Brandschutz

Grillparty: So wird Ihre Feier perfekt

Die Grillsaison ist da – Tipps und Tricks für den geselligen Gaumenschmaus

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Eine Grillparty im Garten veranstalten – das fordert Organisationsvermögen und Kreativität. Und da jeder mal an der Reihe ist, kommt es früher oder später im Sommer auch auf einen selbst zu. Denn gleich nach dem Fußball gehört das Grillen zum liebsten Hobby der Deutschen. 70 Millionen Mal im Jahr wird zu Grill, Holzkohle, Fleisch und Würstchen gegriffen. Damit die Grillparty ein voller Erfolg wird, muss man einiges beachten.

Doch keine Angst, es ist kein Hexenwerk – nur eine Frage der Organisation. Und dafür geben wir auf Heimwerker.de den Leitfaden an die Hand. Sind alle Punkte auf der Checkliste abgehakt? Wurde der Brandschutz beachtet, damit es zu keinem Grillunfall kommen kann? Na, dann ab in den Garten und den Grill angeworfen. Oder hat es soeben angefangen zu regnen? Keine Sorge! Auch dafür haben wir einen Notfallplan parat.

Wir wünschen viel Spaß beim Grillen!

1. Vorbereitung der Grillparty

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Sie können erst mit dem Grillen beginnen, sobald sich eine weißgraue Ascheschicht auf der Kohle gebildet hat.

Mit einer guten Vorbereitung hat man die halbe Miete für die Grillparty. Um den hungrigen Besuch nicht allzu lange auf Würstchen und Co. warten zu lassen, sollte man die Holzkohle bereits eine halbe Stunde vorher anzünden. Benutzt man Holzkohlebriketts empfiehlt sich sogar eine ganze Stunde Vorlaufzeit. Denn sie brauchen länger, um gut durchzuglühen. Dafür brennen sie aber auch gleichmäßiger und halten die Hitze länger – besonders geeignet also für die langen Grillabende.

Das Fleisch sollte erst dann aufgelegt werden, wenn die Kohlen eine weiße Schicht gebildet haben. Nur dann sorgt die entstehende Hitze dafür, dass sich die Fleischporen schließen und so der Saft mit den Vitaminen, dem Eiweiß und den Mineralien erhalten bleibt.

So zünden Sie einen Holzkohlegrill an:

  1. Die Holzkohle pyramidenförmig anordnen
  2. Zeitungspapier in kleine Stücke zerknüllen und in die Holzkohlenpyramide legen
  3. Das Zeitungspapier anzünden
  4. Jetzt mit Holzkohle auffüllen
  5. Sobald weißgraue Asche die Kohlen überzieht (Dauer: ca. 30 Minuten), haben sie die zum Grillen erforderliche Hitze erreicht.

Zu spät dran? Mit einem Anzündkamin können Sie Holzkohle bereits in etwa 15 bis 20 Minuten durchglühen. Das ist auch hilfreich, wenn Sie zwischendurch neue Kohle nachlegen müssen.

Der neueste Trend auf dem Grillmarkt ist übrigens Grillkohle aus Kokosnussschalen, die in handliche Brikettformen gepresst wurden. Aufgrund des brennfreundlichen Materials sind keine Anzündhilfen erforderlich. Das Kokos-Brikett kann direkt entzündet werden und ist in nur zwei Minuten einsatzbereit zum Grillen. Die Brenndauer der neuartigen Grillbriketts beträgt ca. 2,5 Stunden je Riegel.

2. Was kommt auf den Grill?

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Für besonders empfindliches Grillgut wie Fisch oder Gemüse empfiehlt sich eine Aluschale.

Fleisch und Würstchen sind das beliebteste Grillgut in Deutschland. Vor allem Schweinefleisch in Form von Grillfleisch und Würstchen steht bei Grillfans hoch im Kurs, denn – laut einer Umfrage von Lidl – landen zu rund 81 Prozent Schweinefleisch auf dem Grill. Erst danach kommen Geflügel und Rind.

Zwar gaben nur 39 Prozent an, sie würden Gemüse grillen, doch gewinnt fleischloses Grillgut zunehmend an Beliebtheit. Dagegen wird Fisch eher selten gegrillt, obwohl sich auch Makrelen und Forellen hervorragend auf dem Rost machen.

