeder Bodenbelag verträgt dieselbe Heizleistung.

So sollte die maximale Heizleistung bei Laminat oder Parkett deutlich geringer sein als bei Fliesen oder Granit.

5. Gut zu wissen: So verlegen Sie eine elektrische Fußbodenheizung

Ob bei der Renovierung und Nachrüstung der elektrischen Fußbodenheizung oder auf der Baustelle beim Hausbau: Beim Verlegen Ihrer Fußbodenheizung können Sie selbst Hand anlegen.

Bei uns auf Heimwerker.de erfahren Sie, wie Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung mit einer elektrischen Fußbodenheizung ausstatten. Entfernen Sie zunächst – sofern vorhanden – den alten Fußbodenbelag. Reinigen Sie dann den Untergrund. Nun können Sie die Heizmatte der elektrischen Fußbodenheizung ausrollen. Hier müssen Sie gegebenenfalls das Netz der Matte einschneiden, um eine Wende zu ermöglichen und die Matte in der Gegenrichtung weiterverlegen zu können.

Je größer die Mattenbreite der elektrischen Fußbodenheizung ist, desto seltener ist eine solche Wende erforderlich. Platzieren Sie im Anschluss daran den Bodenfühler der elektrischen Fußbodenheizung. Die Heizmatte kann dann mit Fliesenkleber verspachtelt werden.

Überlassen Sie das Anschließen der elektrischen Fußbodenheizung einem Elektriker. Verursachen Sie einen Kurzschluss oder beschädigen das Produkt anderweitig, besteht das Risiko, dass weder Versicherung noch Garantie greifen.

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Sie können eine elektrische Fußbodenheizung unter Holz, Kork, Fliesen, Laminat und Teppich verlegen.

Wichtig: die Unterboden-Dämmung. Die korrekte Dämmung des Bodens ist von zentraler Bedeutung beim Verlegen und der Nachrüstung einer elektrischen Fußbodenheizung. Vernachlässigen Sie diese Dämmung, kann das Ihre Stromrechnung in die Höhe jagen.

Haben Sie eine elektrische Fußbodenheizung unter Fliesen oder Holzboden und dämmen den Boden unter der Heizmatte nicht richtig, geht ein – mitunter sehr großer – Teil der Heizleistung verloren.

Die dämmende Schicht kann mehrere Millimeter dick sein, so dass es zu einer Stufe kommen kann. Auch wenn dies optisch wenig ansprechend ist, sollten Sie keinesfalls auf die Dämmung verzichten. Ideal unter einer elektrischen Fußbodenheizung ist Trockenestrich, da dieser selbst weniger dick ist als Betonestrich.

Entscheiden Sie sich beim Bau für eine elektrische Fußbodenheizung auf Trockenestrich, sparen Sie einige Zentimeter Höhe gegenüber schwimmendem Estrich. Diese können Sie für die Dämmschicht nutzen.

6. Häufige Fragen rund um das Thema Elektro-Fußbodenheizungen

6.1. Was kostet eine elektrische Fußbodenheizung?

Pauschal kann diese Frage nicht beantwortet werden. Wenn Sie Ihr Zuhause mit einer Fußbodenheizung ausstatten oder nachrüsten möchten, kommen gewisse Kosten auf Sie zu. Zum einen sind das die Anschaffungskosten für das notwendige Material, zum anderen Kosten für die Verlegung, wenn Sie diese vom Fachmann übernehmen lassen. Schließlich müssen Sie mit Stromkosten rechnen, die durch den Betrieb verursacht werden.

Eine günstige elektrische Fußbodenheizung kriegen Sie schon zu einem Quadratmeterpreis von etwa 50 Euro. Setzen Sie allerdings auf ein hochwertiges Markenprodukt, etwa von AEG oder Vilstein, kommen Preise ab 150 Euro pro Quadratmeter auf Sie zu.

6.2. Was muss ich bei Teppichboden auf der Fußbodenheizung beachten?

Grundsätzlich kann eine elektrische Fußbodenheizung auch unter Teppichboden verlegt werden. Hier müssen Sie allerdings dafür Sorge tragen, dass sich keine spitzen Gegenstände durch den Teppich drücken, die die Heizmatte der elektrischen Fußbodenheizung beschädigen können.

Anders als bei einer elektrischen Fußbodenheizung unter Laminat benötigen Sie daher eine zusätzliche feste Schicht zum Schutz der Heizfolie. Diese Schicht muss zugleich die Wärme effektiv an den Bodenbelag weitergeben. Im Fachhandel finden Sie passende Produkte.

