Kaufberatung zum Heizpilz Test bzw. Vergleich 2019

  • Ein Heizpilz hat viele Namen: Mitunter wird er auch als Terrassenstrahler, Wärmestrahler, Terrassenheizer oder Heizstrahler bezeichnet.
  • Heizanlagen in Pilzform gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: Es lassen sich gas- und strombetriebene Heizpilze voneinander unterscheiden.
  • Unterschiede gibt es bei den Heizpilzen vor allem hinsichtlich der maximalen Heizleistung. Gasheizstrahler erreichen in der Regel zwischen 7 und 14, Elektro-Heizpilze hingegen lediglich zwischen 1 und 4 Kilowatt.

heizpilz-test

Im Frühling und Sommer tummeln sich die Menschen im Freien. Egal, ob am See zum Baden oder im Biergarten um die Ecke, überall wollen sie draußen sitzen und die Sonne genießen. Ist die warme Jahreszeit dann vorbei, spielt sich das gesellschaftliche Leben bei vielen wieder überwiegend drinnen ab. Auch von den über 45 Millionen Deutschen, die laut einer Statistik der Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA mindestens einmal im Monat in ein Restaurant, eine Gaststätte oder eine Kneipe gehen, wäre vermutlich nur ein kleiner Teil bereit, sich bei den eisigen Temperaturen im Winter nach draußen zu setzen.

heizpilz-heizstrahler
Typischer Heizpilz: Die Gasflamme unterhalb der tellerförmigen Abdeckung sorgt für eine warme Umgebung.

Wer dennoch gerne die frische Luft genießen, dabei aber nicht frieren will, für den könnte sich die Anschaffung eines Heizpilzes lohnen. Dieser kann für eine gemütliche Atmosphäre sorgen und genügend Wärme ausstrahlen, damit man es auch bei kalten Temperaturen im Freien angenehm warm hat.

Falls auch Sie auf der Suche nach Ihrem persönlichen Heizpilz-Testsieger für Ihren Garten sind, lohnt sich ein Blick in unseren Heizpilz-Vergleich 2019, in dem wir die besten Heizpilze gegenüber gestellt haben. Wir sagen Ihnen, wie Sie einen Heizpilz richtig benutzen, welche unterschiedlichen Heizpilz-Typen es gibt und worauf Sie im Dschungel der unterschiedlichen Marken und Hersteller beim Kauf achten sollten.

1. Der Heizpilz – den Winter zum Sommer machen

Verbot von Gasheizstrahlern

Heizstrahler, die mit Gas betrieben werden, (Gasstrahler, Gasheizer) wurden für die Nutzung in der Außengastronomie trotz großer Beliebtheit mittlerweile in vielen deutschen Großstädten verboten. Der Grund dafür ist der hohe Kohlendioxid-Ausstoß, der die Umwelt übermäßig stark belastet. Der private Gebrauch von Heizpilzen auf dem Balkon oder der Terrasse ist hingegen weiterhin erlaubt.

Heizpilze gehören zur Familie der Hochtemperaturstrahler (Heizstrahler), bei denen die Abgabe von Wärme in die Umgebung mittels Wärmestrahlung (thermische Strahlung) erfolgt. Das bedeutet, dass Wärme in Form elektromagnetischer Wellen auf die direkte Umgebung übertragen wird, wodurch auch über größere Abstände viel Heizenergie und somit Wärme zur Verfügung gestellt werden kann.

Solche Heizpilz-Heizstrahler (thermische Strahler) können somit bei kalten Temperaturen für eine angenehme Atmosphäre sorgen, die es ermöglicht, dass man auch im Winter längere Zeit draußen sitzen kann.

Welche Vor- und Nachteile ein Heizstrahler mit Gas bspw. gegenüber einem offenen Feuer hat, haben wir in nachfolgender Übersicht für Sie zusammengestellt:

  • wärmt sehr gut – hohe Heizleistung
  • kaum Geruchsentwicklung
  • kontrollierter einsetzbar – praktische Piezozündung für sicheres Abbrennen des Gases
  • höherer Kohlendioxid-Ausstoß
  • generell hoher Energieverbrauch

2. Wie benutze ich einen Gas-Heizstrahler?

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Enders-Heizpilz: ein mit Gas betriebener Heizstrahler der Firma Enders.

