Kaufberatung zum Igluzelt Test bzw. Vergleich 2019

  • Das Iglu-Zelt trägt wegen seiner typischen Form häufig auch die Bezeichnung „Kuppelzelt“. Beide einen ihre breiten Einsatzmöglichkeiten als Campingzelt, als Trekkingzelt, als Freizeit- und Familienzelt sowie als Zelt für Wanderer und Radfahrer.
  • Das Material des Iglu-Zelts entscheidet darüber, wie gut das Klima im Zelt ist und, ob Sie im Zeltinneren trocken bleiben. Außenmaterial, Beschichtung und Wassersäule sind hierbei entscheidende Kennwerte.
  • Gestänge und Größe des Zeltes wählen Sie mit Blick auf den Einsatz: Leichtes Gestänge lässt sich gut tragen oder im Fahrradgepäck verstauen. Große Zelte inklusive Vorzelt bleiben besser für die Dauer des Urlaubs an Ort und Stelle stehen.

Igluzelt Test

Die Deutschen verbringen ihren Urlaub gerne auf dem Campingplatz. Dabei gibt es mindestens zwei ganz unterschiedliche Arten von Campern: (1) Diejenigen, die mit einem mächtigen Wohnmobil anreisen, um trotz Campingplatz-Feeling auf kein Fünkchen Luxus verzichten zu müssen. Oder (2) diejenigen, die sich gerne in der Natur aufhalten und ausgestattet mit einem traditionellen Iglu-Zelt ein kleines Abenteuer anstreben.

Sie planen in diesem Jahr erstmals einen Campingurlaub im Zelt? Dann dürfen Sie sich zunächst einmal Ihre ganz individuellen Antworten auf diese folgenden Keyfacts notieren:

  • Wohin reisen Sie und wie ist das Klima an Ihrem Wunsch-Urlaubsort?
  • Wie viele Personen sollen im Zelt schlafen?
  • Wird das Zelt einmal aufgebaut und nach ein oder zwei Wochen wieder abgebaut oder soll es jeden Tag an einen anderen Ort stehen?

Diese Antworten werden Sie brauchen, um mithilfe des folgenden Igluzelt-Vergleichs das passende Zelt auszuwählen.

1. Das Who-is-who der Zeltvarianten

Auch wenn der Fokus in diesem Ratgeber auf der Iglu-Zelt-Variante liegen soll, möchten wir Ihnen mit der folgenden Tabelle skizzieren, wie groß die Zeltvielfalt ist – und für welchen Zweck welches Zelt geeignet ist.

Hinweis für Marken-Bewusste: Die gängigsten Hersteller sind Coleman, High Peak, CampFeuer, Qeedo, Ultrasport und Explorer. Besonders viele Anhänger findet die Igluzelt-Monodome-Variante im Freizeit- und Festival-Bereich.

Zeltart Beschreibung Einsatzbereich

Aufblasbares Zelt

aufblasbares Zelt

  • leicht, aufblasbar
  • einfache Handhabung
  • stabil
  • praktischer Wetterschutz
  • großes Platzangebot
  • Camping
  • Freizeit

Biwakzelt

Biwackzelt

  • klein, leicht, schnell verpackt, schnell aufgebaut
  • geringes Platzangebot
  • bietet schnellen Schutz vor Wetterkapriolen im Outdoor Bereich
  • Bergsport
  • Trekking

Igluzelt

igluzelt-bergsport

  • vielseitig einsetzbar
  • leichter Aufbau, wenig Teile, geringes Gewicht
  • sicherer Stand selbst bei Wind
  • Innenzelt und Außenzelt trennbar
  • Bergsport
  • Trekking
  • Camping
  • Freizeit

Kuppelzelt  

Kuppelzelt

  • praktische Konstruktionsform
  • wenig Teile, geringes Gesamtgewicht
  • sicherer Stand bei drehendem Wind
  • kreuzende Stangen bieten Stabilität
  • Innenzelt und Außenzelt trennbar
  • leichter Aufbau
  • Camping
  • Trekking
  • Bergsport
  • Freizeit

Tipizelt

tipizelt

  • traditionelle Zeltform der amerikanischen Ureinwohner
  • kegelförmig mit Stange in der Mitte
  • Personenanzahl reicht von drei bis 14 Personen
  • Freizeit

