Basteln mit Holz

Schaukelpferd Bauanleitung: Holzschaukelpferd selber bauen

Schaukelpferd selber bauen

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Das Schaukelpferd ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil in allen Kinderzimmern. Besonders Holzschaukelpferde sind sehr beliebt, da dieses Material besonders umweltfreundlich und langlebig ist.

Kinder können bereits mit einem halben Jahr auf einem Schaukelpferd sitzen. Dafür gibt es spezielle Sitzkörbe oder Sicherheitsringe, damit die Kleinen nicht von dem Spielzeug fallen.

Wenn die Kinder ein bisschen älter sind, werden die Vorrichtungen einfach wieder abmontiert.

Sehen Sie hier einen detaillierten Bauplan über ein Schaukelpferd aus Holz.

Schaukelpferd Bauanleitung

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Schaukelpferd Bauanleitung

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Holz- und Materialliste

Pos Bauteil Material Anz. Maße L[mm] Maße B[mm] Maße D[mm]
1. Kufen Erle 2 800 120 25
2. Sitzplatte Erle 1 400 160 25
3. Rückenteil Erle 1 85 120 25
4. Kopf Erle 1 235 235 25
5. Beine Erle 2 235 85 25
6. Streben Erle 2 260 60 25
7. Fußplatten Erle 2 300 50 15
8. Griff Erle 1 200 D=20
9. Holzdübel Buche 14 30 D=6
10. Holzdübel Buche 3 40 D=10
11. Holzdübel Buche 8 40 D=8
12. Kreuzschlitzschraube Spax/S 4 45 D=4,5
13. Kreuzschlitzschraube Spax/S 2 50 D=5,0
14. Senkkopfnagel Wangnerstift 2 30 D=2,0

Schritt 1: Teile zuschneiden

Bei der Tischkreissäge einen Schiebeschlitten benutzen
rechtwinkelige Schnitte

Schneiden Sie alle Teile des Schaukelpferdes mit der CMS und dem Schiebeschlitten laut Materialliste zu.

Es ist sinnvoll, wenn Sie zunächst alle rechtwinkligen Schnitte machen und erst danach die beiden Stützen unter dem Sitzbrett schräg schneiden.

Bei einer Schnittbreite unter 120 mm ist es erforderlich.

Teile für das Schaukelpferd zuschneiden
mit Schiebestock arbeiten

Es empfiehlt sich, einen Schiebestock zum Durchschieben des Werkstückes zu benutzen.

Übertragen Sie mithilfe von Pauspapier am besten alle Rundungen und Kurven auf die Teile, die später mit der Stichsäge ausgeschnitten werden.

Markieren Sie auch die Position der Querstreben auf den Kufen und die der Stützen unter dem Sitzbrett.

Die Augen und die Griffstange anzeichnen
Augen und Griffstange 

Am Kopf können Sie mithilfe eines Bleistiftes oder eines Spitzbohrers besonders leicht die Position der Augen und der Griffstange übertragen.

Zeichnen Sie die Breite des Sitzbrettes an.

Kennzeichnen Sie sich jeweils die Außenflächen und nummerieren Sie alle Einzelteile.

Schritt 2: Konturen aussägen

Auch die Tauchsäge kommt beim Schaukelpferd zum Einsatz
Tauchsäge im Einsatz
Mit dder Stichsäge wird die Form geschnitten
Stichsäge von unten geführt

Schneiden Sie die beiden Flanken mit der Tauchsäge und einer Führungsschiene schräg.

Bauen Sie ein Kurvensägeblatt in die Stichsäge ein.

Mit dem in der Grundplatte befindlichen 6-Kant Schlüssel können Sie die untere Sägeblattführung möglichst spielfrei einstellen.

Um den Schnitt noch genauer und ausrissfrei zu bekommen, müssen Sie einen Splitterschutz in die Säge einbauen.

Der Splitterschutz wird von vorne in die Aussparung an der Grundplatte eingeschoben und dann bei laufender Säge mit dem Splitterschutz nach unten auf den Tisch gedrückt.

Spannen Sie die Stichsäge in das CMS Modul ein und verbinden Sie beides dann mit dem Schalter am Tisch.