Da die Nutzung von Wärmestrahlern nicht ganz ungefährlich ist, sollten Sie beim Aufbau und bei der Inbetriebnahme stets der Heizpilz-Betriebsanleitung folgen. Obwohl nicht alle Heizpilze mit Gas komplett baugleich sind, geben wir Ihnen an dieser Stelle einige wichtige Tipps auf den Weg:

Heizstrahler-Anleitung zum Aufbau und zur Inbetriebnahme

  • Einzelteile nach Anleitung zusammenschrauben
  • Heizpilz aufstellen und Druckgasminderer befestigen
  • Propangasflasche unter den Terrassenstrahler stellen und an den Druckgasminderer anschließen
  • Gasflasche ca. ein Viertel aufdrehen und Flammenregler drücken
  • Piezozündung betätigen und Flammenregler anschließend für ca. 10 bis 20 Sekunden gedrückt halten
  • nach geglückter Zündung Aufheizen abwarten und gewünschte Wärmeleistung einstellen

Wenn Sie den Heizpilz ausschalten möchten, müssen Sie lediglich die Gasflasche zudrehen. Einen klassischen Ausschalter gibt es bei den meisten Gas-Terrassenheizern nämlich nicht.

Wichtige Sicherheitshinweise: Befolgen Sie immer die Sicherheitshinweise der Betriebsanleitung, bevor Sie den Heizstrahler anmachen. Insbesondere der meist angegebene Mindestabstand von einem Meter zu allen Wänden, brennbaren Materialien und Stoffen sollte dringend eingehalten werden.

3. Heizpilz-Typen im Überblick

In jedem Heizpilz-Test oder -Vergleich werden Sie auf unterschiedliche Kategorien stoßen, in die Heizstrahler sich einteilen lassen. In nachfolgender Tabelle unserer Kaufberatung haben wir die wichtigsten Arten zusammengetragen:

Heizpilz-Typ Eigenschaften und Besonderheiten

Elektro-Heizpilz

heizpilz-elektro

  • elektrischer Heizpilz wird über die in Deutschland normale Netzspannung (220 bis 240 Volt) betrieben
  • Energieaufnahme wird in Watt bzw. Kilowatt angegeben
  • durch produzierte Energie wird sehr viel Kohlenstoffdioxid in den Kraftwerken freigesetzt, wodurch die Umwelt stark belastet wird
  • elektrische Heizstrahler sind komplett unempfindlich gegen Wind

geringer Energieverbrauch
sicherer als Gas
unempfindlich gegen Wind
x schlechte CO2-Bilanz (Ausstoß in Kraftwerken)
x kabelgebunden und weniger flexibel
x relativ geringe Leistung

Gas-Heizpilz

heizpilz-gas

  • Gas-Heizpilz wird mithilfe handelsüblicher Gasflaschen betrieben (z. B. 9 oder 11 kg)
  • Energieaufnahme wird ebenfalls in Kilowatt angegeben
  • Heizstrahler mit Gas sind wegen des hohen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes nicht sonderlich umweltfreundlich
  • nicht kabelgebunden und dadurch sehr flexibel und fast überall einsetzbar

praktische Piezozündung ohne Feuerzeug
 sehr flexibel einsetzbar
recht leistungsstark
x recht hoher Energieverbrauch
x hoher CO2-Ausstoß
x Zündflamme empfindlich bei Regen und Wind

Infrarot-Heizstrahler

heizpilz-infrarot

  • Infrarot-Heizstrahler sind meist keine klassischen Heizpilze
  • werden, ebenso wie Elektro-Heizpilze, durch eine Netzspannung von 220 bis 240 Volt mit Strom versorgt
  • Leistung wird wie bei den vorangegangenen Typen in Watt oder Kilowatt gemessen
  • Infrarot-Heizstrahler wandeln annähernd die komplette Energie in Wärme um, belasten die Umwelt aber durch eine schlechte CO2-Bilanz (Freisetzung in den Kraftwerken)
  • außerdem sind sie unempfindlich gegen Wind

wandelt fast die komplette Energie in Wärme um
sicherer als Gas
unempfindlich gegen Wind
x sehr hoher Energieverbrauch
x schlechte CO2-Bilanz (Ausstoß in Kraftwerken)
x kabelgebunden und weniger flexibel

Egal, ob Sie Ihren Heizpilz mit Strom oder Gas betreiben, als Faustregel können Sie sich merken, dass bei einer Leistungsaufnahme von ca. 2.000 Watt in etwa 10 bis 20 Quadratmeter effektiv beheizt werden können.