6.3. Wie viel Strom verbraucht eine elektrische Fußbodenheizung?

Eine Elektro-Fußbodenheizung sorgt für eine besonders angenehme Wärme. Dazu benötigt sie Energie. Je nach Jahreszeit, Bodenbelag, Dämmung und Vorlauftemperatur der elektrischen Fußbodenheizung variiert der Stromverbrauch. Kalkulieren können Sie den Stromverbrauch Ihrer elektrischen Fußbodenheizung mit dieser Formel: Fläche in m2 x Leistung pro m2 x Zeit in Stdn. = Energieverbrauch.

Tipp: Haben Sie mehrere Wärmequellen im Haus? Dann benötigen Sie für Ihre elektrische Fußbodenheizung einen Fußbodenheizungsverteiler, der die Wärme aus den unterschiedlichen Wärmequellen gleichmäßig verteilt.

6.4. Welche Marken und Hersteller gibt es?

Der Markt für Fußbodenheizungen ist vergleichsweise überschaubar. Dennoch gibt es eine Vielzahl an Produkten. Elektrische Fußbodenheizungen, Fußbodenheizungsverteiler, Heizmatten für elektrische Fußbodenheizungen, Sets sowie Zubehör-Teile finden Sie im Fachhandel und in vielen Onlineshops. Zu den bekanntesten Herstellern gehören die folgenden:

  • AEG
  • Foxyshop 24
  • Bodenheizung 24
  • Vilstein
  • Veria

6.5. Wie schneidet die beste elektrische Fußbodenheizung im Test der Stiftung Warentest ab?

Wir wissen, wie wichtig das Urteil der Stiftung Warentest für viele Verbraucher ist. Deswegen recherchieren wir stets möglichst aktuelle Testergebnisse und Tipps der Verbraucherorganisation. Leider haben die Experten der Stiftung Warentest noch keinen Testsieger elektrischer Fußbodenheizungen gekürt.

Wir haben für unseren Vergleich elektrischer Fußbodenheizungen 2020 auf Heimwerker.de die wichtigsten Informationen und Kaufkriterien ermittelt, um Ihnen eine fundierte Kaufberatung geben zu können.

Für weitere Informationen, auch zu anderen Arten von Fußbodenheizungen, finden Sie beim Magazin Ökotest einen ausführlichen Ratgeber rund um das Thema Fußbodenheizung.

7. Zementestrich aufheizen – Antworten auf die 6 häufigsten Fragen

Viele Heizungen bieten ein automatisches Estrich-Aufheiz-Programm

Beim Heizen von Zementestrich gibt es bei Fußbodenheizungen viel zu beachten.

Wer ein Haus baut, steht häufig unter Zeitdruck. Ein Gewerk sitzt dem anderen im Nacken und kann erst dann an die Arbeit angehen, wenn vorangehende Arbeiten abgeschlossen sind. Aber auch der Bauherr selbst möchte möglichst bald einziehen. Schließlich lastet auf ihn während der Bauzeit eine doppelte Belastung. Ein Hausbau kostet Geld, die Bank möchte erste Raten oder Bereitstellungszinsen und die Miete für die bisherige Wohnung muss zusätzlich beglichen werden. Zeit ist Geld.

Dennoch sollte man nichts überstürzen oder übers Knie brechen. Gewisse Vorgänge benötigen ihre Zeit. Dazu gehört auch das Trocknen und Aushärten von gegossenen Betonteilen, wie Decken oder Estrich, und das Aufheizen von Heizestrich.

Wer hier nicht peinlich genau die Vorgaben einhält und dem zu heizenden Zementestrich Zeit zum Trocknen oder Aufheizen gibt, kann Schäden und vor allem zusätzliche Kosten verursachen. Unsere Hinweise sollen erklären, warum das Aufheizen von Estrich bei Fußbodenheizungen notwendig ist und helfen, Fehler zu vermeiden.

7.1. Estrichtrocknung mit oder ohne Fußbodenheizung?

Beim Hausbau kommen neben CA-Estriche (Calziumsulfatestriche) hauptsächlich CT-Estriche (Zementestriche) zum Einsatz. Ihr besonderer Vorteil liegt vor allem in der guten Beständigkeit gegen Nässe und ihre Eignung als Heizestrich.