Schneiden Sie mit der Stichsäge, am Strich entlang, die Kontur aus.

Wenn Sie die Kontur möglichst genau aussägen, haben Sie beim Schleifen weniger Arbeit.

Anschließend werden die Löcher für Auge und Griffstange in den Kopf gebohrt.

Schritt 3: Dübellöcher bohren

Dübellöcher übertragen
Dübelspitzen im Einsatz
Bohrschablonen erleichtern die Arbeit
Dübelschablone nutzen
Dübellöcher für das Schaukelpferd
Tiefenanschlag bleibt

Bohren Sie die Dübellöcher (D = 8 mm) mit Hilfe einer Dübelschablone in das Querholz der schrägen Stützen sowie der Querstreben, der Rückenlehne und des Kopfes.

Am besten gelingt das, wenn die Dübelschablone einen einstellbaren Anschlag hat (siehe Bild).

Um alle Löcher ohne Ausrisse und gleich tief zu bohren, verwenden Sie am besten einen Holzbohrer und einen Tiefenanschlag (Bohrtiefe = halbe Dübellänge + 1 mm).

Mithilfe von Dübelspitzen können Sie den Mittelpunkt der Bohrlöcher auf die Flächen übertragen.

Stecken Sie die Dübelspitzen in die Bohrlöcher ein und drücken Sie das Teil an der angezeichneten Stelle nach unten. Die so entstandenen Vertiefungen bilden die Mitte des Bohrloches.

Sie können wieder die Dübelschablone verwenden, um senkrecht in die Flächen zu bohren. Das hat auch den Vorteil, dass Sie den Tiefenanschlag nicht zu verändern brauchen.

Bohren Sie die restlichen Dübellöcher in der gleichen Art und Weise.

Umgang mit der Dübellehre

Schritt 4: Kanten abschleifen

Kufen mit Bandschleifer bearbeiten
Bandschleifer nutzen
Auch die Oberfräse kommt beim Schaukelpferd dran.
Oberfräse
Teile für das Holzschaukelpferd werden geschliffen
Exzenterschleifer

Schleifen Sie nun alle Kanten mit dem Bandschleifmodul im CMS.

Sie sollten darauf achten, dass die Rundungen an den Kufen sorgfältig und mit geringem Druck geschliffen werden.

So erhalten Sie eine saubere Rundung.

Schieben Sie besser das Werkstück mehrmals an dem Schleifband entlang.

Wenn Sie das Schaukelpferd aus harzhaltigem Holz (Kiefer, Fichte, Lärche ….) bauen, sollten Sie das Schleifband schräg stellen.

Dadurch ist die Fläche, auf der geschliffen wird, größer.

Die Temperatur kann sich so besser verteilen und das Schleifband setzt sich weniger zu.

Diese Technik funktioniert aber nur an der geraden Schleiffläche.

Um die Verletzungsgefahr beim Schaukeln zu minimieren und dem Holztier eine schönere Optik zu geben, runden Sie alle Kanten mit einer Oberfräse (R = 5 mm).

Sie können die Fräse von Hand führen oder stationär in das passende CMS Modul einbauen. Schleifen Sie alle Rundungen mit einem Handschleifklotz. Für die Flächen benutzen Sie am besten einen Exzenterschleifer. Der letzte Schliff sollte in der Körnung P180 erfolgen.

Schritt 5: Kufen verbinden

Die Holzdübel werden geleimt.
Holzdübel verleimen
Schraubzwingen sorgen für sicheren Halt.
Schraubzwingen
Löcher für die Verbindungen vorbohren
bohren für Verbindungen

Geben Sie Leim in die Dübellöcher der Rückenlehne ein und schlagen Sie die Dübel ein.

Wiederholen Sie das Vorgehen mit den Löchern auf der Sitzfläche und stecken Sie die Rückenlehne auf.

Verspannen Sie die beiden Teile mit Zwingen. Geben Sie Leim in den unteren Querstreben an und schlagen Sie auch dort Dübel ein.