Tunnelzelt

tunnelzelt

  • lange Röhrenform
  • steil aufgespannte Wände
  • größtes, nutzbares Innenvolumen
  • einfacher Aufbau
  • abtrennbare Nutzungsbereiche möglich
  • Sicherung mit Hering und Abspannleine
  • Anzahl der Schlafkabinen kann variieren
  • Camping
  • Trekking
  • Freizeit

Wurfzelt (Pop Up Zelt)

'

  • baut sich via Pop-Up-Verfahren quasi selbst auf
  • Sicherung über Heringe und Abspannseile
  • Abbau erfordert Übung
  • Camping
  • Freizeit (u.a. Besuch bei einem Festival)
  • Strand (ähnlich wie eine Strandmuschel)

Fazit: Das Igluzelt ist eines der drei Allrounder, das ähnlich wie das Kuppelzelt und das Tunnelzelt für jeden Campingspaß geeignet ist. Kuppelzelt und Igluzelt werden häufig synonym verwendet aufgrund der ähnlichen Form.

2. Ihre Keyfacts sind entscheidend beim Igluzelt-Kauf

Die eingangs von Ihnen beantworteten Fragen sind kaufentscheidende Keyfacts für die Wahl Ihres Igluzelts.

  • Klima am Wunsch-Urlaubsort?
  • Wie viele Personen im Zelt?
  • (Ständige) Mobilität während des Urlaubs?

3. Wohin reisen Sie und wie ist das Klima an Ihrem Wunsch-Urlaubsort?

Das Urlaubsziel, Ihre gewünschte Reisezeit und das Klima vor Ort entscheiden, aus welchem Material Ihr Igluzelt gefertigt sein soll und auf welche Form der Beschichtung Sie achten sollten.

3.1. Außenmaterial: Polyester

Polyester wird häufig als Außenzelt-Material verwendet, denn es ist mit 70 bis 80 Gramm pro Quadratmeter sehr leicht. Es reißt und scheuert nicht und dehnt sich auch bei Nässe nicht aus. Diese Vor- und Nachteile bringt das Material mit sich:

  • trocknet schnell
  • ist reißfest
  • ist leicht und pflegeleicht
  • ist günstig in der Anschaffung
  • anfällig für UV-Licht
  • übertragt Wind als Raschelgeräusche
  • Innenraum heizt sich schnell auf

3.2. Außenmaterial: Baumwolle

Baumwolle sorgt in der Kleidung für ein angenehmes Wohlfühlgefühl – und dasselbe Gefühl vermittelt auch ein Baumwollzelt. Im Sommer sorgt es für ein angenehm kühles Klima. Wird es kälter, wirkt die Außenhülle aus Baumwolle als Wärmespeicher. Trifft Regen auf Baumwolle, dehnt sich das Material aus. Dann ist im Innenraum Vorsicht geboten:

Wer ans nasse Außenzelt kommt, lädt das Regenwasser förmlich in den Innenraum ein. Eine Alternative ist die Sonderform eines Baumwollmischgewebes, das synthetisches Gewebe aufnimmt und damit verhindert, dass Regenwasser durchsickert.

3.3. Vor- und Nachteile von Igluzelten aus Baumwolle:

  • sorgt für angenehmes Klima
  • reagiert auf Wetterbedingungen
  • ist reißfest
  • ist UV-beständig
  • lange Trocknungszeit
  • teuer in der Anschaffung
  • vergleichsweise schwer

3.4. Außenmaterial: Nylon

Nylon läuft als Außenmaterial Polyester den Rang ab. Nylon ist noch leichter und wiegt nur etwa 60 bis 70 Gramm pro Quadratmeter. Der Nachteil des Materials zeigt sich bei Regen: Nylon dehnt sich aus und muss nachgespannt werden. Ähnlich wie bei der Baumwoll-Variante gibt es eine Alternative mit einer speziellen Beschichtung.

  • leichteste Zeltvariante
  • reiß- und scheuerfest
  • kostenintensiv in der Anschaffung
  • dehnt sich bei Regen

3.5. Beschichtungsmöglichkeiten: PU-Masse oder Silikon?

Ein Zelt, das mit PU-Masse beschichtet wird, büßt seine UV-Beschichtung ein. Die Beschichtung macht das Zelt zudem schwerer. Allerdings gilt die Beschichtung mit PU-Masse als günstigere Variante als mit Silikon. Silikon ist hingegen leicht, UV-beständig und reißfest.