Die Grillleckereien bei den Fleischern der Republik bieten ein große Auswahl, sodass jeder Geschmack auf seine Kosten kommt. Neben dem altbewährten Nackensteak und Würstchen liegen auch Gemüsespieße und Fisch immer mehr im Trend. Im Folgenden haben wir auf Heimwerker.de Ideen für die kulinarische Versorgung Ihrer Grillparty zusammengefasst:

Grillgut Ideen
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  • Rind (Steak wie T-Bone, Rib-Eye oder Entrecote)
  • Schwein (Nacken oder Spareribs, Würstchen, Spieße, Cevapcici)
  • Lamm (Doppelkoteletts vom Rücken oder Nacken)
  • Geflügel (Spieße, Brustfilet, Keule, oder beim Kugelgrill sogar ganzes Hähnchen)
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  • festfleischige Fische besonders zu empfehlen
  • Lachs, Forelle, Dorade, Wolfsbarsch
  • Filet mit Haut oder in Aluschale grillen
  • Fischkorb erleichtert das Grillen
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  • fast jedes Gemüse ist geeignet
  • besonders beliebt: Paprika, Zucchini, Kartoffeln, Pilze, Mais
  • einzeln oder mit Feta gefüllt
  • in Alufolie oder Aluschale grillen
  • auch lecker: Grillkäse oder Halloumi
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  • nicht direkt auf dem Grill, aber dennoch ein Muss: Beilagen für die Grillparty
  • alle möglichen Salate wie Coleslaw, Gurkensalat, Tomate-Mozzarella, aber auch Kartoffel- und Nudelsalat
  • Fladenbrot, Baguette oder Kräuterbrot
  • natürlich Grillsaußen jeglicher Art

3. Gesünder Grillen: Grillschalen für den Holzkohlegrill

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In Alufolie wird Fleisch und Gemüse besonders schonend gegart.

Beim Grillen tropft das Fett von Fleisch und Würstchen in die glühenden Kohlen beim Holzkohlegrill oder auf die Brennstäbe beim Elektrogrill. Dadurch entstehen krebserregende Stoffe, die in das Grillgut gelangen.

Um dies zu vermeiden, empfiehlt sich die Verwendung von speziellen Grillschalen aus Edelstahl, Emaille oder als Einweg-Aluschalen.

Diese Schalen fangen Fett und Marinade auf und lassen das Fleisch in seinem eigenen Saft schmoren. So trocknet es weniger aus und erhält trotzdem einen rauchigen Geschmack. Darüber hinaus ist die Aluschale ein wichtiges Grillzubehör für empfindliches Grillgut, wie Fisch, Gemüse oder Grillkäse schonend zubereitet werden.

Tipp: Sollten Sie gerade keine Aluschale zur Hand haben, genügt auch einfache Alufolie.

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Achten Sie besonders in der freien Natur darauf, dass Ihr Grill nicht wackelt. So vermeiden Sie einen Grillunfall.

4. Ein Muss auf jeder Grillparty: Brandschutz

4.000 Vorfälle verzeichnet die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) jedes Jahr bundesweit. Glücklicherweise gehen viele glimpflich aus, doch leider erleiden einige Betroffene leichte bis mittelschwere Verbrennungen.

Zudem wären viele dieser Grillunfälle vermeidbar gewesen, denn über die Hälfte der Meldungen gehen auf flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin zurück. Wenn der Hunger kommt und die Kohle nicht sofort brennt, wird auf diese unzweckmäßigen Hilfsmittel zurückgegriffen. Die entstehende Verpuffung inklusive einer meterhohen Stichflamme treffen neben den Personen am Grill leider oft auch Kinder, die im Garten spielen.

Ein Grillunfall kann jedoch auch andere Gründe haben. Wackelige Billig-Grills kippen um, das Fett des Grillguts gerät in Brand oder ein starker Wind verursacht Stichflammen. Mit den folgenden sieben Maßnahmen kann man sich aber problemlos schützen:

  1. Die Wahl des Standorts. Ein kippsicherer Platz im Windschatten verhindert das Umfallen des Grills, sowie Stichflammen durch Luftböen. Holzkohlegrills sollten zudem nur im Freien verwendet werden. Beim Verbrennen von Kohle entsteht giftiges Kohlenmonoxid, das zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen kann.
  2. Ein Eimer mit Sand, eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher sollten beim Grillen jederzeit griffbereit sein. Gerät Fett in Brand, hilft kein Wasser – die Flammen müssen durch Abdecken gelöscht werden.
  3. Kinder gehören nicht an den Grill. Da ist ein Grillunfall vorprogrammiert. Sie sind zudem besonders gefährdet, da sie aufgrund ihrer geringen Körpergröße auf Augenhöhe zum Grill stehen. Der Sicherheitsabstand sollte mindestens drei Meter betragen.
  4. Weder Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin noch gelartige Brennpasten dürfen für das Grillen verwendet werden. Kommen diese mit dem heißen Grill in Berührung, entzünden sich die Gase der Grillanzünder schlagartig und lösen unberechenbare Stichflammen aus, die bis zu mehrere Meter Höhe erlangen können. Zudem kann durch den Flammenrückschlag der Behälter explodieren und aus der Hand gerissen werden.
  5. Es sollten am Grill jederzeit hochwertige Grillutensilien verwendet werden. Neben Schutzhandschuhen ist auch eine lange Grillzange ratsam.
  6. Heiße Asche gehört nicht in einen Mülleimer. Man muss abwarten, bis die Holzkohle vollständig erloschen ist und sicher sein, dass der Grill vollkommen abgekühlt ist.
  7. Beim Kauf eines Grills stets auf das GS-Zeichen achten. Dies garantiert gesetzliche Anforderungen bezüglich der Standfestigkeit, Hitzefestigkeit und Solidität des Brennstoffbehälters.