Bei der “Trocknung” von Zementestrich ist jedoch zu beachten, dass dieser zur Aushärtung gar nicht trocknet, sondern chemisch abbindet. Das bedeutet, dass eingebrachter Estrich die Feuchtigkeit benötigt, um vollständig auszuhärten. Erst, wenn der Estrich begehbar ist, was meist nach 24 Stunden erreicht ist, darf gelüftet und damit das überschüssige Wasser entzogen werden. Wird bereits vorher beim “Trocknen” nachgeholfen, kann der Estrich nicht richtig abbinden, es entstehen Spannungen und Risse.

Merke: Nach der Estricheinbringung zwei Tage Fenster und Türen geschlossen halten oder den Estrich mit einer Folie abdecken. Anschließend kann gelüftet und getrocknet werden. Erst nach 21 Tagen ist Zementestrich vollständig ausgehärtet und darf aufgeheizt werden.

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7.2. Warum muss ich den Estrich aufheizen?

Hausbau mit Innenausbau der Fußbodenheizung und Sanitär

Vor der Estricheinbringung muss die Fußbodenheizung verlegt werden.

Aus dem Physikunterricht ist jedem sicher noch bekannt, dass sich Stoffe bei Wärme ausdehnen und bei Kälte wieder zusammenziehen. Wie stark, hängt vom sogenannten Ausdehnungskoeffizienten ab. Aber so tief müssen wir in das Thema nicht eindringen.

Wie jeder Stoff dehnt sich auch Estrich unter Wärme aus. Im Estrich befindet sich jedoch die Fußbodenheizung, die zwar möglichst flächendeckend im selben Abstand verlegt werden sollte, den Estrich jedoch niemals zu 100 % gleichmäßig erwärmt. Hinzu kommt, dass der Estrich Sand oder Kies in unterschiedlichen Korngrößen beinhaltet, welche sich unterschiedlich schnell ausdehnen. All das sorgt dafür, dass Spannungen entstehen, die den Estrich reißen lassen können.

Daher ist es es wichtig, den Zementestrich richtig langsam aufzuheizen. Die Inhaltsstoffe bekommen so die Möglichkeit sich langsam und gleichmäßig auszudehnen und dem Umfeld anzupassen. Dadurch können Spannungen ausgeglichen und abgebaut werden. Nachdem der Estrich langsam nach dem Aufheizprotokoll aufgeheizt wurde, hat sich das Material angepasst und kann anschließend auch schneller aufgeheizt werden. Das langsame Aufheizen mittels Fußbodenheizung ist sozusagen eine Eingewöhnungsphase – die “Muskeln” werden gedehnt und aufgewärmt. Erst danach können sie richtig beansprucht werden.

7.3. Wann muss ich den Estrich aufheizen?

Ein “Wann muss ich den Zementestrich beim Hausbau aufheizen?” gibt es nicht! Beim Hausbau oder dem Einbringen von Estrich mit einer Fußbodenheizung, treffen jedoch der Wunsch nach einem raschen Baufortschritt und die zwingende Einhaltung der Heizestrich-Trockenzeit beziehungsweise Aushärtung aufeinander.

Daher sollte die Frage nicht “Wann muss ich…?” sondern “Wann darf ich …?” lauten. Die Frage lässt sich relativ einfach beantworten – Wenn der Estrich ausgehärtet ist. Angegeben sind hierfür 21 Tage. Wer nicht unter Zeitdruck steht, kann zur Sicherheit auch 28 Tage warten. Nach dieser Dauer darf mit dem Aufheizen des Zementestrichs begonnen werden.

7.4. Wie lange muss ich den Estrich aufheizen?

Wie die benötigte Zeit zum Aushärten von Estrich, ist auch das Aufheizen des Estrichs bei einer Fußbodenheizung vorgeschrieben. Man spricht vom Funktionsheizen.

Die Mindestschichtdicken von Estrichen sind in der DIN 18560 festgelegt und unterscheiden sich bei Zementestrichen im Einfamilienhaus mit typischen Beanspruchungen daher kaum. Im Schnitt sollten die Heizungsrohre etwa 45 mm überdeckt, was bei bei bei einem Rohrdurchmesser von 15 bis 20 mm eine Estrichdicke von 60 bis 70 mm ergibt.