3.6. Gut gewappnet für Regenwetter: die Wassersäule

Das sagen die Werte der Wassersäule aus

Die Werte der Wassersäule werden in Millimetern angegeben: Eine Wassersäule von 1.500 Millimetern heißt, dass ab über 1.500 Millimetern Wasser auf dem Zelt der Druck so hoch wird, dass das Obermaterial das Wasser durchlässt.

Die Wassersäule ist eine via DIN-Norm regulierte Angabe. Alles ab 1.500 Millimeter gilt laut dieser DIN-Norm als „wasserdicht“. Experten raten, nicht nur auf diese Maßangabe zu achten, sondern vor allem einen Blick auf die Nähte zu werfen: Nur wenn diese gut verarbeitet sind, nützt die Wassersäule mit 1.500 Millimetern auch in der Praxis etwas.

Auch die Wassersäule des Bodens kann entscheidend sein, wenn lediglich ein Platz inmitten einer Pfütze zur Verfügung steht. Möglich sind hier Werte bis zu 10.000 Millimetern. Ein Vergleich zeigt, dass günstige Igluzelte meist eine Wassersäule von 2.000 Millimeter ausweisen, teure Zelte hingegen zwischen 3.000 und 4.000 Millimetern liegen.

Trekkingzelte haben übrigens die geringste Wassersäule mit 1.500 bis 2.000 Millimeter. Hier ist das leichte Gewicht wichtiger als der Schutz vor Regen.

4. Wie viele Personen sollen im Zelt schlafen?

igluzelt vergleichssieger
Entscheidend beim Kauf von Igluzelten sind die Personenzahl und die Anzahl an Schlafkabinen.

Der Klassiker ist das Zelt für 4 Personen. Allerdings gibt es in der Kategorie der Iglu- und Kuppelzelte vor allem das 2-Personen-Zelt/2- Mann-Zelt und das 3-Personen-Zelt, seltener das 4-Personen-Zelt oder gar ein 6-Personen-Zelt.

Wer ganz allein auf sich gestellt ist und mit einem 1-Mann-Zelt auf Tour geht, der wird sich fühlen wie in einem Biwakzelt, das lediglich zum Schlafen dient, aber keinen Platz fürs Gepäck bietet. Auch dem Single-Reisenden empfehlen wir das 2-Mann-Zelt. Wer zu zweit reist, hat es im Igluzelt für 3 Personen besonders komfortabel.

Bei der Entscheidung, welche Zeltgröße passend ist, ist ausschlaggebend:

  • wie groß die Personenanzahl ist und wie groß die Anzahl an Schlafkabinen sein soll.
  • ob Gepäck im Zelt verstaut werden muss.
  • ob das Zelt als Familienzelt fungiert, indem auch gekocht und gegessen wird.

Im 4-Personen-Zelt haben – wie der Name unschwer erkennen lässt – 4 Personen Platz, doch meist ist der Platz im Innenzelt für Luftmatratze, Isomatte und Schlafsack recht schmal bemessen.

Dient das 4-Personen-Zelt lediglich als abendliche Ruhestätte, braucht es nicht viel mehr. Fungiert es als Familienzelt oder als Campingzelt, ist ein Vorzelt eine sinnvolle Ergänzung. Hier ist Platz, um Gepäck zu lagern, zu kochen oder zu essen. Oder Sie stocken die Anzahl der Schlafplätze auf und setzen direkt auf ein 6-Personen-Zelt, auch wenn das Zelt nur 4 Personen nutzen.

5. Wird das Zelt einmal aufgebaut oder wird es jeden Tag an einem anderen Ort aufgestellt?

Wer das Iglu Zelt als Trekkingzelt nutzen möchte, achtet vor allem auf ein geringes Gewicht. Dieses ist mitunter abhängig vom Gestänge, aber auch von der Wassersäule des Außenzelts und der Wassersäule des Bodens. Grundsätzlich gilt nämlich: Je mehr Regenschutz das Zelt bietet, umso schwerer ist es auch.

Achtung: Grundsätzlich empfehlen wir, das Zelt vor dem Gebrauch auf Dichtheit zu überprüfen. Nach dem Test des Igluzeltes mit dem Gartenschlauch entscheiden Sie, ob Sie Ihr Zelt mit dem Imprägnierspray behandeln, oder ob Sie gar ein neues Igluzelt kaufen. Experten raten, die Imprägnierung vor jeder Tour zu prüfen und ggf. noch vor Reiseantritt das Zelt zu imprägnieren.