4. Kaufkriterien für Heizpilze: Darauf müssen Sie achten!

4.1. maximale Heizleistung und Wärmeproduktion

heizpilz-terrassenstrahler
Die Fläche, die ein Heizpilz effektiv beheizen kann, ist abhängig von der maximalen Leistung und der durchschnittlichen Leistungsaufnahme je Quadratmeter.

Die maximale Heizleistung von Heizstrahlern wird in Kilowatt gemessen. Sie liegt bei den meisten gasbetriebenen Exemplaren im Bereich zwischen 7 und 14, bei strombetriebenen hingegen bei ca. 1 bis 4 Kilowatt. Generell gilt, dass eine höhere Maximalleistung in der Regel auch eine höhere Wärmeleistung impliziert.

Um jedoch festzustellen, welche Fläche von einem Heizpilz effektiv mit Wärme versorgt werden kann, spielt darüber hinaus die durchschnittliche Leistungsaufnahme je Quadratmeter eine wichtige Rolle. Sie liegt bei vielen gasbetriebenen Geräten, abhängig vom jeweiligen Modell, zwischen ca. 158 und 488 Watt je Quadratmeter. Bei elektrischen Geräten liegt dieser Wert hingegen meist zwischen ca. 67 und 143 Watt je Quadratmeter.

Das bedeutet, dass Sie bspw. mit einem gasbetriebenen Heizpilz, der

  • über eine Maximalleistung von 14 Kilowatt verfügt und
  • mit einer Leistungsaufnahme von 200 Watt je Quadratmeter arbeitet,
  • eine Fläche von etwa 70 Quadratmeter effektiv beheizen können.

Ein elektrischer Heizpilz mit einer Leistungsaufnahme von 100 Watt je Quadratmeter schafft bei einer Maximalleistung von vier Kilowatt hingegen gerade einmal 40 Quadratmeter.

Formel zur Berechnung der maximal möglichen Heizfläche: Teilen Sie die Maximalleistung (umgerechnet in Watt) durch die Leistungsaufnahme des Gerätes pro Quadratmeter (Watt je Quadratmeter), um die effektiv beheizbare Fläche (in Quadratmetern) zu berechnen.

Da Heizpilze aber unabhängig von ihrer Maximalleistung generell sehr energieintensiv sind, sollten umweltbewusste Menschen darüber nachdenken, gegebenenfalls auf einen Kauf zu verzichten. Im Gespräch mit Heimwerker.de erklärte Expertin Irmela Colaço:

“Heizpilze sind wahre Energiefresser, das kommt der Umwelt teuer zu stehen. Ein einziger Heizpilz kann in einer Saison drei bis vier Tonnen Kohlendioxid verursachen – etwa so viel wie ein Mittelklassewagen in einem ganzen Jahr. Elektrische und gasbetriebene Strahler stehen sich dabei in nichts nach. Einige Städte haben bereits erkannt, was für ein Wahnsinn es ist, die Straßen zu beheizen, und verbieten den Betrieb der Klimasünder. Wir fordern ein bundesweites Verbot.”

Irmela Colaço, Energieexpertin des BUND

Noch greifbarer wird diese Problematik, wenn man den maximalen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß eines auf höchster Leistungsstufe laufenden Heizpilzes auf eine Stunde Laufzeit herunterbricht und dies mit anderen Kohlendioxid-Emissenten vergleicht. Experte Sebastian Scholz verdeutlichte uns dies anhand eines Rechenbeispiels:

“Nehmen wir mal an: Ein Heizpilz hätte eine maximale Leistung von 14 Kilowatt, so würde er rund ein Kilogramm Propan pro Stunde verbrauchen. Das entspricht rund drei Kilogramm CO2, die pro Betriebsstunde des Heizpilzes ausgestoßen würden.
Für einen Vergleich nehme ich an, dass der durchschnittliche Strommix in Deutschland rund 500 Gramm CO2 pro Kilowattstunde verursacht.