Anschließend müssen Sie Leim in die Löcher der Kufen geben. Jetzt können Sie alles zusammenstecken und die vier Teile zum Untergestell verleimen.

Wenn der Leim zwischen Sitzfläche und Rückenlehne trocken ist, stecken Sie die beiden Stützen mit Dübeln – aber noch ohne Leim – in die Löcher unter der Sitzfläche.

Stellen Sie das Oberteil auf das Untergestell. Zeichnen Sie die Positionen zwischen Stützen und Untergestell an, wo Sie später die Löcher für die Verbindungsschrauben, bohren müssen.

Bohren Sie die Verbindungslöcher ins Untergestell.

Schritt 6: Abschlußarbeiten

Die Stützen werden mit der Sitzfläche verleimt.
verleimen und trocknen lassen
Jede Verleimung muss mit Zwingen befestigt werden.
Schritt für Schritt

Verleimen Sie nun die beiden Stützen mit der Sitzfläche.

Verschrauben Sie die Stützen mit dem Untergestell und verspannen Sie das Ganze mit Zwingen.

Um die Zwingen senkrecht ansetzen zu können, spannen Sie ein Kantholz unter das Untergestell und setzen die Zwingen daran an.

Verleimen Sie die beiden Fußleisten mit dem Untergestell und kleben Sie den Kopf auf den Rumpf.

Zuletzt wird das Griffholz in das im Kopf vorgebohrte Loch geleimt.

Wenn der Leim getrocknet ist, stechen Sie den überschüssigen Kleber mit einem scharfen Stemmeisen weg.

Kontrollieren Sie alle Flächen und schleifen Sie, wenn nötig, nach.

Für die Oberflächenbehandlung empfehle ich Ihnen ein Öl.

schaukelpferd-1Mit freundlicher Genehmigung von Festool

 Umsetzung von Leser Roland Feer

Wir freuen uns, wenn unsere gezeigten Bauanleitungen Anklang finden und nachgebaut werden. Daher geht ein herzliches Dankeschön an unseren Leser Roland Feer, der mit dem Schaukelpferd sein Enkelkind überraschen will.

Vielen Dank für die tollen Bilder und Hinweise zur Umsetzung.

Gerne sende ich Ihnen einige Fotos und auch meinen Erfahrungsbericht zum Bau dieses Schaukelpferdes:

Die erste Hürde war die Beschaffung von Holz. Auf Ihre Empfehlung hin suchte ich nach Erlenholz. Leider erfolglos oder aber sehr teuer (nur in der Schweiz?). Schlussendlich entschied ich mich, dieses Schaukelpferd aus Buchenholz zu bauen.

Vorrichtung zum Fräsen der 60° Schrägen.
Vorrichtung zum Fräsen der 60° Schrägen.

Eine weitere Herausforderung waren die Kufen. Leider fehlten die Maße in der Bauanleitung. Mit Kartonschablonen versuchte ich, den optimalen Radius für das Schaukeln zu eruieren. Aufgrund der angegebenen Größe des Holzes aus der Stückliste Pos. 1 fand ich einen Radius (untere Kufenkante) von 1150 mm ideal mit einer Kufenhöhe von 45 mm. Diese Maße können am fertigen Pferdchen als gut getroffen bezeichnet werden.

Schaukelpferd von Roland Feer
fertiges Schaukelpferd

Als weiteres Problem, das es zu meistern galt, waren die Schrägen (60°) bei den Beinen. Mein Maschinenpark ist nicht auf solche Aufgaben ausgerichtet und so stellte ich mir eine kleine und kostengünstige Vorrichtung (siehe Foto) her. Mit einer Oberfräse konnte ich so relativ genau diese Schrägen herstellen.

Alles in Allem war der Bau eine schöne und bereichernde Arbeit. Ich hatte viel Freude daran und bin auch dank Ihrer Angaben ein wenig stolz auf dieses fertige Schaukelpferd.

Freundliche Grüße Roland Feer


Riccardo Düring

Riccardo Düring

Ausbildung im Metallbereich, ambitionierter Heimwerker mit einem Hang zu technisch verspielten Projekten. Blogger und Produkttester aus Leidenschaft.