6. Diese Arten von Iglu-Zelt-Stangen gibt es

  • Aluminium: Aluminium-Gestänge ist die Luxus-Variante, die auch entsprechend teuer ist. Dafür bekommen diejenigen, die ihr Igluzelt mit Aluminium-Gestänge kaufen auch ein leichtes, flexibles und langlebiges Gestänge.
  • Carbon: Carbonfasern sind im Igluzelt eine extrem stabile Gestängevariante, die unflexibel und teuer ist. Wer auf Carbon setzen will, sollte das so gestützte Zelt zum Camping, als Hauszelt, Familienzelt oder Vorzelt nutzen – und nicht tagtäglich abbauen müssen.
  • Fiberglas: Gestänge aus Fiberglas kommt in günstigen Zelten zum Einsatz. Das Material ist günstig, schwer und nicht sehr stabil. Fiberglas bricht sehr leicht und ist nur für den stationären Einsatz geeignet. Ein Zelt mit Fiberglas-Gestänge täglich auf- und abzubauen und womöglich noch auf dem Rad oder dem Rücken zu transportieren, sorgt nicht für Campingfreuden.
  • Luftkammern: Luftkammern gibt es in den eingangs erwähnten aufblasbaren Zelten. Anstatt mit Gestänge zu hantieren, blasen Sie beim Aufbau Luft in die einstigen Gestänge-Kammern. Der Aufbau geht so rasend schnell. Auch der Transport des Gestänges entfällt. Zu finden ist diese Sonderform von Zelten online. Deklariert werden sie als aufblasbares Igluzelt.
  • Stahl: Gestänge aus Stahl ist die mächtigste Konstruktion. Es ist schwer, starr, dafür aber auch enorm wind- und wetterbeständig. Gestänge aus Stahl passt ins Familienzelt und ins Campingzelt. Der Aufbau ist anstrengend und erfordert Übung.

Tipp: Grundsätzlich wird empfohlen bei Zelten, die lange Zeit am selben Ort stehen werden, auf ein Zelt zu achten, das eine angemessene Stehhöhe bietet und möglichst mit einem Vorzelt ausgestattet ist. Das verhindert das mühsame Hineinkriechen in ein niedriges Igluzelt ohne ausreichende Stehhöhe und das Vorzelt ist der beste Lagerort für Gepäck und Lebensmittel. Wer eine Nacht am Strand nächtigt, kann auch auf ein Pop-Up-Zelt setzen.

7. FAQs rund ums Thema Iglu-Zelt

7.1. Wie gut lässt sich ein Igluzelt aufbauen?

Haben Sie ein günstiges Igluzelt erstehen können, empfehlen wir Ihnen, den Zeltaufbau zu Hause zu üben, bevor es auf Tour geht. Im Grunde geht der Aufbau ganz schnell:

  1. Flache Stelle suchen.
  2. Untergrund von Unrat befreien, Plane ausbreiten.
  3. Außenzelt aufschlagen und ausbreiten. Stangen zusammensetzen. Einfädeln. Stangen über Metallspitzen stechen.
  4. Standort wählen und Heringe mit einer Neigung von etwa 40 Grad in den Boden schlagen. Anspannleinen festbinden.
  5. Innenzelt aufschlagen und einhängen.

7.2. Was muss ich beim Zelten im Winter beachten?

Zelten ist auch im Winter möglich. Allerdings muss das richtige Equipment vorhanden sein. Entscheidend ist vor allem die Kleidung, denn wer bereits tagsüber friert, wird abends im Zelt nur schwer wieder warm.

In diversen Igluzelt-Tests werden Winterzelte empfohlen, die der Schneelast standhalten und verhindern, dass der Wind ins Zelt fährt. Innenzelte lassen sich hier meist komplett abdichten.

7.3. Igluzelte im Test

Zahlreiche Tests zum Thema Camping gibt es bei der Stiftung Warentest. Diese sind hier zu recherchieren. Einen Igluzelt-Testsieger oder das beste Igluzelt weist Stiftung Warentest bisweilen nicht aus.

7.4. Einwandig oder doppelwandig? Welche Variante ist empfehlenswert?

Igluzelte unterscheiden sich u.a. anhand der Anzahl an Wänden. Bei einem einwandigen Igluzelt ist das Außenmaterial robust und wasserdicht. Vor allem Bergsteiger nutzen die einwandige Variante.

Das doppelwandige Iglu-Zelt hat zwei Wände: die des Innenzelts und die des Außenzelts. Beide Wände ergänzen sich: Die äußere Wand ist wasserdicht, die innere Wand ist atmungsaktiv.