Eine Stunde Heizpilz ist also vergleichbar mit:

– 300 Stunden an einem Laptop (20 Watt) arbeiten
– 40 km mit dem Elektroauto fahren (15 Kilowattstunden/100 Kilometer)
– 24 km mit einem aktuellen VW Golf fahren (127 Gramm/Kilometer)
– 6 Waschmaschinen laufen lassen”

Sebastian Scholz, Teamleiter Energiepolitik und Klimaschutz des NABU

4.2. Gewicht und Transportrollen

transportrollen-heizpilz
Dank praktischer Transportrollen lassen sich auch schwere Heizpilze schnell und leicht umstellen.

Das Gewicht bei vielen Heizpilzen variiert von ca. 10 bis 30 Kilogramm. Während kräftige Personen leichtere Exemplare wohl problemlos hin- und herbewegen können, dürfte dies bei schwereren Exemplaren ab 20 Kilogramm nicht immer der Fall sein. Aus diesem Grund sollten Sie beim Kauf dringend darauf achten, ob Transportrollen am Standfuß integriert worden sind. Dies erleichtert das Umstellen des Heizpilz-Heizstrahlers enorm und macht es auch für weniger kräftige Personen möglich, das Gerät zu bewegen.

4.3. Maße und Abdeckung

Bei den Maßen gibt es bei Heizpilzen nur geringfügige Unterschiede. Die meisten Modelle bewegen sich bei der Höhe in einem Rahmen von 210 bis 230 Zentimeter, wohingegen der Durchmesser zwischen 70 und 90 Zentimeter variiert.

Damit Sie Ihren Heizpilz nicht vollständig der Witterung preisgeben oder ihn nach jedem Gebrauch ständig in die Wohnung oder ins Haus holen müssen, empfiehlt sich außerdem die Anschaffung einer entsprechenden an die Maße angepassten Schutzhülle. Abhängig von Modell und Hersteller sind bei einigen Exemplaren passende Abdeckungen sogar bereits mit dabei.

heizpilz-test

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Heizpilz

5.1. Was kostet ein Heizpilz?

heizpilz-gasflasche
Eine 9-Kilogramm-Gasflasche hält bis zu zehn Stunden.

Wenn Sie einen günstigen Heizpilz kaufen möchten, können Sie mit Preisen im Bereich zwischen 100 und 200 Euro rechnen. Allerdings gibt es auch Modelle, die deutlich teurer sind und für die Sie 300 bis 400 Euro und mehr ausgeben können.

5.2. Wie lange hält eine Gasflasche beim Heizpilz?

Das kommt vornehmlich darauf an, auf welche Leistungsstufe Sie den Heizpilz einstellen: je höher die Stufe, desto größer der Gasverbrauch. Im Schnitt wird jedoch  pro Stunde in etwa ein Kilogramm Gas verbraucht, sodass eine 9-Kilogramm-Flasche in ca. neun bis zehn Stunden aufgebraucht sein dürfte.

Interessant: Ein gasbetriebener Heizpilz verbraucht bei Preisen von 12 bis 15 Euro je 9-Kilogramm-Gasflasche pro Stunde Energie im Wert von etwa 1,50 Euro. Geht man von einem wöchentlichen Betrieb von durchschnittlich fünfzehn Stunden aus und nimmt man dies als Grundlage für das gesamte Jahr, so ergäben sich jährliche Kosten von ungefähr 1.170 Euro.

5.3. Wie viel Kilowatt sollte ein Heizpilz haben?

pyramide
Neben den klassischen Heizpilzen gibt es u. a. auch Pyramiden-Heizstrahler.

Wie viel Kilowatt ein Heizpilz haben sollte, kann pauschal nicht beantwortet werden, da dies immer auch davon abhängt, wie groß die zu beheizende Fläche sein soll und wie hoch die Leistungsaufnahme des Gerätes ist. Wie Sie die zu beheizende Fläche berechnen können, erfahren Sie in Kapitel 4.1. unseres Ratgebers.

5.4. Was sagt die Stiftung Warentest zum Thema Heizpilze?

Obwohl die Stiftung Warentest keinen Heizpilz-Test durchgeführt hat, weist sie in einer Meldung vom 25.02.2010 darauf hin, dass es für die Umwelt besser sei, auf Heizstrahler komplett zu verzichten. Sowohl elektrische als auch gasbetriebene Heizpilze müssten, um eine ausreichende Umgebungswärme zu erzeugen, extrem energieintensiv arbeiten. Dabei werde viel Kohlenstoffdioxid erzeugt, das in großen Mengen stark umweltbelastend wirkt.