Mit verschiedenen Zusätzen im Estrich können die Herstellerangaben etwas abweichen, grundlegend kann aber folgendes Tages-Heizprogramm für Estrich genutzt werden:

Heizestrich auf Fußbodenheizung
So sieht der Heizestrich auf der
Fußbodenheizung aus.
  1. Vorlauftemperatur von 25 °C aufheizen
  2. Vorlauftemperatur von 25 °C halten
  3. Vorlauftemperatur von 25 °C halten
  4. Vorlauftemperatur von 30 °C aufheizen
  5. Vorlauftemperatur von 35 °C aufheizen
  6. Vorlauftemperatur von 40 °C aufheizen
  7. Vorlauftemperatur von 45 °C aufheizen
  8. Vorlauftemperatur von 55 °C aufheizen
  9. Vorlauftemperatur von 55 °C halten
  10. Vorlauftemperatur von 55 °C halten
  11. Vorlauftemperatur von 55 °C halten
  12. Vorlauftemperatur von 45 °C absenken
  13. Vorlauftemperatur von 35 °C absenken
  14. Vorlauftemperatur von 25 °C absenken

Beim Aufheizen des Estrichs ist es notwendig gut zu lüften. Nach den ersten 21 Tagen zum Aushärten entweicht zwar bereits überschüssige Feuchtigkeit, bis jedoch die Belegreife erreicht ist, kann es noch einige Tage bis sogar Wochen dauern. Entscheidend für Heizestrich Trockenzeit ist natürlich das Wetter, die Lüftung und auch die Feuchtigkeit in der Umgebung, die durch weitere Mauer- und Putzarbeiten entsteht.

Zur Kontrolle der Belegreife, die je nach Bodenbelag fest definiert ist, sollte ein Restfeuchtemessgerät eingesetzt werden. Dieses zeigt eindeutig, wie viel Feuchtigkeit noch im Estrich enthalten ist und ob bereits ein Bodenbelag verlegt werden darf.

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7.5. Was macht das Estrich Heizprogramm?

Da die Estrichdicken stets sehr ähnlich sind, ist auch das Aufheizen des Estrich bei einer Fußbodenheizung fast immer gleich. Viele Heizungshersteller statten ihre Heizungen daher mit einem Heizprogramm für Estrich aus, welches dem aufgezeigten Zeit- und Temperaturplan ähnlich ist oder gar genau so aussieht.

Das automatische Aufheizen des Heizestrichs bietet den Vorteil, dass einem keine Fehler unterlaufen können und die Heizung auch nicht täglich manuell verstellt werden muss. Wichtig ist jedoch zu prüfen, ob der Ablauf des Heizprogrammes mit den Angaben zum Estrich übereinstimmen. Gegebenenfalls ist eine Rücksprache notwendig.

7.6. Brauche ich ein Heizprotokoll?

Ob Sie ein Aufheizprotokoll wirklich benötigen, hängt von Ihren Eigenleistungen ab. Führen Sie Estricharbeiten und die Estrichtrocknung mit der Fußbodenheizung in Eigenregie aus, können Sie zwar ein Aufheizprotokoll für sich anfertigen, im Schadensfall können Sie damit jedoch kaum Schadensersatzansprüche oder Garantieleistungen geltend machen.

Anders sieht es allerdings aus, wenn Firmen an diesen Arbeiten beteiligt sind. Hier ist ein Aufheizprotokoll Ihr Nachweis, dass alle Zeitvorgaben zur Estrichaushärtung und zum Estrich aufheizen (Dauer, Vorlauftemperaturen) oder zur Heizestrich Trockenzeit eingehalten wurden. Es ist daher besonders wichtig, dass zu jedem Arbeitsschritt das Datum eingetragen und bestätigt wird. Nur so können Garantieansprüche geltend machen, falls Risse im Estrich nach dem Aufheizen auftreten.

Ohne Aufheizprotokoll keine Gewährleistungsansprüche
Ohne Aufheizprotokoll gibt es
keine Gewährleistungsansprüche.

Enthalten sollte das Aufheizprotokoll folgende Punkte:

  • Auftraggeber
  • Projektbeschreibung
  • Bauabschnitt (Stockwerg, einzelne Räume oder Gebäudeteil)
  • ausgeführte Estricharbeiten (Beschreibung, Art des Heizestrichs…)
  • Datumprotokoll und Übersicht aller Schritte zu den Estricharbeiten und dem Heizprogramm beziehungsweise einer manuellen Heizungssteuerung
  • besondere Anmerkungen
  • Unterschrift / Stempel des Protokollführers, Kontrolleurs oder der ausführenden Firma

Das Aufheizprotokoll kann individuell gestaltet sein. Viele Unternehmen besitzen aber bereits eigene Vorlagen und auch das Internet bietet hierzu viele Beispiele, die genutzt und angepasst werden können.

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