5. Bei Regen und Wind: Notfallplan

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Auf dem Grill lassen sich zum Nachtisch auch Marshmallows rösten.

Wer aber auf den Aufenthalt an der frischen Luft nicht verzichten möchte, der kann sich glücklich schätzen, wenn seine Terrasse mit einem Dach gegen Nässe geschützt ist. Am besten kombiniert man dieses mit ausziehbaren Seitenschutzwänden, die tückischen Windböen Einhalt gebieten und neugierige Blicke abhalten. Wer eine größere Feier plant kann sich auch ein Partyzelt mieten. Der Grill sollte allerdings nicht in diesem aufgestellt werden.

Richtig gemütlich wird jedes Grillfest erst, wenn die Kohlen erloschen sind. Ohne Heizstrahler wäre es draußen dann jedoch kaum mehr zu ertragen. Wichtig ist, bei der Anschaffung darauf zu achten, dass ohne störende Nebengeräusche ausreichend Wärme erzeugt wird.

Einen gelungenen Abend zeichnet neben gutem Essen auch ein gemütliches Ambiente aus. Dieses entsteht aus dem erfolgreichen Zusammenspiel von Dekoration und stimmungsvoller Beleuchtung. Gerne werden dafür bei Anbruch der Dämmerung Kerzen angezündet. Ausgefallen wäre jedoch ein Beleuchtungssystem, das sich dank integrierter Halogenspots und Dimmerfunktion individuell regeln lässt.

6. Ökobilanz für Grillen und Grillgut

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Vermeiden Sie, dass Fett vom Fleisch in die Kohlen tropft. So entsteht weniger unnötiger Rauch.

Sowohl auf einem Holzkohlegrill als auch auf einem Tischgrill entwickelt sich Rauch. Dieser entsteht nicht nur durch das Verbrennen der Holzkohle, sondern vor allem durch das Grillgut. Tropfen Fett, Öl oder Marinaden in die Glut bzw. auf die Brennstäbe beim Elektrogrill, entsteht Rauch. Auf diese Weise gelangen nicht nur krebserregende Stoffe in das Grillgut, sondern auch Emissionen in die Luft.

Aus diesem Anlass hat der TÜV Rheinland die Umweltauswirungen eines Grillabends von der Herstellung des Grills über die Produktion des Grillguts, dem Transport in die Geschäfte bis zum Einkauf, dem Grillen und der Entsorgung untersucht. Dabei wurde auf einem herkömmlichen Holzkohlegrill, einem Einwegggrill sowie einem Gas- und Elektrogrill gegrillt.

Mit überraschendem Ergebnis: Beim Grillen von 400 Gramm Fleisch von Rind, Schwein sowie Hähnchen und Würstchen, Mais und Feta entsprachen die Werte einer 120 Kilometer langen Autofahrt mit einem Mittelklassewagen. Von dem getesteten Grillgut erreichten Rindfleisch und Grillkäse die höchsten Werte.

Hinweis: Jedoch lohnt es sich nicht, auf Grillgut umzusteigen, das weniger Emissionen erzeugt. Besser ist es, das Grillgerät unmittelbar nach dem Grillen auszuschalten bzw. die Kohlen erkalten zu lassen und das Fleisch nicht länger als nötig über der Hitze liegen zu lassen.

7. Für den perfekten Abend: Die Grillparty-Checkliste

Damit die Party auch wirklich ein voller Erfolg wird und Sie nichts vergessen, haben wir zum Ende noch eine Checkliste für Sie zusammengestellt:

Kategorie Was Sie beachten sollten
Der Ort der Grillparty
  • Pavillion/Zelt
  • Sitzgelegenheiten und Tische
  • Teller, Besteck, Gläser, Servietten
  • Dekoration
  • Musik
  • Müllsäcke
Der Grill
  • je nach Grill-Art Holzkohle, Briketts, Gas-Kartusche, Stromanschluss
  • Aluschalen, Alufolie
  • Feuerzeug, Streichhölzer
  • Grillzubehör wie Grillhandschuhe und Grillzange
Das Grillgut
  • Fleisch & Fisch: Steaks, Würstchen, Cevapcici, Rippchen, Hühnchenschenkel, ganzer Fisch oder Filet
  • Gemüse: Kartoffeln, Maiskolben, Paprika, Zucchini, Pilze
  • Grillkäse
Die Beilagen
  • Salate: frische Salate, Coleslaw, Nudel- und Kartoffelsalat
  • Ketchup, Mayonnaise, Senf und sonstige Grillsoßen
  • Kräuterbutter, Salz, Pfeffer und sonstige Gewürze
  • Brot: Kräuterbaguette, Fladenbrot, Brot selber backen
  • Getränke: nicht alkoholisch wie Wasser, Cola, Limonade; alkoholisch wie Bier, Wein, Cocktails